Hat der älteste Autobauer der Welt Zukunft?

Mit der Einführung des Fließbandes bewies Ford Innovationskraft. Bei den heutigen Zukunftsfragen hat Ford aber Nachholbedarf. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Wer ein gutes und preiswertes Auto sucht, der bleibt oft an verschiedenen Marken hängen. In den vergangenen Jahren sind Autos aus Fernost als Preisbrecher immer beliebter geworden. Doch auch etablierte Autobauer können gute Qualität zum fairen Preis ohne viel Glamour abliefern. Das beste Beispiel ist Ford. Doch wie schlägt sich die Aktie?

Ford ist einer der ältesten Autobauer der Welt. Der amerikanische Automobilhersteller produziert neben Pkws auch Landmaschinen, Lkws und Geländewagen und bietet ergänzende Produkte und Dienstleistungen rund um das Auto an. Die Markenpalette umfasst Ford, Lincoln, Mercury und Mazda. Die Luxusmarken Jaguar und Land Rover sowie Volvo wurden verkauft.

Ford stellt die Weichen für die Zukunft

Ford hat in den ersten 9 Monaten 2017 trotz eines leichten Umsatzwachstums weniger verdient. Der Absatz schrumpfte ebenfalls um 1,7% auf 4,86 Mio Fahrzeuge. Der Gewinnanstieg um 63% auf 1,56 Mrd $ im 3. Quartal hat aber positiv überrascht. Verantwortlich war ein gutes Geschäft mit margenstarken Fahrzeugen der F-Serie. Der neue CEO James Hackett hat erkannt, dass Ford noch nicht fit genug ist, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.

Denn was neue Antriebstechnologien betrifft, hinkt der Konzern der Konkurrenz noch hinterher. Entsprechend wird jetzt die Entwicklung von Elektromotoren, Hybridantrieben, automatisierter Fahrfunktionen und Mobilitätsdiensten forciert. In 5 Jahren will Ford weltweit 13 neue elektrifizierte Fahrzeuge anbieten. Das erste autonom fahrende Auto soll 2021 auf den Markt kommen. Gleichzeitig werden die Investitionen in Verbrennungsmotoren zurückgefahren.

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Wir bleiben vorsichtig und warten ab

Der Konzern muss aber auch profitabler werden. Bis 2022 will Ford insgesamt 14 Mrd $ einsparen. Für Material will der Konzern 10 Mrd $ und für die Entwicklung neuer Modelle, vor allem Kleinwagen, 4 Mrd $ weniger ausgeben. Für 2017 hat Ford einen bereinigten Gewinn von 1,75 bis 1,85 $ pro Aktie in Aussicht gestellt.

Den tatsächlichen Gewinn schätzen wir aufgrund einiger Sondereffekte auf 1,65 $ pro Aktie. Allein der Rückruf von rund 1,3 Mio Pick-ups in Nordamerika wegen fehlerhafter Türschlösser wird das Ergebnis des 4. Quartals mit 267 Mio $ belasten. Ford ist auf dem richtigen Weg, muss aber erst noch beweisen, dass Strategie und Sparprogramm greifen.

Bis dahin gilt es, das Unternehmen weiter zu beobachten. Gerade Neuausrichtungen bieten immer auch Chancen. Wir bleiben bei Ford auch weiterhin für Sie am Ball und nehmen das Unternehmen unter die Lupe. Bis auf weiteres sollten Sie besser andere Aktien kaufen.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.