Harley-Davidson Aktie: Gute Entwicklung beim US-Motorradhersteller

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In der heutigen Ausgabe des Aktien Profils wird die Harley-Davidson Aktie analysiert. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Die guten Absatzzahlen von Harley-Davidson (WKN 871394) haben den Aktienkurs des Unternehmens zuletzt auf den höchsten Stand seit August 2008 steigen lassen.

Nach dem Einbruch zu Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise scheint der legendäre Motorradhersteller nun wieder auf dem richtigen Weg zu sein.

Ob der Höhenflug allerdings langfristig und nachhaltig sein wird, bleibt abzuwarten.

Der 1907 gegründete Konzern Harley-Davidson vertreibt in erster Linie Motorräder sowie Zubehör und Bekleidung für die Zweiräder und ihre Fahrer. Daneben ist das Unternehmen auch als Finanzdienstleister aktiv.

Der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt von Harley-Davidson sind die USA. Hier werden rund zwei Drittel der Umsätze erzielt. Der Rest verteilt sich hauptsächlich auf Kanada, Europa und Asien.

Seit 2009 ist Keith Wandell CEO der Aktiengesellschaft, die ihren Hauptsitz in Milwaukee hat. In 2010 waren rund 6.900 Mitarbeiter bei Harley beschäftigt.

Harley-Davidson: Durch erfreuliche Absatzzahlen auf Kurs

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 konnte der Motorradhersteller seinen Umsatz um etwa zwölf Prozent auf 4,7 Milliarden US-Dollar steigern. Auch der Gewinn konnte deutlich zulegen und betrug rund 600 Millionen Dollar.

Der Hauptgrund für die erfreuliche Umsatzentwicklung ist vor allem in dem gesteigerten Absatz zu finden. In 2011 verkaufte Harley-Davidson mit gut 235.000 Maschinen sechs Prozent mehr Motorräder als im Vorjahr. Im aktuellen Geschäftsjahr soll der Absatz erneut gesteigert und dabei die Marke von 240.000 geknackt werden.

Aktienkurs im Aufwärtstrend – Fundamentaldaten eher schwach

Nach langer Seitwärtsbewegung befindet sich die Harley-Davidson Aktie seit rund drei Monaten wieder im Aufwärtstrend. Zuletzt wurde der höchste Stand seit August 2008 erreicht. Die fundamentalen Kennzahlen zeigen jedoch ein weniger positives Bild.

Während das 16er KGV noch ordentlich ist, fallen die übrigen kursbezogenen Kennzahlen deutlich ab. PEG (2,1), KBV (4,1) und KUV (2,2) sind unterdurchschnittlich und sprechen für eine Überbewertung des Titels.

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Die Eigenkapitalquote von rund 26 Prozent und die Dividendenrendite von etwa 1,0 Prozent komplettieren die fundamentalen Kennzahlen des Papiers. Insgesamt erreicht die Harley-Davidson noch knapp eine faire Bewertung.

Nach der Krise ist vor der Krise: Harley-Davidson gibt wieder Gas

Harley-Davidson hat sich nach der Finanzkrise wieder hochgepäppelt und steht momentan gut da. Die Sparmaßnahmen und die Straffung des Konzerns haben dem Unternehmen geholfen und der Absatz konnte zuletzt recht deutlich zulegen.

Auch aus charttechnischer Sicht ist die Harley-Davidson Aktie momentan interessant. Der Titel befindet sich in einem scheinbar stabilen Aufwärtstrend. Einige Analysten haben sogar schon das Allzeithoch von gut 75 US-Dollar im Visier.

Ob sich Harley-Davidson auf einem langfristigen Wachstumskurs befindet, bleibt jedoch abzuwarten. Zum einen ist der Motorradhersteller anfällig in konjunkturschwachen Zeiten und sehr abhängig vom US-Markt wie die Krise 2008/2009 gezeigt hat, zum anderen sind die fundamentalen Kennzahlen der Aktie derzeit nicht überzeugend.

Zahl des Tages: Ganze 3 Motorräder bauten Bill Harley sowie die Brüder Arthur und Walter Davidson im Jahr 1903 und gründeten wenige Jahre später das heute weltweit bekannte Unternehmen.

Aktueller Kurs der Harley-Davidson Aktie

Fundamentalanalyse der Harley-Davidson Aktie

* Bewertung nach Schulnotensystem

Die Kennzahlen und Auswertungen richten sich im Kern nach Benjamin Grahams Fundamentalanalyse: https://www.gevestor.de/shop/details/intelligent-investieren.html


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Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.