Helden auf Rädern

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Leckereien vom Lieblings-Restaurant direkt nach Hause? Dieses Modell hat sich für Delivery Hero in Deutschland nicht bewährt. Wie es um die Aktie steht. (Foto: Mano Kors / shutterstock.com)

In deutschen Großstädten sieht man immer mehr junge Menschen auf Fahrrädern, die Essen ausfahren. Oftmals handelt es sich dabei um ehemalige Mitarbeiter von Delivery Hero. Ausgestattet mit Smartphone, Fahrrad und Isolierbox bringen diese flinken Helfer Essen an den Mann oder die Frau. Vor allem in Städten ist das ein lohnendes Geschäft für (fast) alle Beteiligten. Die Dichte an Restaurants ist groß und potenzielle Kunden sind per Rad am besten zu erreichen.

Delivery Hero selbst hat sich vom Deutschland-Geschäft weitgehend verabschiedet und blickt nun nach Asien. Was bringt das Modell uns Investoren? Wenn Sie schon mal über ein Investment nachgedacht haben, sollten Sie unbedingt unsere Analyse lesen.

Marktkonsolidierung bei Bringdiensten

Delivery Hero ist ein noch recht junges Unternehmen aus Berlin, das weltweit Portale für Essensbestellungen betreibt. Mit dem Verkauf von foodora, Lieferheld und pizza.de hat sich Delivery Hero vollständig aus dem deutschen Markt zurückgezogen. Der Fokus liegt jetzt auf dem Nahen Osten und Asien. Zudem hält Delivery Hero 15,5% an takeaway.de.  Delivery Hero ist in den ersten 9 Monaten enorm gewachsen. Der Umsatz stieg um 52,1% auf 544,2 Mio €.

Klammert man die Wechselkurseffekte aus, so stieg der Umsatz sogar um 62%. Dabei verbesserten sich die Auftragseingänge um 45,7% auf 284,5 Mio €. Im Bereich Merchandise konnte ein Plus von 38,1% erzielt werden. Künftig möchte der Berliner Konzern vor allem im Ausland wachsen. Aus dem deutschen Heimatmarkt hatte sich Delivery Hero dagegen im Dezember bereits vollständig zurückgezogen.

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Der Wettbewerb war viel zu hart, und die operativen Margen standen enorm unter Druck. Damit ist jetzt Schluss. Mit dem Verkauf von Lieferheld, foodora und pizza.de wurden die wichtigsten deutschen Kernmarken abgestoßen. Käufer war der niederländische Wettbewerber takeaway.de, der in Deutschland vor allem mit der Plattform Lieferando erfolgreich ist. Delivery Hero bekam für seine drei Plattformen rund 930 Mio € und 15,5% an takeaway.de.

Bleiben Sie hier besser vorsichtig!

Das frische Geld soll jetzt für die Stärkung des Liefernetzes im Ausland eingesetzt werden. Klarer Fokus liegt hier auf dem Nahen und fernen Osten. In den Vereinigten Arabischen Emiraten hat Delivery Hero bereits das Lieferdienstgeschäft von Zomata Media Pvt übernommen.

Der Lieferdienst liefert monatlich rund 1,2 Mio Essensbestellungen aus. Insgesamt sollen 410 Mio € in den Nahen Osten investiert werden. Weiteres Geld soll in die Asien-Pazifik-Region fließen. Zudem möchte Delivery Hero neben Essenslieferungen bald noch weitere Artikel anbieten. Im Gespräch sind beispielsweise Windeln oder rezeptfreie Medikamente. Die Umstrukturierung ist riskant. Suchen Sie sich besser eine andere Aktie!


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.