Invest Messe Stuttgart, von 05. bis 06. April 2019

Guter Januar, gutes DAX-Jahr?

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Derzeit können Sie in den Medien eine DAX-Hypothese hören oder lesen. Ich habe das für Sie gleich einmal überprüft. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Für das neue Jahr 2019 wünsche ich Ihnen und Ihren Lieben Gesundheit sowie Zufriedenheit, wunderbare Momente, freudige Überraschungen und regelmäßig Glückssträhnen.

Wir haben das alte Jahr mit einer Statistik-Analyse zum DAX beendet. Und heute werden wir in das neue Jahr ebenfalls mit einer solchen Untersuchung starten. Worum geht’s?

Unter den Börsianern kursiert folgende Ansicht: Wenn der Januar mit einem Plus beginnt, dann wird es ein gutes Jahr für Aktien.

Diese Hypothese habe ich einmal mittels meiner bis 1960 zurückreichenden Datenbank für den DAX überprüft. Mit einem erstaunlichen Ergebnis!

Hinweise zu meiner Datenbank

In meiner privaten Datenbank werte ich unter anderem die monatlichen DAX-Bewegungen (Hoch-, Tief- und Schlusskurs) seit Januar 1960 aus. Falls Sie sich nun wundern:

Die Daten vor der DAX-Einführung am 1. Juli 1988 sind natürlich zurückgerechnet: Der deutsche Leitindex setzte seinerzeit den Index der „Börsenzeitung“ fort, dessen Ermittlung bis ins Jahr 1959 zurückreicht.

Kern meiner DAX-Auswertungen ist die durchschnittliche Performance der einzelnen Kalendermonate eines Jahres. Aufgrund der Summierung weicht das so ermittelte Jahresergebnis daher minimal von der tatsächlichen Jahres-Performance (Jahresendstand zu Jahresendstand) ab.

2018 liefert einen ersten Gegenbeleg

Einen ersten Gegenbeleg liefert uns das just abgeschlossene Börsenjahr: Der Januar vor 12 Monaten endete mit einem Plus von +2,1%.

Wie wir inzwischen wissen, schaute letztlich ein herber DAX-Verlust von -18,3% heraus. Doch schauen wir auf das gesamte Bild.

Erfreuliche Erfolgs-Wahrscheinlichkeit für den Januar

Seit 1960 gab es in 38 Jahrgängen einen positiven DAX-Verlauf im Januar. Im Umkehrschluss erlebten wir bis dato 21x einen negativen Start im ersten Kalendermonat.

Die Wahrscheinlichkeit, dass der DAX einen freundlichen Auftakt in einem neuem Börsenjahr abliefert, ist mithin schon einmal erfreulich: Sie liegt bei 64,4%.

Damit belegt der Januar gemeinsam mit dem April Rang 1 unter allen 12 Kalendermonaten. Die dritthöchste Erfolgswahrscheinlichkeit besitzt der November mit 62,7%.

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Im Durchschnitt erbrachten die 38 positiven „Januare“ DAX-Gewinne von +4,53%. Dem steht eine mittlere Gesamt-Performance – also über alle 59 Jahrgänge hinweg – von +1,35% gegenüber.

38x startete der deutsche Leitindex seit 1960 also mit einem Zuwachs in das neue Jahr. Doch nur 27x schaute auch nach 12 Monaten noch ein Plus heraus:

Die Eintrittswahrscheinlichkeit für die eingangs genannte Hypothese liegt somit bei immerhin 71%! Das ist ein erstaunlich hoher Wert!

In diesen 27 Jahrgängen summieren sich die erzielten DAX-Zuwächse (in den 12 Monaten) auf insgesamt +530,45%. Das entspricht einem durchschnittlichen Jahresgewinn von immerhin +19,65%!

Zum Vergleich: In den 21 Jahren, in denen die Hypothese „Guter Januar, gutes DAX-Jahr“ nicht stimmte, belaufen sich die kumulierten Verluste auf -158,91%. Im Mittel lag das Minus somit bei -4,86%.

Fazit

Auch wenn es im vergangenen Börsenjahr nicht gepasst hat: In der Hypothese „Guter Januar, gutes DAX-Jahr“ steckt tatsächlich ein Körnchen Wahrheit.

In 27 von 38 Fällen seit 1960 endete das Jahr nach einem positiven Januar auch mit einem Plus im deutschen Leitindex. Die dabei im Schnitt erzielten Gewinne belaufen sich auf erkleckliche +19,65%.

Daraus lässt sich indes eines nicht ableiten: Je größer das Januar-Plus, umso besser das Gesamtjahr. Dazu 2 Beispiele:

Im Jahr 1971 gab es einen fulminanten +15,32%-Auftakt (größtes Plus in einem Januar). Am Ende schaute jedoch lediglich ein DAX-Jahresgewinn von +8,63% heraus.

Umgekehrt lieferte das Jahr 1985 mit +53,54% Plus das bislang beste Ergebnis für den DAX. Der Start verlief seinerzeit zwar ebenfalls positiv, jedoch war der Zuwachs mit +2,1% vergleichsweise bescheiden.

Sie dürfen also mit Spannung auf den Verlauf des Januar im neuen Börsenjahr 2019 schauen!


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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.