Haben Sie darüber schon einmal nachgedacht?

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Was liegt näher, als der Plan, mit Aktien-Investment schnell reich zu werden? Doch so ein-fach ist das nicht. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Haben Sie beim Investieren schon einmal alles auf eine Karte gesetzt?

Also für mich war das in meinen Anfangsjahren als Anleger eine völlig normale Art des Handelns:

Ich las beispielsweise in einer Börsenzeitschrift über eine Aktiengesellschaft, die mit ihrem Produkt oder ihrer Dienstleistung zum neuen Superstar werden sollte. Deren Aktie würde dann natürlich zu einem großen Stern am Börsenfirmament aufsteigen.

Und natürlich wollte ich davon profitieren und möglichst schnell reich werden.

Mit dieser Vorstellung im Kopf erscheint es geradezu selbstverständlich, eine besonders große Portion seines Kapitaleinsatzes auf diese Aktie zu setzen. Oder auch gleich alles.

Doch diese Art des Investierens ist tatsächlich kontraproduktiv für das, was Sie eigentlich erreichen möchten:

Nämlich dauerhaften Investment-Erfolg!

So fängt es meistens an

Die meisten Anleger kommen auf diese Weise zum Investieren: Sie kaufen eine Aktie, die Ihnen auf irgendeine Art empfohlen wurde. Häufig ist es ein „heißer Tipp“ eines Börsen-erfahreneren Freundes, Bekannten oder Kollegen.

Und wenn dieses erste Investment erfolgreich war, dann stellt man sich unweigerlich die Frage: „Warum mache ich eigentlich nicht immer so?“ Klar:

Sie haben urplötzlich eine Möglichkeit gefunden, schnell und mit wenig Aufwand genauso viel Geld zu verdienen, wie mit harter Arbeit in Ihrem Job oder Beruf über mehrere Tage oder gar Wochen!

Und da man nun weiß, wie es geht, wirft einen auch ein Misserfolg im zweiten, dritten oder vierten Versuch nicht mehr um. Im Gegenteil: Die im wahrsten Wortsinn „Neu-Gier“ lässt Sie unablässig nach weiteren, profitablen Investment-Chancen suchen.

Bei mir war es auf jeden Fall so!

So geht es meistens weiter

Die scheinbar logische Schlussfolgerung aus dem ersten Investment-Erfolg ist: „Wenn ich noch mehr Geld einsetze, dann kann ich auch einen höheren Profit herausschlagen.“

Und dann ist es gar nicht mehr so weit bis zum ersten „Alles-auf-eine-Karte-Investment“ aufgrund eines besonders profitabel klingenden „Geheimtipps“ in einer Börsenzeitschrift.

Der Geheimtipp, der tatsächlich keiner ist

Die wenigsten Börsenneulinge denken indes über Folgendes nach: Der Geheimtipp ist in dem Moment schon kein Geheimtipp mehr, wenn er veröffentlicht wird:

Das Bollinger Band: eine verständliche ErklärungDas Bollinger Band ist ein Instrument der Chartanalyse. Es soll dabei helfen, den zukünftigen Kurs eines Wertpapieres abschätzen zu können. › mehr lesen

Die beiden größten Börsenzeitschriften in Deutschland haben beispielsweise wöchentliche Auflagen von 40.000 bzw. 50.000 Exemplaren. Sie teilen Ihren vermeintlichen „Geheimtipp“ also mit sehr vielen anderen Menschen.

Um das noch zu verdeutlichen: Wir reden hier über 2 deutsche Börsenzeitschriften. Sie können sich gewiss selbst ausmalen, wie hoch die Auflagen der Pendants beispielsweise in den USA sind.

Sie sind nicht wirklich einer der ersten Investoren

Der zweite bedenkenswerte Punkt ist: Wenn Sie von dem Geheimtipp lesen, hat der Kurs dieser Aktie in 98% der Fälle bereits eine längere Aufschwung-Phase hinter sich.

Das wiederum ist nur möglich, wenn bereits über einen längeren Zeitraum die Nachfrage deutlich über dem Angebot lag. Und die Konsequenz daraus lautet:

Es sind – in aller Regel – bereits extrem viele Anleger in dieser Aktie investiert.

Großinvestoren wollen nur eines: Ihr Geld!

Der dritte Punkt ist: Aktien bewegen sich in Trends. Das kennen Sie als geneigter Chartanalyse-Trends-Leser bereits.

Und diese Trends werden von Großinvestoren gemacht. Trends werden aber auch von Großinvestoren wieder beendet.

Das „Big Money“ hat mithin ein außerordentlich großes Interesse daran, seine regelmäßig riesigen Positionen gewinnbringend an andere Anleger zu verkaufen. Und das geht am besten, indem diese Aktien publikumswirksam als künftige Mega-Kursgewinner dargestellt werden!

Und das wiederum bedeutet: Diejenigen, die dann zu den Top-Kursen eingestiegen sind, finden zumeist keinen Anleger mehr, der ihnen die Aktie zu noch höheren Notierungen wieder abkauft.

Die Folge ist: „Geheimtipps-befolgende-Investoren“ sind regelmäßig die letzten in der Kette. Und die letzten beißen bekanntlich die Hunde“.

Das sind die Hintergründe, warum Aktien, die einem großen Börsenpublikum als Geheimtipps „verkauft“ werden, mit schöner Regelmäßigkeit floppen.

Und genau darum ist es so außerordentlich gefährlich, wenn Sie dann auch noch alles auf eine Karte setzen.

Fazit

Geheimtipps in Börsenzeitschriften sind in Wahrheit alles andere – nur kein Geheimtipp!

Das entdecken Sie sehr schnell, wenn Sie einmal die dahinter steckenden Gründe und Mechaniken kennengelernt haben: Es sind die Großinvestoren, die Ihr wertvollstes Gut beim Investieren begehren: Ihr Kapital.

Und darum ist es so enorm wichtig, dieses Gut vor Schaden zu schützen wie Ihr eigenes Kind. Tipps, wie Sie das am besten hinbekommen, erfahren Sie von mir in der kommenden Woche hier in Chartanalyse-Trends!


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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.