Haben Sie unseren Plan für Gold und Rohöl ausgenutzt?

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WTI und Gold machen was sie sollen. Die Chartanalyse hat zwei Tradingideen produziert die einerseits positiv abgeschlossen und andererseits aktuell in der Gewinnzone sind. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Öl und Gold sind in den letzten Wochen entgegengesetzt verlaufen. Das ist meist ein Anzeichen für eine kommende Rezession. Rohöl wird billiger, weil die Nachfrage nachlässt. Das liegt wiederum an einer schwachen Weltwirtschaft. Im selben Atemzug wird in Gold als Absicherung investiert. Denn wenn eine Rezession kommt, hat Gold der Idee nach den besten Kaufkrafterhalt zu bieten.

Das muss natürlich nicht immer so sein oder bleiben. Gerade heutzutage, wo das Spiel der Notenbanken alles entscheidet und Wirtschaftsdaten nebensächlich werden. Das führt auch dazu, dass gestern die US-Märkte angezogen haben, weil der Arbeitsmarktbericht schlecht ausfiel. Die vermeintliche Logik dahinter: Schlechte Wirtschaftszahlen bringen die FED unter Druck und die Chance steigt, dass sie die Zinsen senken muss. Das soll wiederum gut für den Aktienmarkt sein, also steigen die Kurse.

Gar nicht so nebenbei: Diese Theorie ging jetzt eine Weile lang gut. Doch wenn die Wirtschaft abstürzt, helfen auch keine sinkenden Zinsen. Vielmehr rutschen wir dann einfach in eine Rezession und da kann die FED letztlich auch nichts daran ändern – außer vielleicht die Definition einer Rezession ändern. Augenwischerei, nicht mehr.

Kurz noch ein Wort zum DAX. Der ist heute nach dem Feiertag sehr stabil und bis über 12.200 gelaufen. Hier liegt jedoch die Abwärtstrendlinie vom Allzeithoch. Deshalb ging es heute auch seit dem Hoch bei 12.227 wieder nach unten. Derzeit notieren 1 Prozent im Plus aber unter 12.200 Punkten!

Rohöl am Ziel angekommen und darüber hinausgeschossen

Als wir im April die damalige Zielzone um 65 US-Dollar bei WTI erreicht hatten, zeigte ich Ihnen mögliche neue Ziele. Das war damals der Bereich um 52 US-Dollar. Einfach auf Basis des Fibonacci-Retracements, das uns auch die 65 US-Dollar als Ziel gab. Jetzt sieht der Chart so aus und der Trade ist vollendet.

Wir haben die Zielzone erfolgreich erreicht. Wie es jetzt weitergeht, steht aktuell noch in den Sternen. Im Bereich von 52 US-Dollar gab es deutlich Gegenwehr. Für Sie als Trader bedeutet das: Wir müssen erst neue Tiefs erreichen – am besten natürlich auf Tagesschlusskursbasis – um wieder short gehen zu können. Andererseits ist jetzt auch eine erneute Gegenbewegung möglich. Schließlich sind die Kurse seit April deutlich gefallen.

Der übergeordnete Impuls schreit aktuell eher nach einer Fortsetzung und weiter fallenden Kursen. Dazu muss aber eben vorher ein neues Tief erreicht werden. Momentan ist das Trading mit WTI also erst einmal auf Eis gelegt. Eventuell bildet der Chart eine weitere Flagge aus, die wir vielleicht für einen erneuten Short-Einstieg nutzen können. Das ist aber derzeit Zukunftsmusik.

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Gold startet durch – das ist erst der AnfangSpeziell auf Eurobasis hat der Goldpreis zuletzt deutlich zugelegt. Sehen Sie Gold aber als langfristiges Investitionsobjekt. › mehr lesen

Gold hat den Rückwärtsgang eingelegt

Den Wochenchart hatte ich Ihnen vor Pfingsten gezeigt. Gold war extrem angestiegen und viele Analysten haben schon von neuen Mehrjahreshochs gesprochen. Doch dazu kam es vorerst nicht – genau wie meine Prognose aussah.

Denn letztlich hat Gold mit einer massiven Trendlinie zu kämpfen. Diese sehen Sie auch im Chart. Daran sind wir nach unten abgeprallt. Seitdem hat der Goldpreis bereits über 20 US-Dollar verloren!

Es wäre nicht unmöglich, wenn wir die nächsten Wochen einen fallenden Goldkurs sehen. Ob er tatsächlich auf die untere Trendlinie trifft, ist schwer zu sagen. Diese zeigt aber deutlich: Kurse unter der 1.200 US-Dollar-Marke wären nicht utopisch!

Wenn Sie also derzeit noch long in Gold investiert sind, überlegen Sie sich genau, wo Sie Ihren Stoppkurs platzieren. Es kann über den Sommer hinaus zu wesentlichen Verlusten kommen.

Dazu muss in der Regel natürlich das Umfeld passen. Also Risk-On an den Märkten und mehr Sicherheit. Eine FED, die demnächst Zinssenkungen ankündigt, wäre ein derartiges Szenario.

Für die Optimisten: Sollte Gold entsprechend über den Bereich von 1.350 US-Dollar – besser noch 1.367 US-Dollar – steigen, haben die Bullen Recht. Dann erleben wir sehr wahrscheinlich neue Mehrjahreshochs. Über 1.400 US-Dollar sollte es dann schon gehen, damit wir eine richtige Party im Gold erleben. Für den Hinterkopf: Das Allzeithoch liegt knapp über 1.900 US-Dollar. Wir haben also immens Luft nach oben, wenn der erste Gold-Domino anfängt zu kippen.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.