Hella-Aktie: Auto-Zulieferer bestätigt Wachstumsziele

Die Berichts-Saison ist wieder in vollem Gange. Mit Hella hat jetzt ein weiterer Automobil-Zulieferer seine Bücher geöffnet.

Der Aktienkurs des gut 4 Mrd. € schweren Unternehmens zog nach den Zahlen mit einem Kursplus von knapp 3% spürbar an.

Trotz der jüngsten Kursrally (immerhin 31% seit Juli) dürfte das die Anleger nur bedingt freuen. Auf Jahressicht liegen die Papiere immer noch hinten.

Hella – alles rund um Lichttechnik

Falls Sie den Konzern noch nicht kennen. Hella ist ein global tätiger Zulieferer mit Produktions-Standorten in Europa, Asien und Amerika.

Spezialisiert hat sich der Konzern auf Lichtsysteme und Fahrzeugel-Ektronik.

Das Unternehmen agiert in den 3 Geschäfts-Bereichen:

  1. Automotive (ca. 75% Umsatz-Beitrag),
  2. Aftermarket (ca. 20% Umsatz-Beitrag)
  3. und Special Applications (´ca. 5% Umsatz-Beitrag).

Im Bereich „Automotive“ entwickelt, produziert und vertreibt Hella verschiedene Artikel für die Lichttechnik und Elektronik für Fahrzeug-Hersteller und Zuliefer-Betriebe.

Zum Angebot zählen dabei Batterie-Sensoren, radarbasierte Fahrerassistenz- oder adaptive Licht-Systeme.

Im „Aftermarket“-Bereich bietet Hella für unabhängige Werkstätten mehr als 40.000 eigene und konzernfremde Teile und Diagnose-Geräte an.

Im Segment „Special Applications“ konzentriert sich die Firma hingegen auf die Bedürfnisse von Baumaschinen- und Boots-Herstellern sowie Kommunen und Energie-Versorgern.

Führende Position im Nischenmarkt

Die Marktposition des Konzerns ist durchaus beeindruckend. Hella zählt weltweit zu den größten 4 Zulieferern für Lichtsysteme (Europa: Top 1-2). Bei LED-Scheinwerfern ist Hella sogar Marktführer.

Im Bereich der Elektronik-Bauteile hat das Unternehmen als weltweite Nr. 2 – 3 bzw. als Nr. 1 – 2 in Europa eine ähnlich starke Position.

Als KFZ-Teilehändler zählt der Konzern in Europa ebenfalls zu den Top 3.

Dabei profitiert die Firma von der internationalen Präsenz und hohen Entwicklungs-Aufwendungen, die eine schwierige Markteintritts-Barriere für neue Wettbewerber darstellen.

China und Nordamerika treiben Geschäft nach vorne

Die aktuellen Zahlen fielen gar nicht mal schlecht aus. Im 1. Halbjahr kletterten die Erlöse um 1,2% auf 3,2 Mrd. €.

Das Vorsteuer-Ergebnis (EBIT) kletterte zwar deutlich stärker auf 245 Mio. € (+20,6%), lag aber unter den Erwartungen der Analysten.

Dabei lief es v. a. China und Nordamerika sowie auf Grund der hohen Nachfrage nach Elektronik für Energie-Management rund.

Besonders der Aftermarket-Bereich, also das Geschäft mit Autoteilen und Werkstatt-Ausrüstung zeigte sich mit einem Erlös-Anstieg von 5,4% auf 629 Mio. € sehr dynamisch.

Im Gegenzug hinkte das „Automotive“-Geschäft mit einem schwachen Umsatz-Anstieg von 0,6% auf 2,41 Mrd. € hinterher.

Margen-Anstieg dank guter Kosten-Kontrolle

Dass die Vorsteuermarge von 8,1 auf 8,4% verbessert werden konnte, lag laut Firmenchef Rolf Breidenbach v. a. an den operativen Verbesserungen in den Produktionsstätten in Osteuropa.

Trotz des nur verhaltenen Wachstums gibt sich die Konzern-Führung erstaunlich zuversichtlich:

Für die 2. Jahreshälfte wird eine deutlich anziehende Wachstums-Dynamik erwartet. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einem Umsatz-Wachstum im mittleren 1-stelligen Prozentbereich.

Für Sie zum Vergleich: Im vergangenen Geschäftsjahr hatte die Umsatz-Steigerung bei 8,9% auf rund 6,4 Mrd. gelegen.

Hella will bei selbstfahrenden Autos mitverdienen

Dass der Konzern nicht still steht, konnten Sie gerade auf der CES-Messe in Las Vegas beobachten. Dort hat Hella nämlich seine Lösungen für automatisiertes Fahren präsentiert.

U. a. bieten die Lippstädter eine innovative Radartechnik für die Sicht rund ums Auto. Ob der Zulieferer damit auf breiter Front punkten kann, wird sich aber erst noch zeigen müssen.

13. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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