Handelsstreit: Ich hatte es Ihnen angekündigt!

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Am Freitag eskalierte der Handelsstreit der USA mit China erneut. Was Sie jetzt daraus ab-leiten können. (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

In welchen Aktienmarkt können Sie derzeit investieren?

Angesichts der diversen Probleme, die derzeit die Börsenmedien beherrschen, ist das eine durchaus berechtigte Frage:

Ich werde Ihnen heute mitteilen und erklären, wie ich diese Frage für mich beantworte und was ich Ihnen diesbezüglich empfehle. Und ich möchte fast dafür wetten, dass Sie mir zustimmen werden:

Der von mir gezeigte Weg funktioniert nämlich nicht nur in der gegenwärtigen Börsenphase!

Deutsche Aktien kaufen?

In Deutschland haben wir seit Juni des vergangenen Jahres ein „Politik-Problem“ oder sollte ich sagen: „Politik-Dilemma“?

Es begann im Vorfeld der im September stattgefundenen Bundestagswahl. Traditionell halten sich internationale Investoren mit dem Kauf deutscher Dividendenpapiere zurück, bis sich ein belastbares Wahlergebnis abzeichnet.

Die Wahl brachte immerhin die Chance auf eine „Jamaika-Koalition“, also ein Zusammengehen von CDU, FDP und Grünen. Das Vorhaben scheiterte indes schon früh – danach brauchte es fast ein halbes Jahr, bis wir wieder von einer alten neuen Großen Koalition regiert wurden.

Politische Entscheidungen werden indes kaum getroffen – stattdessen zoffen sich die Führungschefs der Christlichen Parteien lieber. Also ein angenehmes Kaufklima für Aktien ist das nicht gerade.

Und was ist mit Europa?

Europa macht sich zum einen seine eigenen Probleme, beispielsweise mit der neuen Italien-Regierung: Die sorgte vor einigen Wochen für aufflammende Sorgen über eine neue Schuldendiskussion in Euro-Land.

Und nur weil davon derzeit nicht viel zu lesen ist, bedeutet das, meiner Ansicht nach, noch lange nicht, dass dieses Thema „vom Tisch ist“.

Ja. Und dann ist da natürlich noch das leidige Thema Handelsstreit…

US-Aktien dann wohl auch nicht, oder?

Das geht zwar in erster Linie vom US-Präsidenten Donald Trump aus. Doch der hat im Handelsstreit, so scheint es, die halbe Welt im Visier.

Ich persönlich glaube ja, dass Trump in erster Linie der Handel mit China ein Dorn im Auge ist – das war ja auch schon Thema im Wahlkampf. Und daher vermute ich, dass er die Europäer nur als eine Art „Vehikel“ benutzt, um seine Vorstellungen für das „Reich der Mitte“ durchzusetzen.

Wie auch immer: Am Freitag eskalierte der Handelsstreit erneut, nachdem Trump weitere Strafzölle für etwa 800 chinesische Produkte anordnete. China reagierte seinerseits mit anderen Strafzöllen auf US-Produkte.

Wall Street – Negative Vorzeichen…

Wall Street – Negative Vorzeichen…Die Spannungen rund um den Handelskrieg bleiben gegeben, auch wenn sich der US-Aktienmarkt in den letzten beiden Tagen gut erholt hat. Ich betonte gestern, dass ich aktuelle Aufwärtsbewegung des amerikanischen… › mehr lesen

Also chinesische und US-Aktien sind es dann wohl auch nicht, oder?

Hören Sie auf, sich Sorgen zu machen!

Tja. Die hier aufgeführten Themen sind ja nun nur das, was aktuell so die Marktteilnehmer bewegt. Morgen und übermorgen sind es dann mit hoher Wahrscheinlichkeit noch andere Dinge, über deren Auswirkungen auf die Börsen wir nachgrübeln können.

Im Webinar meines Börsendienstes „Die Wachstumsaktien-Strategie“ am vergangenen Donnerstag gab ich den Zuhörern daher einen ernstgemeinten Rat:

„Hören Sie auf, sich Sorgen zu machen! Die Aktienmärkte weisen Ihnen den Weg!“

Und nur 1 Tag später, mitten im eskalierenden Handelsstreit USA / China passiert das, was Sie im nachfolgenden Chart des S&P 500 sehen:

S&P 500: Kaufsignal TROTZ US-Handelsstreit mit dem „Rest der Welt“

Der amerikanische Leitindex brach am Freitag aus seinem seit Mitte Juni bestehenden, kurzfristigen Abwärtstrend (grüner Kreis). Ein klassisches Kaufsignal!

Wie Sie im Dynamik-Indikator unten sehen können, schwang das 50-Tage-Momentum wieder in den alten Aufwärtstrend zurück (gelber Kreis). Tatsächlich begleitet das Momentum den Aufwärtstrend im S&P 500 schon seit Mitte April.

Es bestand daher eigentlich nie wirklich Grund zur Sorge.

Fazit

Dieses Beispiel zeigt Ihnen wieder einmal, wie sinnlos es ist, sich mit den täglichen Marktkommentaren auseinanderzusetzen. Oder wie erklären Sie sich das Kaufsignal im S&P 500?

Denn die meisten Marktkommentatoren waren sich in den letzten Wochen darin einig, dass eine Eskalation im Handelsstreit negative oder gar extrem negative Auswirkungen auf den Aktienmarkt haben würde.

Nun: Der S&P 500 und mit ihm viele andere US-Indizes widerlegen diese Einschätzung. Hier in Chartanalyse-Trends habe ich zuletzt in mehreren Beiträgen davon abgeraten, dem Handelsstreit allzu große Bedeutung beizumessen.

Und wie es scheint, behalte ich wieder einmal recht.


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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.