Haben wir das Hoch schon wieder erreicht?

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Der Boom in dieser Handelswoche stößt auf Widerstände. In allen großen Indizes geht es nicht weiter nach oben. Der Markt schiebt seitwärts. Wie geht es weiter? (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Ähnlich wie beim DAX ist es heute auch beim S&P 500 und im Dow Jones ein Schiebemarkt. Es geht also in kleiner Range seitwärts und viele Markteilnehmer wundern sich, warum es keine weiteren Impulse gibt.

Dabei ist das gar nicht so unüblich nach einem starken Anstieg. Der DAX konnte gestern über 5 Prozent zulegen! Da sei ihm eine kleine Verschnaufpause gegönnt. Am besten das schöne Wette genießen an solchen Tagen wie heute! Denn der Markt kommt nicht vom Fleck und bastelt sich nur kleine Hochs und Tiefs, die wenig Spaß machen.

S&P 500 Chartanalyse

Der S&P 500 hat heute exakt auf dem 62er Retracement aufgesetzt. Das können wir als ein bullisches Signal vermerken. Dass der Markt total heißgelaufen ist und sich die meisten Teilnehmer fragen, warum wir schon wieder da oben stehen, ist natürlich das Gegenargument.

Solange aber die Privatanleger short investiert sind, wird der Markt steigen. Es ist zu einfach für die Institutionellen jetzt Geld zu machen, indem sie die Kurse noch ein wenig nach oben ziehen und die Stops abfischen.

Wenn wir uns das Euwax Sentiment schauen, sind die Anleger extrem bärisch unterwegs. Einen ähnlichen Wert hatten wir am 6. April. Damals stieg der DAX von 10.000 auf fast 10.800 Punkte bis die Privatanleger in etwa einen Gleichstand zwischen Bären und Bullen erreichen konnten.

Zurück zum S&P 500. Wir könnten hier ein Mehrfachtop sehen. Die Kurse haben zwar gestern intraday ein neues Hoch gebildet – geschlossen wurde aber auf dem bisherigen Hoch von Ende April. Ja, wir liegen noch über dem 62er Retracement, aber die Luft wird immer dünner.

Vielleicht gibt es schon noch einen kräftigen Ausschlag nach oben, um noch mehr Privatanleger davon zu überzeugen endlich long einzusteigen. Aber von mir aus sind wir schon hoch genug gelaufen. Jetzt kann der Aufzug auch wieder ein paar Stockwerke nach unten fahren.

Die Marke von 2.800 wäre doch ganz chic. Dort hat der Index bereits mehrmals aufgesetzt. Dann wäre auch übergeordnet nichts passiert. Wir blieben in der breiten Seitwärtsphase. Erst wenn wir unter 2.800 wegkippen, kann es schnell wieder Richtung Süden gehen.

Ob die FED das zulässt, dass wir die 2.200 Punkte noch einmal sehen? Vermutlich würde Sie dann ihr Pulver endgültig verschossen haben. Dann könnten wir sogar noch tiefer fallen, wenn selbst die Notenbanken den Markt so sehr fluten, dass sie ihn ertränken.

Fazit

Es ist durchaus legitim jetzt schon kleinere Short-Positionen aufzubauen. Der S&P 500 ist auch schon höher gelaufen als der DAX im Vergleich. Hier fehlt eigentlich noch ein Kurs über 11.300 Punkte, um viele Shorts aus dem Markt zu kegeln. Außerbörslich hatten wir das bereits Ende April erreicht. Xetra weiß davon offiziell noch nichts laut Chart.

Spannend wird es erst, wenn der S&P 500 über 3.000 Punkte steigt. Das kann er noch schaffen. Dann noch schnell eine FOMO-Rallye bis kurz vor das 79er Retracement und dann wieder steil nach unten. Dass wir gerade jetzt im Sommer mit Covid-19 die 3.100 Punkte übersteigen, kann ich mir noch nicht vorstellen. Deshalb habe ich schon kleine Short-Positionen im S&P 500 aufgebaut, die ich bei jedem weiteren Sprung nach oben etwas ausbauen werde. Das mache ich dann aber auch, wenn wir unter dem 62er Retracement schließen, weil dann ist das ein erstes Zeichen, dass jemand den Fahrstuhlknopf gedrückt hat und es runtergehen kann.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.