Heiße Übernahme-Schlacht in der Bierbranche

Auf dem Biermarkt geht es aktuell heiß her. Branchenprimus AB InBev bietet für die Nummer 2 der Branche SAB Miller 104 Mrd. Dollar. Doch der Übernahme-Kandidat denkt garnicht daran, die dreistellige Milliardensumme anzunehmen.

Wie schon 2 vorherige Offerten, lehnte der Aufsichtsrat auch den dritten Vorschlag von AB InBev ab. Der zeigt sich zwar enttäuscht, scheint aber dennoch an einem Deal festhalten zu wollen.

Deal wird die Wettbewerbsbehörden auf den Plan rufen

Es wäre die Rekordhochzeit auf dem Biermarkt und auch einer der größten Übernahmen überhaupt. Klappt der Zusammenschluss von AB InBev und SAB Miller würde jedes dritte Bier von der dann neuen Nummer 1 gebraut werden.

In 24 von 30 Märkten wäre das Duo klarer Platzhirsch. Leider ist bei solchen Zusammenschlüssen eben auch eine zu große Marktmacht ein Problem. Denn die Wettbewerbsbehörden haben die Pflicht, für gesundes Konkurrenzverhalten zu sorgen.

Eine Deal-Genehmigung ist daher nicht ohne weiteres zu erwarten. Insbesondere in den USA dürfte ohne die Abgabe wesentlicher Geschäftsteile nichts zu machen sein.

Das wiederum ist schlecht für den Wert des Deals. Je mehr abgegeben werden muss desto unrentabler wird die Übernahme. Und – logischerweise – je mehr SAB Miller verlangt, umso unrentabler wird der Deal.

Großaktionär will Übernahme

Es ist aber nicht in erster Linie die fragliche Deal-Genehmigung, die den Übernahme-Kandidaten zur wiederholten Ablehnung der Offerte brachte. Der Preis sei immer noch nicht hoch genug, urteilte die Mehrzahl der Aufsichtratmitglieder.

In dem Punkt sind sich die Manager aber nicht einig. Denn die 3 Mitglieder des Großaktionärs Altria unterstützen den Deal. Altria hält 27% der Anteile, weswegen nicht wenige Analysten damit rechnen, dass es doch noch für eine Übernahme reicht.

Ob sie damit Recht behalten, wird sich zeitnah zeigen. Denn SAB Miller ist in London gelistet und das britische Übernahme-Recht schützt bei ungewollten Angeboten ein Stück weit den Kandidaten. Entweder SAB Miller legt bis zum 14. Oktober noch einmal nach oder das war es fürs erste.

Feindliche Offerte mit realistischen Erfolgschancen

Die Positionen von AB InBev und SAB Miller liegen nicht sehr weit auseinander. Das jüngste Angebot beläuft sich auf 42 Pfund je Aktie. Gerüchteweise verlangt das Management 45 Pfund je Aktie.

Bei einem Deal-Volumen von 100 Mrd. Dollar sind die 7% Preisunterschied allerdings 7 Mrd. Dollar. Damit könnte man die Lufthansa für den Biertransport gleich mit übernehmen.

AB InBev geht daher nicht einfach auf die Forderung ein. Gut möglich, dass der Bieter auch nach reifer Überlegung nicht aufstockt. AB InBev könnte einen für SAB unschönen Plan B in der Tasche haben. Vielleicht versucht der Bierkönig den widerspenstigen Übernahme-Kandidaten am Management vorbei zu übernehmen.

Da er die Unterstützung von Altria genießt und dann schon 27% der Anteile sicher hat, ein nicht unmögliches Vorhaben, zumal das Angebot einen hohen Aufschlag auf den aktuellen Aktienkurs besitzt.

Es bleibt auf jeden Fall spannend.


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8. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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