Invest Messe Stuttgart, von 05. bis 06. April 2019

Gute Zähne, satte Rendite?

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Bei der Geldanlage dürften wir auch mal um die Ecke denken. Ob sich das bei der Aktie von Patterson Companies lohnt, lesen Sie in unserer Analyse. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Erinnern Sie sich noch an Ihren letzten Zahnarztbesuch? Tut mir leid, wenn ich unliebsame Erinnerungen wecke. Doch auch wenn niemand gerne an den Zahnarzt denkt, sind die Behandlungen doch heute um einiges schonender als noch vor ein paar Jahren. Grund sind sensible Geräte, die tägliche Aufgaben eines Zahnarztes effizienter und schonender erledigen. Eigentlich müsste sich mit solchen High-Tech-Geräten eine ordentliche Rendite einfahren lassen.

Doch ganz so einfach ist es nicht. Wir haben für Sie die Aktie von Patterson Companies genau unter die Lupe genommen. Patterson Companies ist neben Henry Schein der führende Anbieter von Dental-Produkten in den USA und Kanada. Das Unternehmen beliefert Zahnärzte, Laboratorien und Institutionen des Gesundheitssektors mit Materialien (wie Bohrer oder Füllmaterialien), technischen Geräten, Bürosoftware und Schreibwaren. Daneben ist der Konzern auch im Markt für Veterinär-Produkte tätig. Absatzkanäle sind der Direktvertrieb und Repräsentanten.

Schwache Zahlen bei Patterson Companies

Patterson gelang der Sprung zurück auf den Wachstumspfad auch im 1. Quartal nicht. Denn während sich der Umsatz mit 1,3 Mrd $ zwar leicht über Vorjahresniveau befand, kennen die Margen seit Jahren nur die Richtung nach unten. Operativ konnte sich Patterson mit einer Marge von 0,34% gerade noch über Wasser halten. Insgesamt beläuft sich der Verlust jedoch auf 4,5 Mio $. Nach einem Gewinn pro Aktie von 0,33 $ fuhr Patterson einen Verlust von 0,05 $ ein.

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Gründe dafür gibt es viele: Die Produktions-, wie auch die administrativen Kosten sind deutlich gestiegen. Gleichzeitig fielen die positiven Sondereffekte geringer aus, und das Finanzergebnis verschlechterte sich. Hauptgrund für den deutlichen Rückgang des Ergebnisses ist jedoch die Bildung einer Rückstellung in Höhe von 28,3 Mio $.

Patterson wurde zusammen mit zahlreichen anderen Branchengrößen – unter anderem Henry Schein – vom amerikanischen Kartellgericht der Preisabsprache beschuldigt. Ende August haben sich alle Parteien auf einen außergerichtlichen Vergleich in Höhe von 80 Mio $ geeinigt.

Aktienrückkaufprogramm hilft nicht viel

Dennoch wurde das Aktienrückkaufprogramm fortgesetzt und die Anzahl ausstehender Aktien um 1,6% auf 92,5 Mio verringert. Die Zwischendividende von 0,26 $ pro Aktie blieb unverändert zum Vorjahr. Für 2018 rechnet Patterson mit einem Gewinn in der Spanne von 0,84 bis 0,94 $ pro Aktie. Der bereinigte Gewinn pro Aktie soll zwischen 1,40 und 1,50 $ pro Aktie betragen. Die Aktie ist aus verschiedenen Gründen keine Empfehlung. Die Kosten steigen und das Ergebnis schwindet. Da hilft auch ein Aktienrückkaufprogramm nicht viel. Meiden Sie die Aktie!


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.