Gute Produkte – gute Aktie?

Der Spezialfahrzeugbau ist ein spannendes Feld. Viele kleinere Unternehmen haben sich hier eine Nische erarbeitet und überzeugen mit ihren Produkten. So auch Palfinger. Das Unternehmen hat Geschichte:  Richard Palfinger gründete 1932 eine Schlosserei und Reparaturwerkstatt für landwirtschaftliche Fahrzeuge.

Heute ist Palfinger ein internationaler Konzern und bietet seinen Kunden weltweit hydraulische Hebe-, Lade- und Handlinglösungen an. Mit dem Stammprodukt, dem Lkw-Knickarmkran, ist das Unternehmen mit knapp 150 Modellen und einem Marktanteil von 30% Weltmarktführer.

Schwaches 4. Quartal

Palfinger konnte den positiven Geschäftsverlauf in den ersten 9 Monaten 2014 noch fortsetzen. Der Umsatz stieg um 11% auf den neuen Rekordwert von 795 Mio €. Anders als in den Vorjahren wurde das Umsatzwachstum schwerpunktmäßig in Europa generiert; die kontinuierliche Marktbearbeitung wurde von den Kunden honoriert.

Der aktuelle Auftragseingang lässt jedoch für das 4. Quartal eine Abschwächung des Umsatzwachstums vor allem in Europa – und hier besonders im Bereich Ladekrane – erwarten. Die Auswirkungen werden beim operativen Ergebnis (EBIT) stärker spürbar sein als bei der Umsatzentwicklung.

Schwächen in mehreren Regionen

Betrachtet man das 3. Quartal isoliert, ist bereits ein Rückgang bei Umsatz, EBIT und EBIT-Marge zu beobachten. Im September zeigte sich ein deutlicher Rückgang der Nachfrage in den europäischen Märkten.

Bereits im Juli und August schwächte sich der Auftragseingang insbesondere im Kranbereich ab und brach im September spürbar ein. Auch in Brasilien verzeichnete Palfinger Umsatzeinbußen.

Das EBIT des Vorjahres, das zum Ende des 3. Quartals 2013 aufgrund der Einmaleffekte aus der Mehrheitsübernahme von Nimet besonders gut war, konnte mit 55,6 Mio € nahezu wieder erreicht werden.

Die EBIT-Marge sank von 7,8 auf 7%. Der Nettogewinn lag mit 32,4 Mio € knapp unter dem Vorjahresniveau. Wachstumspotenziale sieht man bei Palfinger langfristig in Nordamerika, Russland, China, Brasilien und Indien sowie im Marinebereich.

Für 2014 erwartet das Management eine deutliche Umsatzsteigerung. Das EBIT wird voraussichtlich unter dem des Jahres 2013 zu liegen kommen.

Eine gute Dividende allein reicht nicht

Die Aussichten für die Aktie sind im Zuge des geringeren Umsatzes schlechter geworden. Insbesondere fällt auf, dass die Umsatzrückgänge in verschiedenen Regionen angefallen sind.

Auch auf der Dividendenseite hat Palfinger nur Durchschnitt zu bieten. 2,1 % Dividendenrendite sind zwar nicht schlecht, doch überwiegen bei Palfinger die Kursrisiken. Die Dividende dürfte vorerst kein Argument für Anleger sein. Die Aktie ist daher kein Kauf – vorerst.

11. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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