Gute Stimmung in der IT-Branche

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Die Nachfrage nach IT-Dienstleistungen durch Industriekunden steigt und beschert den Unternehmen steigenden Absatz. (Foto: tom - Adobe Stock)

Vernetzte Geräte, intelligente Services, individuelle Kundenwünsche, globaler Wettbewerb – das sind nur einige Gründe für die digitale Transformation, die alle Unternehmen heute durchmachen.

Dazu kommen Überkapazitäten und Strukturprobleme, die die Unternehmen zu Anpassungen zwingen. Daher könnte die Stimmung unter den deutschen IT-Dienstleistern kaum besser sein. In Deutschland legten die Umsatzzahlen vor allem aufgrund starker Nachfrage der Industriekunden zu. Die Produktpreise haben sich im 1. Halbjahr 2019 unterschiedlich entwickelt. Rückläufig waren die Preise bei PCs, Thin Clients und vor allem Servern. Stabil oder leicht gestiegen sind sie in den Produktgruppen Workstations, Notebooks, Tablets, Monitore und Drucker. Davon profitiert GRENKE.

Das Vermietvolumen stieg um 21,7%. Inklusive der Ergebnisse aus dem Service- und Neugeschäft stiegen die operativen Erträge insgesamt um 10,6%. Aufgrund des robusten Geschäftsmodells hob der Vorstand die Wachstumsprognose für das Neugeschäft auf 16 bis 19% an. Das bewährte Geschäftsmodell ist und bleibt hochprofitabel. Hinzu kommt seine Zukunftssicherheit: GRENKE wendet es auf eine ständig wachsende Zahl neuer Service- und Produktangebote an und vertieft die internationale Marktdurchdringung.

Nemetschek und RIB sind dick im Geschäft

Nemetschek hat im 1. Halbjahr 2019 seine operative Stärke und weltweite Ausnahmestellung in der AEC-Branche (Architecture, Engineering & Construction) erneut unter Beweis gestellt. Das organische Wachstum von 17,9% und starke Zahlen der akquirierten Marke Spacewell summierten sich zu einem Umsatzanstieg von 22,9%. Mit einem Plus von 35,3% blieb der wiederkehrende Umsatz aus Softwareserviceverträgen und Subscription ein wesentlicher Wachstumstreiber. Der starke Anstieg spiegelt den strategischen Wandel des Geschäftsmodells wider, neben Lizenzen auch Subscription anzubieten.

Auch RIB hat den Umsatz im 1. Halbjahr kräftig um 48,2% gesteigert. Angetrieben wurde das Geschäft, wie auch bei Nemetschek dadurch, dass RIB seine Lösungen jetzt auch als Cloud-Software anbietet. Die positiven Auswirkungen der Umstellung von Lizenz auf Subscription werden sich mit einer höheren operativen Marge bemerkbar machen.

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Starke IT-Serviceanbieter verteidigen nicht nur ihre Marktstellung, sondern bauen sie aus

Bestes Beispiel dafür ist Bechtle. Das Unternehmen hat das hohe Wachstumstempo vom Jahresstart trotz schwierigerer Rahmenbedingungen im 2. Quartal erhöht. Im 1. Halbjahr 2019 stieg der Umsatz um 30,2%. Das Wachstum ist insbesondere auf die inländischen IT-Systemhäuser zurückzuführen, die mit Dienstleistungen wie Managed Services und Cloud Services bei den Kunden punkten konnten. Aber auch im Ausland setzten die Systemhäuser starke Impulse.

Auch Wirecard blieb auf seinem starken Wachstumspfad. Das über die eigene Plattform abgewickelte Transaktionsvolumen erhöhte sich um 37,5%. Um erfolgreich zu bleiben, werden neue Branchen in den Blick genommen, beispielsweise Zahlungsabwicklungen für Streaming-Dienste. In den vergangenen Jahren hat Wirecard viele Unternehmen in Schwellenländern wie Südafrika und Indonesien gekauft. Jüngst erweiterte Wirecard über die SoftBank-Kooperation sein Netzwerk auf die international operierende Hotel-Plattform Oyo.

Überschattet wird die Situation derzeit durch eine erneute Attacke der Financial Times (FT) auf Wirecard. Das öffentliche Gefecht der beiden Kontrahenten hat bereits Tradition. Schon mehrfach hatte das Wirtschaftsblatt versucht, den deutschen Bezahldienstleister in Misskredit zu bringen.

Wirecard hat prompt geantwortet und sämtliche Anschuldigungen vehement zurückgewiesen.

Auch ich bin skeptisch. Die Vorwürfe erinnern stark an die Berichterstattung der gleichen Zeitung Anfang 2018. Auch hier wurde Wirecard Buch-Manipulationen vorgeworfen. Was nachher nicht haltbar war. Derzeit sehe ich keine Veranlassung den Zahlen von Wirecard nicht zu vertrauen.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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