Handelsvolumen auf Rezessionsniveau! Platzt Trumps China-Deal?

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Tauziehen an der Börse: Trumps China-Deal ist massiv gefährdet, das Handelsvolumen an der Börse ist auf Rezessionsniveau und dennoch gibt es ein neues Jahreshoch im DAX! (Foto: aphotostory / Shutterstock.com)

Die Kurse haben die Woche Fahrt aufgenommen. Letztlich stehen Sie fast noch dort, wo sie zu Beginn standen, aber die Volatilität nahm auf jeden Fall ordentlich zu. Da musste sogar der DAX mitziehen und ab ging die Post Richtung 12.400/12.440 Punkte. Zweimal ist dieser Anlauf wieder abverkauft worden. Gegen Wochenschluss wird es vermutlich noch zu Gewinnmitnahmen kommen.

Und das alles im Schatten eines möglichen Chaos um den Handelskonflikt der USA mit China. Während die US-Propaganda ständige tönte, dass der Deal kurz vor der Finalisierung stehe, kommen jetzt ganz andere Stimmen aus China. Die wissen, dass sie am längeren Hebel sitzen. Trump braucht den Deal, damit er wiedergewählt werden kann. Das ist immerhin mit hohen Börsenkursen einfacher und die gibt vermeintlich eher mit einem Deal.

Somit stellt sich China quer und es wird schon gemutmaßt, dass der eigentlich wichtige Verhandlungspunkt auf Seiten der USA – nämlich der Diebstahl geistigen Eigentums – unter den Tisch fallen wird. Das kann also noch spannend werden – fanden die Kurse Mitte der Woche auch. Dazu kam die am Dienstag hier angekündigte Zinsanpassung der FED auf Überschussreserven der Banken. Viel Bewegung und am Ende stehen wir dennoch vor unveränderten Vorzeichen.

Der DAX hat heute ein neues Jahreshoch erreicht. Der S&P 500 konnte das am Mittwoch schaffen, wenngleich es danach sofort massiv nach unten ging. Heute kämpfen sich die Bullen schon wieder zurück. Die Gefahr der Doppeltops ist noch nicht gebannt. Die meisten Analysten versprechen eine baldige Korrektur. Beim DAX wären hier Ziele von 11.850 eine Variante, bevor es wieder nach oben geht. Doch ein Gespenst geht weiter um.

Rezessionsniveau beim Handelsvolumen

Wir haben viel Geld im Umlauf durch die Notenbanken. Die niedrigen Zinsen zwingen die Anleger mangels Alternativen an die Börse zu gehen. Auch deshalb sind die Kurse deutlich überkauft. Doch es nützt alles nichts, so scheint es. Das gehandelte Volumen sinkt. Und das zum ersten Mal wieder zwei Monate in Folge! Das gab es zuletzt bei der Schuldenkrise 2008! Schauen Sie sich den folgenden Chart an.

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Auf dem Höhepunkt der Rezession schrumpfte das gehandelte Volumen um rund 35 Prozent. Zwei Monate zuvor gab es bereits den zweiten negativen Monat in Folge. Da haben wir mit dem Februar 2019 auch erreicht. Aber auch das ist den Kursen aktuell egal. Lassen Sie sich also nicht davon irritieren!

Wenn die Börsen wie vor 20 Jahren funktionieren würden, hätten wir schon längst eine Rezession in den Charts zu sehen bekommen. Jetzt ist es ein Tauziehen: Die fundamentalen Daten schreien nach Rezession und Crash, während die Übertreibung, Geldflut und stützende Politik die Kurse nach oben zerrt. Aktuell ist eindeutig, welche Seite gewinnt. Was wir nicht wissen: Wie lange hält das Tau?

Richtung Wochenschluss gibt der DAX von seinem Tageshoch gerade fast 100 Punkte ab, während ich diese Zeilen schreibe. Schauen Sie auf die Kurse nach Xetra-Schluss. Wenn es hier heute noch weiter nach unten geht, könnte es nächste Woche entsprechend südlich orientiert weitergehen. Alternativ sehen wir vielleicht sonst noch schnell sogar die 12.800 im DAX!


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.