Hasbro will Mattel übernehmen: Deal noch zu unsicher für Investoren

In der Spielwaren-Branche könnte es einen seit vielen Jahren durchgespielten Zusammenschluss jetzt geben.

Hasbro, bekannt als Hersteller für Star-Wars- und Marvel-Spielfiguren, bietet für den Dauer-Rivalen Mattel, Hersteller von Barbie-Puppen.

Die Chancen, dass es diesmal einen Deal gibt, sind deutlich besser als bei unverbindlichen Gesprächen zwischen den beiden Firmen in den vergangenen Jahren.

Denn zum einen gilt die neue Trump-Administration bei Groß-Deals als liberaler gegenüber der damaligen Obama-Administration.

Und zum anderen ist auch das Kräfteverhältnis der beiden Unternehmen inzwischen geklärt.

Ob es am Ende deswegen jedoch auch wirklich einen Deal gibt, ist nicht gesagt. Die Hürden sind kleiner – nicht weg.

Mattel mit stetigem Abwärts-Trend – Aktuelle Quartalszahlen ein Desaster

Spielwaren-Hersteller Mattel steckt in einer schweren Krise. Neue Medien wie Ipad und Playstation laufen dem klassischen Geschäft den Rang ab und sorgen für weniger Kauffreude.

Als dann auch noch vor wenigen Monaten die Spielwaren-Kette Toys R Us Insolvenz anmelden musste (und somit ein wichtiger Vertriebsweg abgeschnitten wurde), verdunkelte sich die Prognose weiter.

Ablesbar sind die Probleme am Mattel-Aktienkurs: Trotz Rekordhochs an der US-Börse hat die Aktie rund die Hälfte an Wert verloren.

Erst vor 2 Wochen kam es zur nächsten schwerwiegenden operativen Enttäuschung, und es kam die Ankündigung, dass die Dividende erst einmal ausgesetzt werde.

Und obwohl die Aktie gestern auf die Übernahme-Gerüchte mit einem 20%-Sprung reagierte, bleibt das Papier mit aktuell 17,65 Dollar von den Kursen jenseits der 30 Dollar-Marke im Vorjahr weit weg.

Hasbro-Aktie nach 5 Jahren mit +230% Kurs-Plus

Hasbro ist zwar in der gleichen Branche aktiv, doch war die operative Entwicklung beim Mattel-Konkurrenten in der Vergangenheit deutlich besser.

Das Unternehmen verstand es offenbar eher, wie auf den Wandel zu Elektronik-Spielzeug und steigender digitaler Unterhaltung reagiert werden muss.

Dementsprechend robuster zeigte sich auch die Hasbro-Aktie. Zwar verloren auch Hasbro-Papiere im Zuge der Toys R Us-Insolvenz, doch auf Jahressicht steht immer noch ein kleines Plus.

Wieviel besser sich Hasbro entwickelt hat, zeigt allerdings die 5-Jahres-Statistik.

Während die Mattel-Aktie 60% an Wert verlor, hat sich der Hasbro-Aktienkurs mehr als verdreifacht.

Mattel-Übernahme könnte dem Bieter  laut Analysten über 40 Dollar wert sein….

Wie immer stellt sich auch bei diesem möglichen Deal die Frage: Wie geht es weiter?

Kommt es zu einer Mattel-Übernahme durch Hasbro, dann kann der Preis sehr viel höher liegen als aktuell.

Einige Analysten rechnen vor, dass ein Deal für Hasbro selbst ohne Synergien bei 25 Dollar je Aktie – also etwa 40% Aufschlag auf den aktuellen Kurs – noch wertsteigernd ist.

Andere Analysten können sich sogar einen Übernahme-Preis von über 40 Dollar je Aktie vorstellen – also mehr als 120% auf den aktuellen Kurs obendrauf.

…doch ohne Deal können es auch schnell nur 14 Dollar sein

Sie können sich denken, dass es eine gewisse Aussagekraft hat, wenn eine Aktie so weit entfernt von möglichen Übernahme-Preisen notiert.

Dies liegt daran, dass ein Deal alles andere als ein Selbstläufer ist.

Sicher würden die US-Wettbewerbs-Behörden sich einen Zusammenschluss auch unter den jetzt anderen Voraussetzungen sehr genau anschauen.

Probleme mit Lizenzgebern wie Disney wären ebenfalls vorprogrammiert. Fraglich ist auch, wie der neue starke Mattel-Großaktionär Southeastern zu einer Übernahme steht.

Sicher, über den Preis lässt sich die Gunst des Aktionärs kaufen, doch der könnte zu hoch für Hasbro liegen.

2x haben sich Mattel und Hasbro bereits zusammengesetzt, um einen Deal auszuloten.

Beide Male scheiterten die Verhandlungen, und Investoren waren gut beraten, an der Seitenlinie zu bleiben.

Wenn auch diesmal die Verhandlungen scheitern, wird die Mattel-Aktie die jüngsten Zugewinne mit ziemlicher Sicherheit wieder abgeben.

Vielleicht ist es daher besser, zunächst noch abzuwarten und zu beobachten, ob sich eine Übernahme abzeichnet.

Dann gibt es zwar nicht mehr die ganz hohen Aufschläge, doch dafür ist das Verlust-Risiko auch wesentlich geringer.

14. November 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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