Stahl: Hartes Produkt, weicher Kurs?

Stahl ist eines der wichtigsten Industrie-Güter. Wenn eine Volkswirtschaft viel Stahl verbraucht, brummt i. d. R. auch die Wirtschaft. Die Bautätigkeit ist hoch und die Fabriken laufen auf Hochtouren.

Doch weltweit ist die Zeit des überbordenden Wachstums vorbei. Ehemalige Wachstums-Lokomotiven wie China sind zwar noch immer flott unterwegs, aber dennoch von alten Rekorden entfernt.

Das merkt auch die Stahl-Industrie. Was Sie von Stahl-Aktien zu halten haben und wie sich der deutsche Platzhirsch thyssenkrupp schlägt, lesen Sie in dieser Analyse.

thyssenkrupp gehört weltweit zu den größten Rohstahl-Produzenten. Der Konzern verfügt über die 3 Tätigkeits-Schwerpunkte Stahl, Industrie-Güter und Dienstleistungen. Die Produktion von Flachstahl ist das Kerngeschäft.

Die weiteren Bereiche befassen sich mit der Herstellung von Investitions-Gütern (Maschinen, Aufzüge, Fahrzeug-Technik, Werkstoffe) sowie mit dem Handels- und Dienstleistungs-Geschäft.

Unterm Strich steht ein leicht negatives Ergebnis

Das eingetrübte Umfeld hat die Halbjahres-Bilanz von thyssenkrupp geprägt.

Zwar konnten die Industriegüter-Geschäfte ihre solide Entwicklung fortsetzen. Die Gesamt-Entwicklung wurde aber durch die schwierigen Bedingungen auf den Werkstoff-Märkten überlagert.

Auftrags-Eingang und Umsatz verringerten sich um 8% auf 18,8 bzw. 19,4 Mrd. €. Die Rückgänge wurden durch geringere Mengen, hauptsächlich jedoch durch den starken Preisverfall bei den Werkstoffen verursacht.

Die Preise waren bis weit ins 2. Quartal – und damit länger als erwartet – unter Druck.

Bei den Industrie-Gütern profitierte der Konzern von Zuwächsen bei PKW-Komponenten in China, Europa und den USA.

Die Sparte Aufzüge verzeichnete eine starke Nachfrage nach Neuinstallationen in den USA, China und Südkorea.

Die Industrie-Lösungen profitierten von einem Großauftrag für eine Zement-Anlage in Saudi Arabien.

Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) sank von 722 auf 560 Mio. €.

Alle Industriegüter-Geschäfte erwirtschafteten zwar ein höheres EBIT, doch diese positive Entwicklung konnte die Schwäche der Werkstoffgeschäfte nicht ausgleichen. Unterm Strich ergab sich ein leicht negatives Ergebnis.

Nach Abzug der Minderheiten-Anteile betrug der Gewinn je Aktie 0,07 €.

thyssenkrupp ist keine Alternative

Angesichts dieser Entwicklung rechnet der Vorstand für das Gesamtjahr mit einem bereinigten EBIT von 1,4 Mrd. €.

Das Effizienzsteigerungs-Programm „impact“ wird dazu 850 Mio. € beisteuern. Der Gewinn soll das Niveau des Vorjahres erreichen.

Auf Sicht von 6 – 12 Monaten erwarten wir eine marktkonforme Kursentwicklung. Für eine Empfehlung reicht das nicht. Auch überzeugt die Dividendenrendite von 0,7% nicht.

Lassen Sie von dieser Aktie daher besser die Finger!

13. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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