Harley Davidson prescht allen davon

Die Dividende ist so lala, doch die Aktie gibt Vollgas. Lesen Sie, warum. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Kult-Motorradhersteller Harley-Davidson schüttet auch im dritten Quartal dieses Jahres eine Dividende von 0,21$ an seine Aktionäre aus. Das bedeutet unter Strich für das Gesamtjahr eine unveränderte Dividende von 0,84$.

Die Dividendenrendite beträgt gemessen am aktuellen Kurs etwa 1,4%. Doch ist dies allein ein Kaufargument? Harleys-Davidson hat mehr zu bieten, als eine moderate Dividende.

Harley exportiert zunehmend nach Asien und Lateinamerika

2012 verkaufte das Unternehmen weltweit insgesamt 247.625 Motorräder. 160.000 Bikes blieben in den USA, der Rest wurde in alle Welt verschifft. Maßgeblich für den Erfolg Harley Davidsons ist die starke Marke.

Als in den 1980er Jahren japanische Motorradbauer mit technischen Neuerungen und niedrigen Preisen den Markt für Krads aufrollten, betonte Harley Davidson seine Tradition und positionierte sich als Inbegriff des amerikanischen Traums.

Das Unternehmen gründete einen weltweiten Verein der Harley-Fahrer und positionierte sich als Kult-Marke. Ein deutscher Harley-Manager brachte die Strategie einst so auf den Punkt: „Wir verkaufen einen Lebensstil – das Motorrad gibt es gratis dazu.“

Diesen Lebensstil lassen sich Harley-Kunden einiges kosten – auch heute noch gehört Harley ins Premium-Segment.

Das laufende Geschäft bestätigt, dass die Marke Harley Davidson noch immer strahlt: Im abgelaufenen Geschäftsjahr kletterte der Umsatz um 5% auf 5,6 Mrd. $ und der Gewinn um 4% auf 624 Mio. $.

Zuletzt drehte Harley zusätzlich am Gashahn und  steigerte den Gewinn je Aktie im ersten Quartal 2013 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 33%.

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Auch der Umsatz und der Nettogewinn lag mit 1,57 Mrd. $ und 224,1 Mio. $ deutlich über dem Vorjahresergebnis von 1,43 Mrd. $ und 172 Mio. $. Verantwortlich für das Wachstum ist vor allem der Export von Motorrädern.

Aktie gibt Gas

Dabei gelingt es Harley Davidson offenbar, stetig neue Kunden anzusprechen. Wie das Unternehmen meldet, gingen 2012 40% der innerhalb der USA verkauften Motorräder an Kunden, die bislang keine Harley gefahren hatten.

International ist die Quote gar noch besser: Weltweit gehen zwei Drittel der Verkäufe an Neukunden. Die starke Marke Harley Davidson rechtfertigt auch hohe Margen.

Dies lässt Harley-Davidson für 2013 optimistisch werden. Das Unternehmen glaubt daran, 2013 zwischen 259.000 und 264.000 Motorräder absetzen zu können.

Das Ergebnis dürfte im laufenden Jahr noch durch Restrukturierungskosten in Höhe von 13 Mio. $ belastet werden. Das Restrukturierungsprogramm läuft bereits seit 2009 und soll in diesem Jahr auslaufen.

Ab 2014 verspricht sich Harley-Davidson davon jährliche Einsparungen von 320 Mio. $. Dass diese Zahlen vielversprechend sind, zeigt der Kurs der Harley-Aktie – in diesem Jahr ging es bislang deutlich nach oben.

Zuletzt übertraf die Aktie die Marke von 60$. Der Kult um Harley ist lebendiger denn je – auf der Straße und an der Börse.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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