Hat ISRA Vision die Durststrecke hinter sich?

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Die Aktie von Isra Vision hat ihren Kurs seit Sommer mehr als halbiert. In Anbetracht der guten Perspektiven ist dies übertrieben. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

In den vergangenen Monaten brauchten die Aktionäre ein gutes Durchhaltevermögen. Im Zeitraum ab September – damals erreichte die Aktie jenseits der 60 Euro-Marke ein Allzeithoch – bis zu Beginn des Jahres gab der Kurs um mehr als die Hälfte nach. Inzwischen – so scheint es – dürften aber alle Negativnachrichten eingepreist sein.

Jahresergebnisse verfehlten aber die Erwartungen

Ein Auslöser der jüngsten Abschläge im Dezember waren die Unternehmensergebnisse: Die Zahlen, die Mitte des vergangenen Monats vorgelegt wurden, fielen eigentlich gar nicht so schlecht aus: Der Gewinn vor Steuern stieg im am 30. September beendeten Geschäftsjahr um 18% auf 33 Mio. Euro, die entsprechende Marge verbesserte sich von 20 auf 22% – ebenfalls – wie der Gewinn – ein neuer Höchststand.

Beim Umsatz gab es einen Zuwachs von 7% auf 152,5 Mio. Euro – damit wurden allerdings die eigenen Prognosen verfehlt. Die Anleger schätzen die Aktie von Isra Vision auch deshalb, weil das Unternehmen zuverlässig Wachstumsraten im zweistelligen Prozentbereich ablieferte – dementsprechend groß war die Enttäuschung. Und in einem schwachen Gesamtmarkt hatte dies den bereits angesprochenen heftigen Kursrücksetzer der Aktie zur Folge.

Für das begonnene Geschäftsjahr strebt Isra bei Umsatz und Ertrag ein weiteres Wachstum im niedrig-zweistelligen Prozentbereich an. Dabei hält das Management an seinem mittelfristigen Umsatzziel von 200 Mio. Euro fest. Weitere Ausführungen bezüglich der weiteren Geschäftsentwicklung werden am Ende des Monats erwartet.

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ISRA VISION bringt Maschinen das Sehen beiDer Markt für Bildverarbeitungssysteme (Machine Vision) weist immer noch Wachstumsraten von 15% auf - ein Trend, der sich in den mittelfristigen Prognosen für die nächsten Jahre fortsetzt.  › mehr lesen

Unternehmensportrait

Die ISRA Vision AG ist mit ihren Tochtergesellschaften führend in der Entwicklung und Produktion von Oberflächeninspektionssystemen und Bildverarbeitungsprogrammen (Machine Vision) mit der Spezialisierung im Bereich 3D Vision, insbesondere für das 3D Robotersehen. Schwerpunkt der Gesellschaft ist der Softwarevertrieb für die visuelle Überwachung von Arbeitsprozessen. Auf drei Kontinenten und an über 25 Standorten ist das Darmstädter Unternehmen als Ansprechpartner präsent.

Chart zeigt Unterstützung bei 22 Euro

Der Blick auf die Charttechnik fällt nicht gerade erfreulich aus. Das Positive ist dabei allerdings, dass sich bei rund 22 Euro eine nachhaltige Unterstützungslinie befindet, die bereits mehrere Male gehalten hat. Nach oben ist jetzt der Weg – nach der rasanten Abwärtsbewegung der letzten Monate – bis zur 30 Euro-Marke frei.

Bewertung vergleichsweise niedrig

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 21 ist der Konzern vergleichsweise günstig bewertet. In den Vorjahren wurde der Aktie stets eine höhere Bewertung zugebilligt, im Sommer lag das KGV sogar noch bei 50 – das war zu viel des Guten. So hoch dürfte es so schnell nicht mehr mit der Bewertung rauf gehen, aber Luft nach oben ist sicherlich vorhanden.

Nach dem „Schock“ im Dezember anlässlich der Ergebnisse dürften inzwischen alle Negativfaktoren in den jetzigen Kursen eingepreist sein. Da sich die langfristigen Unternehmensaussichten in den letzten Wochen nicht verschlechtert haben und der Preisverfall des Wertpapieres durchaus als übertrieben bezeichnet werden kann, stehen die Chancen auf eine weitere Erholung nicht schlecht. Entscheidend für die mittelfristige Entwicklung dürfte die eigene Prognose sein, die Ende Januar veröffentlicht werden soll.


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.