Gut versichert in die Fahrradsaison

Ob auf dem Weg zur Arbeit oder bei einer Tour in der Freizeit: Gehören auch Sie zu den Menschen, die gerne auf zwei Rädern unterwegs sind? Und die vorzugsweise auf unmotorisierte Zweiräder setzen, statt auf Mofas, Mopeds oder Motorräder?

Dann aufgepasst. Denn hier erfahren Sie, wie Sie optimalen Versicherungsschutz für Ihr Fahrrad erlangen und was Sie tun können, um Diebstahl zu verhindern.

Tipp 1: Fahrrad in Keller oder Garage unterbringen

Wer eine Hausratversicherung hat, muss wissen: Das Fahrrad ist mitversichert. Allerdings gilt das nur, wenn es im Keller, in der Garage oder einem sonstigen, abgeschlossenen Raum steht. Das teure, bei einem Einbruch gestohlene Mountainbike können Sie also bei Ihrer Hausratversicherung melden, und der Wert wird erstattet.

Anders sieht es aus, wenn Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, was ja der eigentliche Daseinszweck dieses Fortbewegungsmittels ist. Ein Diebstahl unterwegs ist nicht in der Hausratversicherung inbegriffen.

Oft lässt sich ein solcher Schutz aber integrieren. Bis zu 3 Prozent der Versicherungssumme darf der Wert des Fahrrads dann ausmachen. Mehr aber erstattet die Hausratversicherung im Falle eines Diebstahls aber nicht.

Tipp 2: Überlegen Sie sich, ob spezielle Fahrradversicherung lohnt

Fahrradfans aufgepasst: Der Wert spezieller Rennräder, Tourenräder und Mountainbikes geht leicht in die Tausende. Trotzdem sollten Sie gut überlegen, ob sich eine Fahrradversicherung für Sie lohnt.

Dafür spricht der umfassende Versicherungsschutz, der einen Kostenersatz nach Diebstahl einschließt und auf Wunsch auch die Übernahme von Reparatur- und Folgekosten nach einem Unfall.

Dagegen spricht der hohe Preis solcher Versicherungen. Dieser hängt nicht nur von der Versicherungssumme und vom Umfang des Versicherungsschutzes ab, sondern häufig auch von der Postleitzahl. In Städten mit bekanntermaßen hoher Diebstahlquote sind diese Policen oft mehr als doppelt so teuer wie irgendwo auf dem platten Land.

Vergleichsweise wenig Schutz erhalten Sie außerdem bei Policen für 10 bis 25 Euro pro Jahr. Wollen Sie Ihr Fahrrad im Wert von 1.000 Euro absichern, dann müssen Sie mit 100 bis 300 Euro pro Jahr hohe Prämien zahlen.

Aufgepasst heißt es auch in puncto Selbstbeteiligung: Das kann Ihnen einerseits zwar helfen, die Prämien zu senken und Geld zu sparen. Andererseits heißt es aber auch: Sie müssen im Schadensfall selbst für die vereinbarte Summe aufkommen. Bei Kleinschäden unter dem Wert der Selbstbeteiligung springt die Versicherung dann grundsätzlich nicht ein.

Tipp 3: Ein gutes Schloss ist eine sinnvolle Anschaffung

Mit einem billigen Kabelschloss schützen Sie Ihr Rad so gut wie gar nicht. Besser, wenn auch weitaus teurer sind Faltschlösser, Kettenschlösser oder Bügelschlösser. Besonders empfehlenswert sind solche Fahrradschlösser, die der ADFC-Verband empfiehlt. Sie haben vielfältige Sicherheitstests durchlaufen.

Falls Sie außerdem eine Fahrradversicherung abgeschlossen haben, gilt: Erfüllen Sie in Sachen Fahrradschloss unbedingt die Vorgaben Ihres Versicherers. Sonst erhalten Sie im Schadensfall keinen Cent für das gestohlene Rad.

Tipp 4: Fahrrad richtig abstellen und abschließen

Nicht allein die Wahl des Schlosses ist entscheidend, sondern auch die richtige Benutzung. Schließen Sie Ihr Fahrrad stets an einen festen Gegenstand an. Sonst könnten Diebe es einfach wegtragen und das Schloss zuhause im sicheren Keller in aller Ruhe aufknacken.

Befestigen Sie das Schloss zudem nicht nur am Vorder- oder Hinterrad. Dieses abzumontieren und nur den Rahmen wegzutragen, ist für Diebe kein Problem. Besser ist es also, stets den Rahmen mit anzuschließen.

Und noch ein Tipp zum Abschließen: Lassen Sie das Schloss nicht am Boden aufliegen. Ansonsten genügt womöglich ein Hammer und Meißel, um es gegen den Widerstand des Bodens einfach kaputtzuschlagen.

Wählen Sie außerdem einen hellen, gut einsehbaren Abstellort. Und falls Ihr Fahrrad – etwa aufgrund seiner Farbe – besonders auffällig ist: Wechseln Sie den Abstellort andauernd. Nicht, dass ein Langfinger auf die Idee kommt, Ihre Lebensgewohnheiten zu beobachten und dem Fahrraddiebstahl dementsprechend zu planen.

Sie sehen: Sie können einiges für den Schutz Ihres Fahrrades tun, ob Sie sich nun für eine teure Versicherung entscheiden oder nicht. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Radfahren!

14. März 2015

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Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.

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