Hausverwaltung – ja oder nein?

Es bleibt jedem Investor selbst überlassen, ob er eine Hausverwaltung engagiert oder nicht. Ich persönlich tendiere dabei zu einem klaren JA zur Hausverwaltung. (Foto: Brian A Jackson / Shutterstock.com)

Ich kenne erfolgreiche Investoren, die alle Immobilien bzw. Häuser selbst verwalten und eine Übertragung der Bewirtschaftung an eine Hausverwaltung so ziemlich das Letzte ist, was sie machen würden. Das ist natürlich völlig legitim und doch sehe ich persönlich eine Hausverwaltung als großen Pluspunkt beim Investieren in Immobilien.

Nachteile einer Hausverwaltung

Im Endeffekt gibt es zwei Nachteile. Zum einen kosten Hausverwaltungen Geld, zum anderen ist es schwierig, eine gute zu finden.

Kosten:

Je nach Standort des Objektes, je nach Größe und Anzahl der Einheiten, je nach Aufgaben, die in der monatlichen Pauschale inkludiert sind, kostet eine Hausverwaltung in der Regel zwischen 20 bis 30 Euro pro Monat pro Einheit. Bei einem 10-Familien-Haus wären das 200 – 300 Euro im Monat. Also gar nicht mal so wenig. Lassen wir aber die Kosten zunächst beiseite.

Qualität:

In prosperierenden Metropolregionen wie München, Hamburg, Stuttgart, Frankfurt etc. ist es leicht, eine große und kompetente Hausverwaltung zu finden. Selbst ohne persönliche Kontakte schafft hier ein Blick in eine Online-Suchmaschine mit unzähligen bewerteten Angeboten schnell erste Klarheit.

Gemeinschaftsimmobilie: So sieht eine ordnungsgemäße Verwaltung ausSie können für Ihre im Gemeinschaftseigentum befindliche Immobilie einen Verwalter einsetzen. Dieser besorgt dann sämtliche Geschäfte, die für die ordnungsgemäße Bewirtschaftung dieser Gemeinschaftsimmobilie erforderlich sind. Die Betreuung einzelner Mieter, die… › mehr lesen

Und sollten Sie bei der Wahl doch falsch gelegen sein, lassen Sie den Vertrag auslaufen und suchen Sie sich eine neue Hausverwaltung. Schwierig wird es an schwachen und kleinen Standorten. Große Hausverwaltungen sind kaum zu finden, dafür aber viele Einzelkämpfer, teilweise im Nebenerwerb. Ohne persönliche Kontakte lässt sich kaum eine fundierte Auswahl treffen, da abrufbare Bewertungen kaum vorhanden sind.

Der größte Risikofaktor ist dabei tatsächlich, aufs falsche Pferd zu setzen. Eine schlechte Hausverwaltung kann Sie in den Wahnsinn treiben und viel Geld kosten. Beispielsweise indem wichtige Maßnahmen verschleppt oder gar nicht erkannt, keine Vergleichsangebote eingeholt und die Maßnahmen nur oberflächlich begleitet und abgenommen werden.

Vorteile einer Hausverwaltung

Wenn Sie auf eine gute Hausverwaltung setzen, dann müssen Sie sich um Ihr Haus im Alltag praktisch nicht mehr kümmern. Die Hausverwaltung verwaltet und bewirtschaftet Ihr Haus und Ihre Einheiten in Ihrem Sinne. Egal ob es sich um kommunale, bauliche oder Mieter-bezogene Angelegenheiten handelt – Ihre Hausverwaltung regelt alle Angelegenheiten für Sie. Und stimmt sich lediglich bei wichtigen und/oder kostspieligen Dingen gesondert mit Ihnen ab.

Das ermöglicht Ihnen nicht nur, über weite Distanzen zu investieren. Sondern schafft auch zeitliche Ressourcen, damit Sie sich weiter auf die wichtigen Dinge konzentrieren können: Zu prüfen und zu investieren.

Fazit:

Natürlich sind beispielsweise 250 Euro viel Geld im Monat. Wenn dafür aber ein Profi Ihr 10-Parteien-Haus verwaltet, gibt es kaum einen besseren Deal. Bei Häusern in dieser Größenordnung ist immer etwas zu tun:

Der Hausmeister(dienst) funktioniert nicht so wie er soll, die eine Mietpartei kündigt, eine andere hat irgendein persönliches Wehwehchen und beim Dach hat der letzte Sturm ein paar Ziegel abgedeckt…

Lassen Sie Ihre Immobilien nicht zu einem weiteren Hamsterrad werden. Bleiben Sie Investor und werden Sie nicht selbst zum Hausverwalter. Übrigens können Sie die Kosten für die Hausverwaltung steuerlich geltend machen. Also auch von den Ausgaben her halb so schlimm…


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Von: Christian Marchner. Über den Autor

Christian Marchners Start in den Immobilienmarkt liegt nun fast 10 Jahre zurück. Heute konzentriert er sich vor allem auf Wachstumsmärkte. Dort setzt er vor allem auf eine langfristig positive Entwicklung in Bezug auf Miet- und Kaufpreise.

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