Gute Nachrichten für die Autobauer

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China will den zuletzt schwächelnden Automarkt ankurbeln. Unter den deutschen Autobauern dürfte davon vor allem VW profitieren. (Foto: AR Pictures / shutterstock.com)

Die Aktien der deutschen Autobauer zählten zu den größten Verlierern des zurückliegenden Börsenjahres. Die krisengeschüttelte Branche ist im DAX stark gewichtet und war damit auch maßgeblich dafür verantwortlich, dass der DAX den größten Jahresverlust seit dem Krisenjahr 2008 hinnehmen musste.

Doch jetzt kommen positive Nachrichten aus China. Vor allem der Wolfsburger VW-Konzern, der mittlerweile rund 40% seiner Autos im Reich der Mitte verkauft, sollte davon profitieren.

Chinesischer Automarkt schrumpft erstmals seit zwei Jahrzehnten

Vor gut einer Woche veröffentlichte die chinesische Statistikbehörde Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Jahr. Demnach ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt 2018 um 6,6% gewachsen. Allerdings hat der Handelsstreit mit den USA auch Spuren hinterlassen. Im 4. Quartal lag das Wachstum mit 6,4% so niedrig wie zuletzt 2009 nach Ausbruch der Finanzkrise.

China erzielt nach wie vor Zuwachsraten, von denen westliche Industrieländer nur träumen können. Dennoch sind leichte Bremsspuren erkennbar. Das belegt auch die Nachricht, dass der chinesische Automarkt im vergangenen Jahr erstmals seit zwei Jahrzehnten geschrumpft ist. Laut dem chinesischen Automobilverband CCAM wurden 2018 insgesamt 28,1 Mio. Fahrzeuge verkauft und damit 3% weniger als ein Jahr zuvor.

China will Automarkt ankurbeln

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und die Autonachfrage anzuschieben, soll der Automarkt gezielt stimuliert werden. Die oberste chinesische Planungsbehörde NDRC kündigte an, die Einschränkungen für den Gebrauchtwagenmarkt lockern zu lassen und angemessene Subventionen für den Autoverkauf in ländlichen Regionen und bei Fahrzeugen mit alternativem Antrieb bereitstellen zu wollen.

Insbesondere für VW ist das eine gute Nachricht. Denn die Wolfsburger verkaufen inzwischen rund 40% ihrer Autos in China – so viel wie kein anderer deutscher Hersteller.

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VW-Aktie vor Erholung

Die VW-Aktie könnte nach einer langen Durststrecke bald wieder bessere Zeiten erleben. Günstig bewertet ist sie ohnehin – genauso wie die Papiere der Konkurrenten. Auch wenn die Autokonzerne zuletzt einige Probleme hatten, ist ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 5 überzogen. In dieser Bewertung ist eine handfeste Krise eingepreist. Kommt diese nicht – wovon ich ausgehe -, haben die Aktien der deutschen Autobauer jede Menge Luft nach oben.

Autoaktien sind keine Papiere, die sich für ein langfristiges Investment eignen. Dazu sind die Konzerne viel zu stark von der Konjunktur abhängig. Dauerhaftes Wachstum lässt sich in dieser Branche kaum realisieren. Auf dem aktuellen Niveau überwiegen aus meiner Sicht jedoch die Chancen.

Trendwende naht

Mit einem Wertverlust von 17% im vergangenen Jahr hat sich die VW-Aktie hat sich im Vergleich zur Konkurrenz noch relativ gut aus der Affäre gezogen. Und auch die aktuelle charttechnische Ausgangslage stellt sich bei VW deutlich freundlicher dar als bei Daimler oder BMW.

Der Kurs ist an einer ganz entscheidenden charttechnischen Widerstandszone angelangt. Im Bereich um 150 Euro verläuft neben der 200-Tage-Linie auch die vom 2018er-Hoch bei gut 192 Euro ausgehende mittelfristige Abwärtstrendlinie.

Gelingt der Sprung über das Zwischenhoch der vergangenen Woche (152,36 Euro), wäre die Wende geschafft. In diesem Fall sind weitere Kurssteigerungen zu erwarten. Ein erstes Etappenziel liegt im Bereich von 180 Euro. Aber auch ein Angriff auf das 2018er-Hoch bei gut 192 Euro ist nicht utopisch.


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Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.