Hat es Sie auch erwischt?

Der DAX wurde heute während dem Handel unter die 200-Tagelinie verkauft. Das hat einige Anleger ausgestoppt. Wer zu gierig war, musste Geld lassen. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Der DAX halt sich am seidenen Faden über der 200-Tagelinie. Doch intraday ging es zwischendurch ordentlich herunter. Das hatte ich gestern angekündigt. Hier werden natürlich die Stops gerne einkassiert. Wer zu gierig war, musste heute Federn lassen.

Gleitende Durchschnitte versus DAX

Es ist schon spektakulär, wenn wir uns anschauen, wir gut die gleitenden Durchschnitte beim DAX funktionieren. Die 200-Tagelinie wird gerade festgenagelt. Offensichtlich tobt hier aktuell der Kampf zwischen Bullen und Bären.

Auch wenn der Tag heute etwas negativ war, die SMA-200 scheint gerade noch so zu halten. Das ist letztlich aber auch nur für Chartanalysten besonders sexy. Selbst wenn wir heute 5 Punkte darunter schließen würden und es morgen wieder darüber hinaus geht, wäre die Welt noch in Ordnung.

Genau darauf kommt es nämlich an: Was geschieht morgen und am Freitag? Schaffen wir noch einen Wochenschluss über der wichtigen Durchschnittslinie?

Werfen wir einen Blick auf den Chart, der zeigt, wie knapp es gerade zur Sache geht:

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In Grün eingezeichnet sehen Sie die 200-Tagelinie. Heute ist die rote Kerze mit einer ähnlich langen Lunte darunter. Bis 12.703 wurde zwischenzeitlich abverkauft. Wer seinen Stop also bei 12.700 gesetzt hat, musste zwar zittern, aber ist noch im Rennen.

Natürlich wäre solch ein Stop auf Dauer viel zu knapp bei den Kursen. Ja, Sie begrenzen in diesem Fall das Risiko, aber was ist, wenn genau das passiert, was wir heute sehen? Die Kurse fallen im Laufe des Tages – werden dann aber wieder hochgekauft. Hier ist der Tagesschlusskurs viel entscheidender.

Was wir auch im Chart sehen: Die SMA-50 wird morgen wohl die SMA-20 kreuzen. Durch die steigenden Kurse der letzten Tage zieht es die 20-Tagelinie nach oben. Das ist ein positives Signal, wenn diese die 50-Tagelinie nach oben durchbricht.

Allerdings – so viel sei die Freude auch eingedämmt – die 50-Tagelinie liegt immer noch unter der 200-Tagelinie. Wir werden also die restliche Woche ein seltenes Szenario sehen. Die 200-Tagelinie liegt über der 20-Tagelinie und diese liegt über der 50-Tagelinie.

Als Konsequenz könnten wir hier natürlich daraus ziehen, dass wir vom aktuellen Kursgeschehen die Finger lassen sollten. Wenn der DAX schon selbst zu solch verrückten Kurs-Schnörkeleien in der Lage ist, wer soll da noch richtig schätzen, wohin der Preis läuft?

Doch ganz so dramatisch ist es nicht. Wir haben weiterhin die 200-Tagelinie als Orientierung. Die 20-Tagelinie hilft demnächst auch von unten als Unterstützung und irgendwann wir auch die 50-Tagelinie wieder nach oben drehen. Allerdings wird es noch einige Zeit dauern, bis die Linien wieder in ihrer üblichen Reihenfolgen verlaufen. Dafür brauchen wir auch einen Trend. Am liebsten nach oben.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.