Gute Handwerker sind Gold wert!

Falls Sie nicht nur kaufen und vermieten wollen, werden Sie irgendwann um eine existenziell wichtige Gruppe nicht mehr herumkommen: Handwerker! (Foto: ALPA PROD / shutterstock.com)

Der Fall der Brückensanierung in Donaueschingen aus diesem Jahr bringt mich immer noch zum Schmunzeln. Bei der öffentlichen Ausschreibung hatte nur eines der Unternehmen, die im Vorfeld Interesse bekundet hatten, ein Angebot abgegeben: Statt der vom Rathaus prognostizierten Summe von knapp 300.000 Euro belieft sich das Angebot auf 888.000 Euro. Eine Nachfrage brachte Licht ins Dunkel: Es handelte sich um ein Abwehrangebot, die Firma wollte schlicht und ergreifend aufgrund voller Bücher den Auftrag nicht.

Handwerkermangel allerorts

Es gibt zwei Hauptgründe, warum (gute) Handwerker Mangelware sind. Und um es vorweg zu nehmen: Es sieht nicht danach aus, dass sich die Situation in naher Zukunft entspannen wird. Eher im Gegenteil.

  • Die Auftragsbücher sind voll

Obwohl wir gute Verbindungen zu Handwerkerfirmen haben, mussten wir für das Streichen einer Fassade und das Installieren eines neuen Vordachs jeweils knapp zwei Monate warten. Wären wir für die Firmen Unbekannte gewesen, wäre im Jahr 2018 gar nichts passiert. Aufgrund der nach wie vor herrschenden Hochkonjunktur in der Baubranche sind viele (gute) Firmen auf Monate und teilweise bis weit ins Jahr 2019 ausgebucht und arbeiten „spontan“ wenn dann nur für Stammkunden.

  • Nachwuchs ist Mangelware

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Handwerksberufe erscheinen für die junge Generation nach wie vor unattraktiv zu sein. Unzählige offene Stellen sind ein untrüglicher Beweis. Derweil hat Handwerk nach wie vor „goldenen Boden“ und wer seine Sache gut macht und irgendwann sogar seine eigene Firma gründen kann, verdient besser als mancher Akademiker. Ich weiß nicht, wie groß der Einfluss der Eltern bei ihren Teenagern tatsächlich ist, aber dass die meisten Kinder Abitur und Studium als besten Weg vorgekaut bekommen, macht es jetzt und in der Zukunft bestimmt nicht besser.

Schätzen Sie gute Handwerker!

Natürlich werden Sie immer einen Handwerker über bestimmte Dienstleistungsplattformen finden. Aber Sie möchten doch einen Profi, der weiß, was er macht! Ich persönlich bin der Meinung, dass sich bspw. ein „echter“ Elektriker um die Elektrik kümmern sollte, sowie ein Zimmerer um den Ausbau des Dachgeschosses und ein Bodenleger um die Böden.

Ich kenne genügend Fälle aus erster Hand, in denen einfachste Arbeiten verpfuscht wurden. Von schwierigen ganz zu schweigen. Dabei kann man insbesondere sogenannten „Polen- oder Tschechentrupps“ keine Vorwürfe machen. Dort werden andere Normen gelehrt und was andernorts völlig in Ordnung ist, kann bei einer hiesigen Baustelle ein absolutes No-Go sein.

Von daher: Schätzen Sie gute Handwerker, feilschen Sie nicht um den letzten Euro und bringen Sie auch ruhig Folgeaufträge ins Spiel. Dann werden Sie in der Zukunft auch in der Priorität nach vorne rutschen.

Mein Fazit:

Wenn Sie bauliche Tätigkeiten ausführen (lassen) oder in der Zukunft verstärkt ins Auge fassen wollen, dann knüpfen Sie besser heute als morgen Kontakte zu guten Handwerkern aus der Region. Wenn Sie einige wenige GUTE Partner finden, ist das schon völlig ausreichend und jeder weiß jetzt und in der Zukunft, was er will und bekommt.


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Von: Christian Marchner. Über den Autor

Christian Marchners Start in den Immobilienmarkt liegt nun fast 10 Jahre zurück. Heute konzentriert er sich vor allem auf Wachstumsmärkte. Dort setzt er vor allem auf eine langfristig positive Entwicklung in Bezug auf Miet- und Kaufpreise.

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