Handelsstreit USA/China: Das sind die jüngsten Entwicklungen

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Lesen Sie jetzt, was sich in den vergangenen Tagen in Sachen Handelsstreit zwischen den USA und China getan hat. (Foto: rawf8 / shutterstock.com)

Wenn Sie sich den kurzfristigen DAX-Chart anschauen, stellen Sie fest, dass der deutsche Leitindex in den vergangenen gut eineinhalb Wochen fast 1.000 Punkte eingebüßt hat. Warum? Im Wesentlichen, weil US-Präsident Donald Trump überraschend weitere Zölle auf chinesische Importe angekündigt hat und den Handelsstreit darüber hinaus auch verbal weiter eskalieren ließ.

Konkret: Aus dem Nichts kündigte Trump an, dass er vom 1. September an weitere chinesische Waren im Wert von 300 Mrd. US-Dollar mit einem Strafzoll von 10% belegen will. Trump will China jetzt mit einem Blitzkrieg überrumpeln und besiegen. So hat es schließlich schon einmal im Konflikt mit Mexiko funktioniert.

Trumps Hauptmotiv dafür: Die Handelsgespräche verlaufen aus seiner Sicht zu langsam. Er will noch 2019 eine Lösung, damit er 2020 mit Themen wie dem Mauerbau an der Grenze zu Mexiko und der Eroberung des Weltraums (Projekt Space-Force) die Wahlen locker und leicht ohne Gegenwind aus China gewinnen kann.

Bekommt Trump in diesem Jahr keinen Deal, muss er befürchten, dass die Chinesen auf Zeit spielen, in der heißen Wahlkampfphase Druck ausüben, das Wahlergebnis in den USA kippen und als Gegenleistung vom neuen Präsidenten einen vorteilhaften Handels-Deal erhalten. Das bedeutet: Trump gibt jetzt Gas. Er will die Entscheidung.

Das schmerzt jetzt beim Blick auf die Aktienkurse im Depot, doch wenn der Handels-Deal klappt, geht es auch sprunghaft nach oben! Wie weit der Weg bis dahin noch ist, darüber kann man nur spekulieren.

Trump braucht im Prinzip einen schnellen Deal

Gut für uns als Aktionäre ist, dass Trump im Prinzip nicht nur einen schnellen Deal will, sondern ihn auch braucht. Wenn er im November des kommenden Jahres nicht wiedergewählt wird, könnte er womöglich sogar im Gefängnis landen. Eine Anklage wird es aber ziemlich sicher geben.

Darüber hinaus ist Trump Narzisst. Und als solcher wird er sehr wenig Interesse daran haben, die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr zu verlieren. Da die Strafzölle, die er für September angekündigt hat, vor allem und auch unmittelbar die US-amerikanischen Konsumenten treffen, hat er wahrscheinlich nicht einmal ein Interesse daran, seine jüngste Drohung wahr zu machen.

Hinzu kommt: Wenn die Chinesen (so wie dieser Tage angekündigt) US-amerikanische Agrargüter komplett boykottieren, könnte das zur Folge haben, dass viele US-Farmer nicht mehr lange Trump-Wähler und -Unterstützer bleiben.

China wehrt sich

China wehrte sich nicht nur mit der Ankündigung, US-amerikanische Agrargüter zu boykottieren und mit der Androhung neuer Strafzölle auf US-Importe, sondern ließ auch auf dem Devisenmarkt die Muskeln spielen.

Die chinesische Notenbank wertete den Yuan ab. Zeitweise sank der Wechselkurs auf den tiefsten Stand seit 11 Jahren. Erstmals seit 2008 wurde wieder die rote Linie von 7 Yuan je US-Dollar überschritten. Viele Anleger reagierten entsetzt und schickten die Aktienkurse am gestrigen Tag auf eine heftige Talfahrt.

Auch die US-Administration reagierte und warf den Chinesen Währungsmanipulation vor. Kommt es nun neben dem Handelskonflikt auch noch zu einem Währungskrieg zwischen den USA und China? Wenn man den Chinesen glaubt, die betonen, die Währung nicht als Waffe im Handelskonflikt einzusetzen, lautet die Antwort „nein“.

Ich bleibe für Sie am Ball und empfehle Ihnen, zunächst einmal Ruhe zu bewahren. Viele Unternehmenslenker nutzten die günstigen Kurse in den vergangenen Tagen für sogenannte Insider-Käufe. So nennt man es, wenn Unternehmenslenker oder eng mit den Unternehmen verbundene Personen Aktien der eigenen Unternehmen kaufen. Insider-Käufe sind meist ein positives Zeichen.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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