Halbjahresbilanz 2018: Viele Rohstoffe im Abwärtstrend

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Bei den Edelmetallen und den Minenaktien ging es 2018 bislang nach unten – aber es gibt auch starke Rohstoffe. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Das 1. Halbjahr neigt sich dem Ende. Da lohnt sich schon damals schauen, wie denn die Rohstoffe und auch die Aktien dazu abgeschnitten haben. Eins kann ich direkt sagen: Die Bilanz fällt bis auf wenige Ausnahmen ernüchternd aus. Dabei waren die Schwankungen im 1. Halbjahr 2018 im Vergleich zu früheren Zeiträumen deutlich geringer. Das ist auf jeden Fall positiv.

Der grundsätzliche Trend zeigt jedoch bei den allermeisten Rohstoffen eine klare Abwärtsbewegung. Verstärkt durch die deutlichen Verluste in den vergangenen Tagen ging es beispielsweise beim Goldpreis in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um 5 % nach unten. Wie so oft fiel der Preisrückgang beim Silber mit rund 8 % etwas deutlicher aus.

Diese Daten beziehen sich aber auf die Preise in US-Dollar. Für uns Anleger in Deutschland, die in Euro anlegen, sieht es etwas besser aus. Hier hat der Goldpreis nur minimal um 0,8 % verloren und beim Silber ging es um 3,4 % nach unten. An dieser Stelle erkennen Sie einmal mehr, wie wichtig die Währungsentwicklungen für den Rohstoffmarkt sind.

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Goldminen deutlich schwächer als der Goldpreis – bis auf wenige Ausnahmen

Doch wie haben sich nun die Rohstoffaktien geschlagen? Auch hier hat sich im ersten Halbjahr 2018 ein altbekanntes Phänomen gezeigt. Sehr häufig ist es so, dass die Rohstoffaktien die Preisbewegung der Edelmetalle stärker nachvollziehen. Das zeigt sich beispielsweise am Amex Gold Bugs Index. In diesem Index sind 15 große Goldproduzenten zusammengefasst. Der regionale Schwerpunkt liegt auf Nordamerika. Es sind aber auch Werte aus Südafrika in dem Index mit enthalten. Dieser Index hat im 1. Halbjahr rund 14 % an Wert verloren.

Bei den Einzelwerten ist eine ähnliche Entwicklung in vielen Fällen festzustellen. Barrick Gold, die weltweite Nummer 1 unter den Goldproduzenten gemessen am Produktionsvolumen, hat so in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 16 % an Wert verloren. Aber es gibt doch positive Ausnahmen im Goldbereich. Der kanadische Produzent Goldcorp hat tatsächlich ein deutliches Kursplus von knapp 10 % geschafft seit Jahresanfang. Sie sehen also hier ganz deutlich: es lohnt sich schon genauer hinzuschauen auf welche Aktien man wirklich setzt.

Aber ich möchte diese Ausgabe nicht beenden ohne auf die Gewinner dieses Jahres geschaut zu haben. Dazu gehört auf jeden Fall der Ölpreis, der um 21 % zugelegt hat. Auch beim Nickelpreis ging es um rund 20 % nach oben. Vielleicht sind es genau diese Bereiche, die auch im 2. Halbjahr gute Perspektiven aufweisen. Sie können sicher sein, dass sich auch in diesen Sektoren weiter die Augen aufhalten werde.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.