Gute Aussichten bei Grand City Properties

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Die Aktie von Grand City Properties wird aktuell deutlich unter ihrem Nettoinventarwert gehandelt. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

In stürmischen Zeiten wie diesen freut man sich als unabhängiger Kapitalmarktbeobachter, wenn ein Unternehmen mit sich zufrieden ist. Diesen Begriff wählte der Vorstandsvorsitzende von Grand City Properties, Christian Windfurth, in seinem Halbjahresbericht, den das Unternehmen Anfang der Woche vorgelegt hat.

Aus diesem wird ersichtlich, dass das Berliner Unternehmen im ersten Halbjahr die Miet- und Betriebseinnahmen um 3,7% auf 278,2 Millionen Euro steigern konnte. Das operative Ergebnis, aus dem u. a. die Aufwertungen des Immobilienportefeuilles herausgerechnet werden, bei Immobilienbestandshaltern „Funds from Operations“ genannt, konnte sogar überproportional um 7,0% auf 106,0 Millionen Euro verbessert werden.

Von der Mietpreisbremse nicht betroffen

Geradezu erhellend waren dabei die Aussagen, wonach das MDAX-Unternehmen von der geplanten Mietenpreisbremse nicht betroffen sein wird. Als Grund hierfür wurde angegeben, dass die Durchschnittsmieten des Unternehmens zum überwiegenden Teil unter dem Mietenspiegel lägen – und zwar signifikant darunter. Denn im Schnitt müssten Mieter Monatsmieten in Höhe von lediglich 6,25 Euro pro Quadratmeter berappen.

In Berlin, wo die Mietenbremse in den Augen der politischen Entscheidungsträger angeblich besonders wirksam sein soll, liegen die Quadratmetermieten von Grand City Properties aktuell bei 7,60 Euro. Da sich hier die Wohnobjekte auch noch in Top-Lagen befinden, zum Beispiel in Berlin-Mitte, Kreuzberg oder Charlottenburg, wird es laut Grand City Properties noch einige Jahre dauern, bis die vereinnahmten Mieten den eingefrorenen Mietspiegel erreicht haben.

Dies verdeutlicht, dass die aktuell von Politikern jedweder Couleur aufgeheizte Diskussion um „Mietenwahnsinn“ nichts andere ist als Wahlkampfgeplänkel. Allerdings auf Kosten der Immobilienunternehmen, denn auch wenn die großen Immobilienkonzerne gar nicht die eigentlichen Treiber der Mietentwicklung in den Metropolen sind, hat dies die Parteien der Großen Koalition nicht davon abgehalten, die Mietpreisbremse mal eben um weitere fünf Jahr zu verlängern. Dass dies für den Neubau in den Großstädten wenig förderlich ist: geschenkt.

Ziele bestätigt

Wie gesagt, es läuft gut bei Grand City Properties. Verbesserungen haben sich, wenn auch häufig nur auf geringfügigem Niveau, in allen Bereichen ergeben. Zum Beispiel konnten die Kreditlaufzeiten auf 8,4 Jahre verlängert und die Leerstandsquote auf vergleichbarer Fläche um 0,3 Prozentpunkte verringert werden.

Doch auch die Aussichten auf das Gesamtjahr bleiben attraktiv. Insgesamt rechnet der Vorstand unverändert mit Funds from Operations von 211-213 Millionen Euro, einer Dividende von 0,82-0,83 je Aktie und einer Nettomietrendite von mehr als 3,5%.

Aktie aktuell unter NAV bewertet

Der Net Asset Value, also der Nettowert des Immobilienbestands nach Abzug der Zins tragenden Verbindlichkeiten, belief sich zum Halbjahr auf 3,9 Milliarden Euro. Je Aktie entspricht dies einem NAV von 23,10 Euro – bei einem aktuellen Aktienkurs von 19,30 Euro. Dass eine Immobilienaktie mit einem so deutlichen Abschlag gehandelt wird, ist eher ungewöhnlich. Zumal auch die Pipeline des Unternehmens gut gefüllt sein soll. Für langfristig orientierte Anleger könnte sich hier also eine Opportunität ergeben.


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Von: Peter Thilo Hasler. Über den Autor

Peter Thilo Hasler ist seit über 25 Jahren als Finanzanalyst tätig, zunächst für einige große Investmentbanken, seit 2010 in seiner eigenen Research-Firma. Als Analyst berät er namhafte Fondsmanagern und Vermögensverwalter weltweit.

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