Heidelberger Druck soll die Amazon der Druckwelt werden

Heidelberger Druckmaschinen setzt auf die digitale Zukunft – die Aktie steigt, Analysten sind begeistert. Hier verraten wir Ihnen noch mehr dazu: (Foto: pixinoo / Shutterstock.com)

Rainer Hundsdörfer greift durch:

Der Chef des im SDax notierten Maschinenbauers Heidelberger Druckmaschinen will den Laden kräftig aufräumen und auf Vordermann bringen, um ihn für die Zukunft zu wappnen.

Heidelberger Druckmaschinen im Umbruch

Ganz weit oben auf seiner To-Do-Liste steht dabei die Stärkung der Digital-Sparte. Im Zuge der Finanzkrise vor rund 10 Jahren waren etliche Druckereien in die Pleite geschlittert.

Doch auch unabhängig davon hat sich das Geschäft in den vergangenen 2 – 3 Jahrzehnten massiv gewandelt.

Dies geschah v. a. durch den Vormarsch des Internets und der digitalen Revolution, die praktisch sämtliche Branchen durchzieht.

Um den veränderten Anforderungen auch künftig gerecht werden zu können, baut Hundsdörfer den Betrieb nun um.

Der Fokus soll demnach stärker auf Service-Dienstleistungen liegen. Auch setzt der Konzern auf das „Alles-aus-einer-Hand“-Prinzip.

Will heißen: Nicht nur Druckmaschinen und deren Wartung können künftig über Heidelberger bezogen werden, sondern auch Zubehör wie Farben und Software.

Das Leistungs-Spektrum und Produkt-Portfolio soll entsprechend ausgebaut und erweitert werden.

Millionenschwere Shoppingtour

Kein Wunder, dass dafür auch strategische Zukäufe geplant sind. Bereits zum 1. Juli kauf Heidelberger den Geschäftsbereich Lacke und Drucksaal-Chemikalien von Fujifilm ab.

Mit Docufy holt man sich zudem auch einen Software-Spezialisten ins Haus. Und das könnte erst der Anfang sein.

Denn von weiteren Zukäufen war zuletzt ebenfalls die Rede, auch wenn konkrete Details hierzu bis dato noch nicht bekannt geworden sind.

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Die millionenschwere Shoppingtour – allein die beiden genannten Übernahmen kosten Heidelberger rund 20 Mio. € – sieht man im Konzern als Investition in die Zukunft.

In diesem Jahr wird sich das vermutlich noch nicht großartig auszahlen, doch wenn die Weichenstellungen stimmen, kann Heidelberger in den kommenden Jahren durchaus auf reiche Ernte hoffen.

Anleger sollten daher einen guten Einstiegs-Zeitpunkt wählen. Wer das Risiko nicht scheut und etwas Geduld mitbringt, kann schon jetzt zugreifen.

Wer erst einmal abwarten will, wie sich die Dinge tatsächlich entwickeln, verpasst dafür womöglich den Anfang einer Rally.

Heidelberger-Aktie – Da geht noch Einiges

Im Juni verzeichnete die Heidelberger-Aktie einen enormen Sprung nach oben, musste allerdings zuletzt einen guten Teil der Gewinne wieder abgeben.

Und so notiert das Papier mit 2,65 € noch gut 6% oberhalb des Vorjahres-Niveaus. Am 19. Juni wurde mit 3 € je Aktie der höchste Stand seit Anfang 2014 erreicht.

Die meisten Analysten sehen die Entwicklungen bei Heidelberger positiv und bewerten den Ausblick für die Aktie durchaus optimistisch:

Nahezu einstimmig empfehlen aktuelle Studien die Heidelberger Aktie zum Kauf.

Die Kursziele bewegen sich dabei im Bereich zwischen 3,10 € (S&P Capital, Independent Research) und 3,60 € (Warburg Research, HSBC).

Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 3,21 € – das entspricht einem Anstiegs-Potenzial von gut 20%.

2017-06-30 Heidelberger


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.