Helfen Rufe nach dem Staat diesen DAX-Werten?

Diese Börsenwoche fängt gut an: Der deutsche Leitindex DAX gewann heute bis zum Nachmittag hinein über 1,5%.

Die Anleger ließen sich dabei von der guten Stimmung aus Übersee anstecken:

Am Freitag hatten an der New Yorker Wall Street dank des überraschend guten US-Arbeitsmarkt-Berichts die wichtigsten Indizes die charttechnischen Widerstände brechen können, die ihren Aufschwung zuletzt noch gestoppt hatten.

Der marktbreite S&P-500-Index kletterte auf den höchsten Stand seit Sommer 2015 und ist nicht mehr weit von seinem Allzeithoch entfernt.

Auch der japanische Nikkei-225-Index sprang in der vergangenen Nacht um 4% nach oben.

Der Grund hier: Das Regierungs-Lager um Ministerpräsident Shinzo Abe gewann die Oberhaus-Wahlen – nun rechnen die Marktteilnehmer mit weiteren Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft.

Sorgen um italienische Bankhäuser

Die aktuell gute Börsenstimmung wird lediglich von den Sorgen um die italienischen Bankhäuser getrübt.

Experten gehen mittlerweile davon aus, dass das Traditions-Bankhaus Monte dei Paschi di Siena (MPS) staatliche Unterstützung benötigt, um seine faulen Kredite im Wert von 43,4 Mrd. € abzubauen – ist das der Beginn eines neuen Flächenbrands wie in der Finanzkrise?

Vor diesem Hintergrund waren die Papiere der Deutschen Bank und der Commerzbank auch heute wieder am Ende des DAX anzutreffen. Immerhin konnten sie sich nicht ganz dem positiven Sog entziehen und legten leicht zu.

Die Commerzbank-Aktie liegt aktuell wieder gut 7% über dem Allzeittief von 5,37 € aus der vergangenen Woche. Doch wie geht es nun weiter?

Milliardenschweres Rettungs-Programm

Geht es nach dem Chef-Ökonom der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau, steht dem Steuerzahler ein neues milliardenschweres Banken-Rettungs-Programm ins Haus.

Der „Welt am Sonntag“ sagte er, dass sich „mit 150 Mrd. € die europäischen Banken rekapitalisieren“ ließen.

Gerade vor dem Hintergrund der italienischen Bankenkrise erklärte Folkerts-Landau, dass man für die Banken-Rettung notfalls sogar ein Bruch der Regeln der neuen EU-Banken-Richtlinie akzeptieren müsse.

Nach den Erfahrungen der schweren Finanzkrise 2008/2009 sollen staatliche Hilfen für angeschlagene Banken eigentlich erst dann fließen, nachdem Aktionäre und private Gläubiger herangezogen wurden.

Sie sehen: Die Bankenkrise ist wieder so aktuell wie lange nicht mehr.

Die Rufe zur Behebung der Krise durch den Steuerberater werden wieder lauter – darüber freuen können sich maximal die Aktionäre der Deutschen Bank oder der Commerzbank.

11. Juli 2016

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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