Hawesko: Der Machtkampf ist entschieden

Der seit einiger Zeit andauernde Machtkampf um die künftige Ausrichtung des ehemals im SDax notierten Weinhändlers Hawesko ist entschieden.

Der bisherige Vorstandschef Alexander Margaritoff, Sohn der Firmengründers, zieht sich zurück und verkauft seine Anteile an den Großaktionär Detlev Meyer und dessen Holding Tocos.

Zu den Hintergründen des Machtkampfes und dazu, wie dieser jetzt konkret beendet wurde, komme ich gleich. Jetzt möchte ich Ihnen jedoch zunächst kurz die Hawesko-Gruppe vorstellen.

Das ist die Hawesko-Gruppe

Hawesko ist in die drei Geschäftsbereiche Versandhandel sowie Groß- und Einzelhandel aufgeteilt. Zu der Hawesko-Gruppe zählt auch die Filialkette Jaques´ Wein-Depot mit 284 Niederlassungen in Deutschland und 2 in Österreich.

Der Gesamtumsatz der Hawesko-Gruppe soll im Jahr 2014 bei rund 465 Mio. Euro liegen. Der operative Gewinn (EBIT) wird in diesem Zeitraum in einem Bereich zwischen 24 und 25 Mio. Euro gesehen. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 925 Mitarbeiter.

Die Hintergründe des Machtkampfes

Der zum 30. Juni scheidende Noch-Vorstandschef Alexander Margaritoff hatte Hawesko im Jahr 1981 von seinem Vater übernommen und seither erfolgreich geführt.

Doch nach dem Einstieg des Großaktionärs Detlev Meyer, der aktuell im Hawesko-Aufsichtsrat sitzt, kam es zu Unstimmigkeiten zwischen Margaritoff und Meyer. Zuletzt ging es um unterschiedliche Vorstellungen über die zukünftige Strategie und Art der Unternehmensführung.

Aus diesen Unstimmigkeiten ist ein seit einiger Zeit andauernder Machtkampf zwischen Hawesko-Großaktionär und -aufsichtsrat Meyer und Margarittof, dem Sohn des Gründers, entstanden.

Meyer hatte daraufhin über seine Beteiligungsgesellschaft Tocos eine Übernahmeofferte für Hawesko vorgelegt und wollte so viele Anteile wie möglich einsammeln, um den strategischen Kurs von Hawesko zu ändern.

Meyer befürchtete, dass Margaritoff das Unternehmen bei seinem Expansionskurs zu sehr verschulden würde. Die Annahmefrist des Übernahmeangebots von Tocos, welches bei 40 Euro je Aktie liegt, läuft bis zum 30. Januar 2015.

Margaritoff gab jetzt schließlich nach und kündigte an, dass Unternehmen zum 30. Juni 2015 verlassen zu wollen. Zudem will er seine Hawesko-Anteile (30%) nun an Meyers Beteiligungsgesellschaft Tocos verkaufen. Gleichzeitig wurde die für den 26. Januar einberufene außerordentliche Hauptversammlung abgesagt.

Was dieser Schritt für die Anleger bedeutet

Da der noch amtierende Hawesko-Chef Margaritoff seine Anteile an Meyer verkaufen und zum 30. Juni zurücktreten will, hat sein Kontrahent Meyer alles erreicht, was er wollte. Der Machtkampf ist somit zu seinen Gunsten ausgegangen.

Die Hawesko-Aktie sackte nach dieser Meldung leicht von rund 41,20 Euro auf jetzt etwa 39,85 Euro ab und liegt somit derzeit unterhalb des Übernahmeangebotes. Das bedeutet, dass sich die Marktteilnehmer keine allzu großen Hoffnungen auf eine Nachbesserung des Angebotes machen.

Somit sollten auch Sie, sofern Sie Hawesko-Aktien halten, das Übernahmeangebot in Höhe von 40 Euro annehmen.

20. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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