IT-Branche mit guter Stimmung

Starke IT-Service-Anbieter verteidigen nicht nur ihre Marktstellung, sondern bauen sie aus. Ich zeige Ihnen, welche Unternehmen das sind: (Foto: Nicoeinino / shutterstock.com)

Vernetzte Geräte, intelligente Services, individuelle Kunden-Wünsche, globaler Wettbewerb – nur einige Gründe für die digitale Transformation, die alle Firmen heute durchmachen.

Dazu kommen Überkapazitäten und Struktur-Probleme, welche die Unternehmen zu Anpassungen zwingen.

Daher könnte die Stimmung unter den deutschen IT-Dienstleistern kaum besser sein. In Deutschland legten die Umsatz-Zahlen v. a. aufgrund starker Nachfrage der Industrie-Kunden zu.

Die Produktpreise haben sich im 1. Halbjahr unterschiedlich entwickelt:

  • Rückläufig waren die Preise bei PCs, Thin Clients und insbesondere Servern.
  • Stabil oder leicht gestiegen sind sie dagegen in den Produkt-Gruppen Workstations, Notebooks, Tablets, Monitore und Drucker.

Starke IT-Service-Anbieter verteidigen nicht nur ihre Marktstellung, sondern bauen sie aus. Beste Beispiele dafür sind Bechtle und Nemetschek:

Bechtle baut seine Marktstellung aus

Im 1. Halbjahr konnte Bechtle bei Umsatz und Gewinn kräftig zulegen.

Das Wachstum ist insbesondere auf die inländischen IT-Systemhäuser zurückzuführen, die mit Dienstleistungen wie Managed Services und Cloud Services bei den Kunden punkten konnten.

Aber auch im Ausland setzten die Systemhäuser starke Impulse.

Bechtle stellt die Weichen dafür, um auch in Zukunft als IT-Partner für den Mittelstand erfolgreich zu sein. Damit verbunden sind zahlreiche Investitionen.

Wenn alle Projekte wie geplant realisiert werden, liegen die Investitionen um etwa 50% über dem Vorjahr.

Zu den finanziellen Auswirkungen lässt sich noch nichts sagen. Die Margen dürften jedoch nicht in Gefahr sein.

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Für Nemetschek gibt es noch viel zu tun

Nemetschek hat im 1. Halbjahr 2017 nicht nur Rekordwerte erzielt, sondern auch seine Marktposition verbessert.

Die größten Wachstums-Impulse kamen dabei aus dem Ausland und aus den wiederkehrenden Umsätzen.

Der Anbieter von Planungs- und Bausoftware profitiert zum einen von der guten Baukonjunktur, die vom niedrigen Zinsniveau befeuert wird.

Zudem gibt es im Zuge der Urbanisierung weltweit große Infrastruktur-Projekte.

Auch durch Zukäufe ist die Software-Firma in den letzten Jahren stark gewachsen. Akquisitionen sind Teil der Unternehmens-Strategie.

Ziel ist es, das hohe Margen-Niveau aus dem Jahr 2016 trotz strategischer Investitionen in künftiges Wachstum und noch unterdurchschnittlicher operativer Margen bei den stark expandierenden akquirierten Marken zu halten.

Neu in Beobachtung: S&T AG

Die S&T AG wurde 1990 unter der Firma S plus S Marketing, Engineering and Computer-Produktion GmbH gegründet und hat 1991 die Produktion von Notebooks und PCs aufgenommen.

Seit 2009 vereint der Konzern 2 namhafte Computer-Marken bzw. IT-Firmen unter einem Dach:

  • GERICOM als Mobile-Brand und Notebook- Pionier mit innovativen Produkten und langjähriger Erfahrung im Projektgeschäft,
  • chiliGREEN als Marke mit Preis/Leistungs-Vorteil bzw. Hardware-Anbieter mit breitem Produkt-Portfolio und flexibler Buildto- Order-Logistik.

2016 ist S&T bei der Kontron AG, einem Weltmarktführer im Bereich Embedded Computer, eingestiegen.

Der Konzern zählt nach dieser Transaktion in den Bereichen Appliances, Cloud Security, Software und Smart Energy zu den international führenden Anbietern von Industrie-4.0- bzw. Internet-of-Things-Technologie.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.