Hat Ihr Wertpapierberater Sie rechtzeitig gewarnt?

Was erwarten Sie von Ihrem Wertpapierberater?

Nun, vermutlich das, was seine Berufsbezeichnung verspricht: „Sie in Wertpapierangelegenheiten zu beraten.“

Doch mal Hand aufs Herz: Kommt er dem auch nach?

Ich habe den Lesern meines Börsendienstes Momentum Trader (einen Link für einen kostenlosen 30-Tage-Test finden Sie am Ende des Beitrages) am Sonntag Folgendes zu diesem Thema geschrieben:

„Hat Ihr Wertpapierberater Sie auch Anfang Mai vor drohenden Kursverlusten an den Aktienmärkten gewarnt? Hat er Ihnen auch empfohlen, lieber einmal vorsichtshalber Gewinne mitzunehmen? Oder hat er Ihnen sogar geraten, von einem fallenden DAX zu profitieren?

Vermutlich nicht. Ich hingegen warnte Sie bereits in der Wochenübersicht vom 6. Mai mit diesen Worten: ‚Die Aktienmärkte haben seit Donnerstag eine unerwartet negative Entwicklung genommen. Die Lage ist nun aus Sicht der Charttechnik auf ‚Messer‘s Schneide‘.

Unser Markt-Barometer generiert ein Warnsignal.‘ Im Anschluss verschlechterte sich die Marktlage weiter. Daher riet ich Ihnen nur 2 Tage später, 3 Ihrer 6 Depot-Positionen zu verkaufen.

Am 16. Mai verkauften Sie dann die letzte Depot-Position und nahmen am 22. Mai sogar einen DAX-Short-ETF ins Momentum Trader-Depot auf. 

Hier eine Bilanz der zurückliegenden 4 Wochen: Der DAX notiert per Freitag -7,8% niedriger. Die US-Aktien-Indizes Dow Jones Industrial Average und Nasdaq Composite haben je -6,9% verloren.

Sie verkauften 2 der 6 Depot-Positionen mit einem geringen Minus von -6,0% und -4,9% und realisierten bei den restlichen 4 Aktien Gewinne von +20,7%, +6,4%, +20,2% und +12,8%.

Seit Ihrem Ausstieg konnte sich lediglich einer der ehemaligen Depotwerte mit einem Plus von +0,6% dem allgemeinen Kursrückgang widersetzen. Die anderen 5 Aktien haben seit Ihrem Verkauf -2,9%, -5,4%, -15,6%, -24,2% und -30,6% verloren!

Der von mir empfohlene DAX-Short-ETF hat Ihnen andererseits innerhalb von 11 Tagen bereits +10,7% Plus beschert.

Tatsächlich dürften generell nur wenige Wertpapierberater den Rat erteilt haben, derart konsequent zu handeln. Im Gegenteil kann ich mich an Analysten-Aussagen erinnern, die noch vor gut 2 Wochen ein ‚Aussitzen‘ der Depot-Positionen empfahlen, da alles andere ‚wenig vernünftig‘ erscheine.

Dabei brauchten Sie die Märkte nur sorgfältig zu beobachten, um zu erkennen, dass sich fundamentale Veränderungen vollzogen. So schrieb ich Ihnen schon vor 14 Tagen: ‚Auch die jüngste Entwicklung bei der Volatilität, den Anleihen und dem US-Dollar ist besorgniserregend:

Die Umlaufrendite sank am 11. April mit 1,41% auf ein neues historisches Tief und ist seither auf 1,15% gefallen! Der Euro ist gegenüber dem US-Dollar unter die wichtige Marke von 1,30 gerutscht und markierte am Freitag mit 1,2642 den tiefsten Stand seit dem 13. Januar 2012.

Der Volatilitätsindex VDAX (Gradmesser für die Verunsicherung der Marktteilnehmer) erreichte am Donnerstag mit 28,25 ein neues Verlaufshoch und notiert inzwischen tief in der Crash-Zone.

Zum Vergleich die Daten vom Freitag: Die Umlaufrendite ist auf nur noch 0,92% abgestürzt, der Euro notierte im Tief bei 1,2288 und der VDAX explodierte auf inzwischen 31,25!“

Als eifriger Leser von Chartanalyse-Trends waren Sie im Übrigen auch gewarnt. In zahlreichen Beiträgen hatte ich Sie im Mai auf die verschlechterte Marktlage aufmerksam gemacht.

Wurden Sie vor dem Kauf von Facebook-Aktien gewarnt?

An dem oben genannten 6. Mai warnte ich meine Leser übrigens auch vor einem Kauf von Facebook-Aktien:

„Börsengang Facebook – Mein Rat: Finger weg! Aus aktuellem Anlass und weil es zu der jüngsten Entwicklung an den Aktienmärkten passt, möchte ich noch ein paar Sätze zu Facebook loswerden.

Die Tatsache, dass sich am Freitag eine in Börsendingen nahezu unerfahrene Person nach meiner Einschätzung zum anstehenden Börsengang erkundigte, werte ich als schlechtes Omen: Wenn „Unerfahrenheit“ Aktien erwirbt, dann ist das in der Börsenhistorie selten gut für den Aktienmarkt ausgegangen.

Der hohe Bekanntheitsgrad und die große Beliebtheit des sozialen Netzwerkes – Ende 2011 gab es weltweit geschätzte 845 Millionen aktive Nutzer – lassen nun jedoch genau das erwarten.

Der Börsengang von Facebook ist ein Synonym für Gigantismus. …

Wohlgemerkt: Bei den genannten Zahlen handelt es sich jeweils um Milliarden, nicht um Millionen! In meinen Augen ist die Facebook-Aktie viel zu hoch bewertet. Ich selbst werde jedenfalls keine Facebook-Aktien beim Börsengang erwerben und empfehle Ihnen dies ebenfalls.“

Seit der Einführung der Facebook-Aktie zu 38,00 USD hat der Kurs per Freitag auf 27,72 USD nachgegeben. Das entspricht einem Verlust von -26,3% in gerade einmal 2 Wochen!!

Frühzeitige Warnung im August 2011

Meine Warnung im Mai vor Problemen am Aktienmarkt war übrigens keine Eintagsfliege. Am 2. August 2011, also noch VOR dem Crash, schrieb ich meinen Lesern:

„DAX sendet Warnsignal: Stellen Sie vorsichtshalber alle Positionen des Momentum Trader-Depots glatt! am vergangenen Freitag schrieb ich Ihnen: ‚Achten Sie nicht auf die Signale der Politik, sondern auf die der Märkte!‘

Nun: Gestern begann der deutsche Aktienmarkt – wie zu erwarten – zunächst freundlich, nachdem die Einigung im US-Streit um die Anhebung der Schuldenobergrenze durchsickerte. Doch dann, ab Mittag, setzte eine anhaltende Abwärtsbewegung ein. Ergebnis:

Der DAX schloss mit 6.953 erstmals seit der Japan-Katas­trophe deutlich unter der Marke von 7.000 und erstmals seit August 2010 auch wieder unter der 200-Tagelinie. Damit nicht genug, tendiert er heute früh weiter schwach und pendelt um die Marke von 6.900.

Eine solche Bewegung ist zumeist ein Alarmzeichen: Auf eine eigentlich positive Nachricht reagiert der Markt mit einer überraschend heftigen, der Erwartung völlig entgegengesetzten Bewegung.

Ohnehin hatte ich Ihnen in den letzten 2 Wochen, auch aufgrund der Entwicklung unseres Momentum Trader-Markt-Baro­meters, die derzeitige Lage am Aktienmarkt als ‚Zwischen-den-Stühlen-Situation‘ beschrieben:

Noch im langfristigen Aufwärtstrend, jedoch mit dem Risiko eines Ausbruchs nach unten. Nun scheint sich der Markt seit gestern für die Ausbruchs-Variante zu entscheiden.“

Frühzeitige Warnung auch 2008 und 2009

Im Jahr 2008, dem Horrorjahr für die Aktienbörsen, empfahl ich meinen Lesern gleich dreimal, sich komplett aus dem Aktienmarkt zu verabschieden. Dadurch konnten meine Leser den schlimmsten Stürmen jenes Jahres aus dem Wege gehen.

Und Anfang Januar 2009 folgte eine ebensolche Warnung: Bis Anfang März verlor der DAX in wenigen Wochen rund 30%.

Eine respektable Bilanz

Hat Ihr Wertpapierberater Sie in den letzten Jahren auch regelmäßig derart konsequent und frühzeitig vor Turbulenzen an den Aktienmärkten gewarnt?

Als ehemaliger Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank weiß ich wovon ich spreche. Die Wahrheit ist: Die meisten Banken und Berater haben gar kein Interesse daran, „Sie in Wertpapierangelegenheiten zu beraten.“ Sie wollen nur möglichst viele Provisionen von Ihnen kassieren.

Daher habe ich schon vor vielen Jahren meinen Beruf als Bank-Wertpapierberater aufgegeben, um in meiner Beratung wieder „frei“ zu sein. Seit mittlerweile fast 8 Jahren, seit Juli 2004, setze ich meine Philosophie von Wertpapierberatung in meinem eigenen Börsendienst um.

Langjährige Leser des Momentum Trader „Gewinne mit Wachstumsaktien“ blicken da auf eine, wie ich finde, respektable Bilanz zurück. Diese Performance wird übrigens von einer unabhängigen Controlling-Gesellschaft ermittelt und nachgehalten.

Seit dem Start im Juli 2004 bis zum 31.12.2011 erzielte der Momentum Trader danach einen Zuwachs von +251,4% gegenüber +43,0% im Vergleichsindex (der Vergleichsindex besteht zu je 50% aus dem SDAX und dem S&P 500). Das entspricht einem Investment-Erfolg von jährlich +18,3%.

Zum Vergleich: Der DAX erzielte von Juli 2004 bis zum 31.12.2011 ein Plus von +50,1%, der Euro STOXX 50 von +4,2% und der TecDAX von +22,0%. Im selben Zeitraum gab es in den USA folgende Zuwächse:

Dow Jones Industrial Average +19,3%, Nasdaq Composite +43,0% und S&P 500 +31,1%. Wobei ich Ihnen hier die Performances auf USD-Basis genannt habe – auf Euro-Basis können Sie noch einmal durchschnittlich -20% abziehen.

4. Juni 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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