Hasbro-Aktie: Spielzeug-Hersteller rauscht nach Zahlen in die Tiefe

Warum gut manchmal nicht gut genug ist, können Sie am aktuellen Ausverkauf der Aktie des US-amerikanischen Spielzeug-Herstellers Hasbro sehen: (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Da mussten sich die erfolgsverwöhnten Anleger des US-Spielzeug-Riesen Hasbro wohl die Augen reiben:

Um knapp 10% krachten die Aktien des Unternehmens nach Bekanntgabe der Quartalszahlen in den Keller.

Dabei ging es die vergangenen Jahre wie am Schnürchen nach oben.

Waren die Papiere vor 5 Jahren noch für unter 35 Dollar zu haben, mussten Anleger vor dem Kurssturz stolze 115 Dollar für einen Anteilsschein auf den Tisch legen.

Was lässt sich aus den aktuellen Zahlen herauslesen? Wieso reagierte die Aktie so stark auf die Ergebnisse? Was sagen die Experten zu dem Papier?

Hasbro: Familienkonzern mit Tradition

Falls Sie den US-Konzern noch nicht kennen, möchte ich Ihnen die Firma gerne etwas näher vorstellen:

Hasbro wurde 1923 von den Gebrüdern Henry und Hillel Hassenfeld in Providence, Rhode Island gegründet.

Der kleine Familienbetrieb stellte zunächst Bleistift-Mäppchen und andere Schulmaterialien her, bis man 1943 erstmals Spielwaren vermarktete.

Den Grundstein für den Erfolg Hasbros legte die Einführung der Spielzeuge Mr. Potato Head (1952) und G. I. Joe (1964).

Durch die Spezialisierung auf das Spielwaren-Geschäft konnte die Firma expandieren, 1968 entwickelte sich aus dem Familienbetrieb die Hasbro Industries Inc.

Durch Zukäufe und Weiterentwicklung baute Hasbro seine Marktstellung auch international immer weiter aus.

Monopoly, Transformers und Starwars

Auch wenn Sie den Konzern vielleicht nicht mit Namen kennen, die Spiele des zweitgrößten Spielzeug-Herstellers aus den USA kennen Sie bestimmt.

Denn mit seinen Starwars und Transformers-Figuren oder auch beliebten Brettspielen wie Monopoly ist der Konzern auch in den meisten deutschen Haushalten vertreten.

Gewinnmargen auf Rekordhoch

Mit seiner Internationalisierung wuchs auch das Geschäfts-Volumen stark an:

Seit 2002 kletterten die Erlöse der US-Firma von 2,81 auf 5,01 rd. Dollar im vergangenen Geschäftsjahr.

Im gleichen Zeitraum wurde aus einem Verlust von 171 Mio. Dollar ein Gewinn in Höhe von 551 Mio. Dollar.

Damit erzielte Hasbro in 2016 eine Gewinnmarge von 10,98% und damit das höchste Niveau der vergangenen 15 Jahre.

Hasbro scheitert an verwöhnten Anlegern

Auch im 2. Quartal setzte sich die Wachstums-Geschichte nahezu ungebremst fort: Mit einem Umsatz von 972,5 Mio. Dollar erzielte Hasbro einen Zuwachs um 10,6%.

Das Netto-Ergebnis zog mit einer Steigerung um knapp 30% auf 67,7 Mio. Dollar sogar deutlich stärker an. Pro Aktie blieb damit ein Gewinn von 53 Cent beim Konzern hängen.

Für Sie zum Vergleich: Die Analysten waren im Vorfeld von einem Umsatz von 972,37 Mio. Dollar sowie einem Gewinn je Aktie von 46 Cent ausgegangen.

Den rasanten Ausverkauf können die aktuellen Zahlen also nicht wirklich erklären und dürften vielmehr mit der Einstellung und Erwartung der Anleger zu tun haben.

Denn da Hasbro zuletzt die Schätzungen immer deutlich übererfüllt hatte, stiegen offenbar auch die Erwartungen der Investoren.

Gut ist dann eben nicht mehr gut genug und kann schnell zu einem Ausverkauf einer Aktie nach an sich guten Zahlen führen.

Merchandising-Geschäft brummt

Schlecht sieht es bei Hasbro nämlich keineswegs aus: Besonders das Geschäft mit Merchandising-Produkten für die Filmbranche boomt wie lange nicht mehr.

Hier dürften neue Blockbuster wie Starwars 8 und Frozen 2 in den kommenden Quartalen für weiteren Rückenwind sorgen.

Auch im wichtigen Zukunftsmarkt mit Online-Spielen versucht sich der Konzern zu positionieren.

Analysten zeigen sich auf Grund der Bewertung skeptisch

Trotz des Kurs-Einbruchs ist die Bewertung der Hasbro-Aktie keinesfalls günstig:

Bei einem erwarteten Gewinn je Aktie von 5,18 Dollar im nächsten Jahr ist die Firma mit dem 22-Fachen der erwarteten Gewinne bewertet.

Das durchschnittliche Kursziel aller Analysten liegt mit 108,64 Dollar nur wenige Prozent über dem aktuellen Kursniveau.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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