Gute Perspektiven für den DAX30

Die Anleger haben sich heute von starken Konjunkturdaten antreiben lassen. Der deutsche Leitindex DAX30 stieg bis in den Nachmittag hinein um gut zwei Prozent. Der Grund: Deutschlands Exporte erreichten im Juli ein neues Hoch.

Sie stiegen im Vergleich zum Vormonat saisonbereinigt um 2,4 Prozent auf 103,4 Mrd. Euro – und damit auf den höchsten jemals ermittelten saisonbereinigten Monatswert, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Bankvolkswirte hatten im Vorfeld nur mit einem Zuwachs von im Schnitt 1,0 Prozent gerechnet.

Auch die Einfuhren verbesserten sich deutlich und erreichten einen neuen Höchstwert. Die Importe stiegen innerhalb eines Monats um 2,2 Prozent auf 80,6 Mrd. Euro. Das zeigt deutlich, dass in Deutschland die Binnenkonjunktur weiterhin auf höchstem Niveau läuft.

Für das Gesamtjahr 2015 rechnet der Außenhandelsverband BGA nun mit einem Rekordergebnis für die deutsche Exportwirtschaft. Nachdem die Ausfuhren bereits 2014 einen Höchstwert erreichten, soll der Export noch einmal um über 4,5 Prozent auf 1,185 Billionen Euro steigen.

Eurozone legt kräftig zu

Sehr gute Zahlen kamen heute zudem aus der Eurozone: diese wuchs im zweiten Quartal stärker als bisher prognostiziert. Während die Wirtschaftsleistung in Frankreich stagnierte, legte sie ansonsten in allen Eurostaaten zu.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wuchs die Eurozone im zweiten Quartal um 1,5 Prozent. Bislang hatte Eurostat mit 1,2 Prozent gerechnet. Zudem korrigierte es die Zahlen zum ersten Quartal 2015: hier betrug das Wachstum statt 1,0 Prozent 1,2 Prozent.

Die höchsten Wachstumsraten konnten Lettland, Malta und Spanien vermelden. Auch die griechische Wirtschaft wuchs deutlich um 0,9 Prozent.

Nach den Börsenturbulenzen der vergangenen Wochen, ausgelöst vor allem durch schwache Zahlen aus China, konnten die Zahlen aus der Eurozone dem DAX30 einen ordentlichen Schub geben.

Seitwärtsbewegung mit starken Auf und Abs

Doch die Frage bleibt: Kann der DAX30 die jüngsten Kursgewinne halten oder wird er sie kurzfristig wieder abgeben? Gegen eine nachhaltige Aufwärtsbewegung sprechen Zahlen, die das Forschungsinstitut Sentix erhoben hat.

Demnach gaben die Konjunkturerwartungen der Investoren Anfang September um 9,2 Zähler auf 12,3 Punkte nach – das ist der niedrigste Stand seit Dezember 2014. Der Indikator zeigt das Verhältnis zwischen den Anlegern, die im kommenden Halbjahr mit einer zunehmenden Wirtschaftsdynamik rechnen, zu denjenigen, die eine Abschwächung erwarten.

Während die Nulllinie ein ausgeglichenes Verhältnis belegt, zeigt der aktuelle Wert an, dass sich die Optimisten noch in Überzahl befinden. Doch deren Zahl hat sich deutlich verringert.

Die Stimmung an den Aktienmärkten sollte daher auch in den kommenden Wochen von Unsicherheit geprägt sein. Eine Seitwärtsbewegung mit immer wiederkehrenden Auf und Abs wird den September bestimmen.

8. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Philipp Ley. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt