Handelsstreit: Kommt es zur Einigung zwischen Washington und Peking?

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Im Handelsstreit verhandeln die USA mit China – und verhärten parallel ihre Position gegenüber der EU. Kommt die Verzehnfachung der Zölle? (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

Die Zeit drängt: Am 1. März und somit in weniger als zwei Wochen läuft die vereinbarte Frist von 90 Tagen ab, innerhalb derer China und die USA über eine Beilegung ihres seit einem Jahr andauernden Handelskonflikts verhandeln.

Innerhalb dieser dreimonatigen Gesprächsfrist wurden weitere wechselseitige Strafmaßnahmen ausgeschlossen. Sollte sich jedoch keine Einigung abzeichnen, könnten die Zölle zum 1. März von bislang 2,5 Prozent auf dann 25 Prozent in die Höhe schnellen – weitere Eskalationen wären wohl vorprogrammiert.

Verhandlungen mit Peking – allmählich unter Zeitdruck

Vergangene Woche trafen sich Vertreter beider Regierungen in Peking zu weiteren Verhandlungen. Die Stimmung wurde von US-Seite als gut beschrieben, China hielt sich mit öffentlichen Stellungnahmen zurück.

US-Präsident Donald Trump hat unterdessen angedeutet, dass er sich auch vorstellen könne, die Friedensfrist zu verlängern, sollten sich in den Gesprächen bis zum 1. März bereits Lösungsansätze abzeichnen. Ist dies nicht der Fall, droht das Chaos – und zwar für die gesamte Weltkonjunktur.

Bereits in den vergangenen Monaten hat sich das weltweite Wirtschaftswachstum merklich abgekühlt, was nicht zuletzt auf den schwelenden Handelsstreit zwischen Washington und Peking zurückzuführen ist. Sollten sich die bisherigen Zölle plötzlich verzehnfachen, wäre das Desaster perfekt.

Deutsche Autos als „Bedrohung der nationalen Sicherheit“ der USA?

Zumal Trump neuerdings auch an anderer Front den Handelsstreit wieder befeuert: Am Wochenende wurden Signale in Richtung Europa laut, wonach die USA den Import europäischer Autos als Bedrohung für die nationale Sicherheit einstufen könnten. Entsprechendes geht aus einem Prüfbericht des US-Handelsministeriums hervor.

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Trump hat nun wiederum 90 Tage Zeit, um zu entscheiden, ob er die angedrohten Sonderzölle erhebt – auch hier ist von 25 Prozent die Rede. Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte die Entwicklung am Wochenende bei der Münchener Sicherheitskonferenz „erschreckend“ und verwies auf die zahlreichen US-Werke deutscher Autobauer.

Erst vor wenigen Monaten hatten Vertreter von BMW, Daimler und Volkswagen bei einer gemeinsamen Vorsprache in Washington weitere Investitionen zugesagt: neue Produktionsstätten, neue Jobs, ganz nach Trumps Geschmack eigentlich.

Nun aber scheint die Wirkung der blumigen Worte von damals verpufft, die Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung der Zölle, die die wichtigste deutsche Exportindustrie empfindlich treffen würde, ist um einiges wahrscheinlicher geworden.

Handelsstreit belastet schon jetzt weltweites Wirtschaftswachstum

Die Auswirkungen der trumpschen Handelspolitik lassen sich bei vielen Unternehmen bereits jetzt ablesen: Mit Vorlage ihrer Quartalsbilanzen korrigierten etliche Konzerne ihre Jahresprognosen nach unten. Neben den Unsicherheiten rund um den Brexit wurde dabei vorrangig Sorge um die globale Konjunktur mit Blick auf den US-Handelsstreit als Begründung genannt.

Bereits in den vergangenen Monaten hatte sich das Wirtschaftswachstum eingetrübt. Eine Verzehnfachung der Zölle im Handel mit den USA – egal ob für China, die EU oder beide – hätte dementsprechend verheerende Auswirkungen.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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