Halbleiter- und Chiphersteller: Erst der Boom – und jetzt?

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2018 war ein gutes Jahr für die Halbleiter- und Chipbranche, fast alle Unternehmen konnten neue Rekordmarken erreichen. Jetzt konsolidiert der Markt. (Foto: Alexander Tosltykh / shutterstock.com)

Für die Halbleiter- und Chipbranche war 2018 eines der stärksten Geschäftsjahre.

Praktisch alle Unternehmen konnten neue Rekordmarken erreichen. Besonders gute Ergebnisse haben AT&S, Intel und Siltronic erzielt. AT&S konnte bei steigendem Umsatz seinen Gewinn um 50% auf 81 Mio. € verbessern. Die Erfolge gibt der Konzern direkt an seine Aktionäre weiter. Die Dividende soll kräftig erhöht werden. Der Vorstand wird der Hauptversammlung eine Ausschüttung von 0,60 € pro Aktie vorschlagen. Das ist ein Plus von zwei Drittel.

Noch besser lief es bei Intel. Der Chip-Dinosaurier hat seinen Umsatz um 12,9% auf rund 70,9 Mrd. $ ausbauen können. Unterm Strich hat sich der Gewinn mehr als verdoppelt und lag bei rund 21 Mrd. $. Die besten Zahlen lieferte aber die ehemalige Wacker- Chemie-Tochter Siltronic. Alle relevanten Kennzahlen konnten sich deutlich verbessern.

Der Umsatz stieg um fast ein Viertel auf rund 1,5 Mrd. €. Dabei hat sich der Gewinn mehr als verdoppelt und lag bei 373 Mio. €. Siltronic hat alle Erwartungen übertroffen und seine im Oktober angepasste Prognose leicht geschlagen. Die EBITDA-Marge lag mit 40,5% auf einem hohen Niveau. Die Dividende für 2018 wurde ebenfalls kräftig erhöht und auf 5 € pro Aktie verdoppelt.

Hohe Lagerbestände und eine schwächere Nachfrage

Doch nicht allen Unternehmen ging es so gut. Es herrschen weltweit sehr hohe Lagerbestände. Diese Überkapazitäten werden durch geringere Verkaufspreise abgebaut. Das belastet die operativen Margen und macht das Geschäft unprofitabler. Zudem schlägt sich die Schwäche im Smartphone-Markt bis auf die Chiphersteller durch. Es werden weniger Endgeräte nachgefragt. Apple, Samsung & Co. mussten bereits reagieren und ihre Produktion drosseln.

Bei AT&S kam es deshalb schon 2018 zu Umsatzeinbußen. Auch Samsung hat vergleichsweise schwache Zahlen vorgelegt, wenngleich der profitable Wachstumskurs bestätigt werden konnte. Der Umsatz stieg um 1,8% auf rund 243,8 Bio KRW. Unterm Strich verbesserte sich der Gewinn um 6,2% auf rund 43,9 Bio KRW.

Die Branche konsolidiert sich

Das Wettbewerbsumfeld hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verschärft. Kleinere Unternehmen konnten diesem Druck nicht mehr standhalten und wurden aufgekauft. Die Konsolidierungswelle sorgt bei größeren Wettbewerbern kurzfristig für Sonderbelastungen, langfristig kann sich das neu gewonnene Know-how aber auszahlen.

Hervorzuheben ist hier Microchip Technology, die zuletzt besonders übernahmefreudig waren: 2017 wurde Micrel und 2018 Microsemi – jeweils für Milliardensummen – aufgekauft. Jetzt geht es um die Eingliederung der Unternehmen und die Freisetzung der Synergieeffekte. Erste Erfolge können schon festgestellt werden. Der Umsatz stieg um mehr als ein Drittel auf rund 5,4 Mrd. $. Unterm Strich legte der Gewinn um fast 40% auf 356 Mio. $ zu. Doch ob sich diese dynamische Entwicklung so fortschreiben lässt, wird die Zeit zeigen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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