Halloren: Schokoladen-Spezialist verabschiedet sich von der Börse

Nachdem die Aktie des mittelständischen deutschen Schokoladen-Spezialisten Halloren einige Monate oberhalb der 7-€-Marke hin und her gependelt war, folgte vor wenigen Tagen ein Absturz um bis zu 40%.

Von diesem Absturz hat sich die Aktie zwar inzwischen zu einem Teil wieder erholt. Dennoch stellt sich die Frage, was der Grund für den zwischenzeitlichen 40%-Absturz war.

Die Antwort: Der Konzern hat ein sogenanntes Delisting – also den Rückzug von der Börse – angekündigt. Das Delisting soll per 2. Dezember des laufenden Jahres stattfinden.

Infolge dieser Meldung verabschiedeten sich Anleger scharenweise aus der Halloren-Aktie.

Nach dem Delisting soll Halloren zwar noch außerbörslich gehandelt werden, doch die Handels-Liquidität dürfte dann viel geringer sein, was Anlegern den Ein- und Ausstieg aus der Halloren-Aktie erheblich erschwert.

Gleich komme ich zu der Frage, warum sich die Firma von der Börse zurückzieht und was das für Sie als Anleger bedeutet.

Doch zunächst möchte ich Ihnen das Unternhemen kurz vorstellen, da ich nicht davon ausgehe, dass jeder von Ihnen Halloren kennt.

Halloren im Kurzportrait

Die Halloren Schokoladenfabrik AG, u. a. bekannt durch die Halloren Mozartkugeln, ist die älteste bis heute produzierende Schokoladenfabrik Deutschlands.

Das von Friedrich August Miethe als Kakao- und Schokoladenfabrik in Halle an der Saale gegründete Unternehmen wurde 1804 zum ersten Mal erwähnt.

1851 übernahm Friedrich David die Geschäfte. Der Betrieb hieß nun Friedrich David & Söhne, florierte und wurde mit Pralinen der Marke Mignon bekannt.

Bereits im Jahr 1905 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft, der David & Söhne AG.

2007 wurde der Konzern in die Halloren Schokoladenfabrik AG umgewandelt und ging schließlich am 11. Mai 2007 an die Frankfurter Wertpapierbörse (Segment: Entry Standard).

Der Ausgabepreis der Aktien lag bei 7 €. Halloren konnte Aktien im Wert von insgesamt 15,6 Mio. € platzieren.

Halloren-Großaktionär und Aufsichtsrats-Vorsitzender des Unternehmens ist Paul Morzynski.

Dieser machte im August 2013 dadurch auf sich aufmerksam, dass er das Grand Hotel in Heiligendamm erwarb.

Hintergründe zum Delisting von Halloren

Kommen wir jetzt zu der Frage, warum sich der Konzern von der Börse zurückzieht:

Zunächst einmal lief es bei dem Schokoladen- und Pralinen-Hersteller aus Halle an der Saale operativ zuletzt nicht rund.

Im Jahr 2015 kam es wegen Restrukturierungs-Kosten bei der Halloren-Tochter Bouchard zu einem Verlust von 1,6 Mio. €.

Auch im 1. Halbjahr 2016 drückten verschiedene Belastungs-Faktoren das Ergebnis von Halloren:

Trotz einer Umsatz-Steigerung von 3,2% weitete sich der Verlust verglichen mit dem Vorjahr von -4,5 auf -5,1 Mio. € aus.

Denkbar ist, dass das Unternehmen von der Börse genommen wird, um es abseits derselben wieder in Schuss zu bringen und es dann an einen Finanz-Investor zu verkaufen.

Sollte die Theorie stimmen und der Konzern tatsächlich abseits der Börse wieder operativ auf Vordermann gebracht sowie im Anschluss zu einem guten Preis verkauft werden, könnte sich trotz des Delistings für Aktien-Profis ein Einstieg bei Halloren anbieten.

Nicht-Profis sollten die Aktie am besten noch vor dem 2. Dezember (also vor dem Rückzug von der Börse) verkaufen.

10. November 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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