Hella-Aktie: Lichtspezialist bestätigt trotz großer Unsicherheit die Prognose

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Der Lichtspezialist Hella schneidet besser ab als erwartet und bestätigt die Jahresprognose. Allerdings könnten Lieferkettenprobleme künftig für Gegenwind sorgen. (Foto: solarseven / Shutterstock.com)

Die Sicht bei dem auf Licht und Elektronik spezialisierten Automobilzulieferer Hella ist zwar alles andere als glasklar, dennoch zeigt sich die Konzernführung zuversichtlich und hat gerade die bestehende Jahresprognose bestätigt. Zudem veröffentlichter der Lippstadter Konzern seine Zahlen zur ersten Hälfte des Geschäftsjahres, das Ende November ablief und deutlich über den Erwartungen lag.

Hella – alles rund um Lichttechnik

Falls Sie den Konzern noch nicht kennen. Hella ist ein global tätiger Zulieferer mit Produktionsstandorten in Europa, Asien und Amerika. Spezialisiert hat sich der Konzern auf Lichtsysteme und Fahrzeugelektronik. Das Unternehmen agiert in den drei Geschäftsbereichen Automotive (rd. 75% Umsatzbeitrag), Aftermarket (rd. 20% Umsatzbeitrag) und Special Applications (rund 5% Umsatzbeitrag).

Im Bereich „Automotive“ entwickelt, produziert und vertreibt Hella verschiedene Artikel für die Lichttechnik und Elektronik für Fahrzeughersteller und Zulieferbetriebe. Zum Angebot zählen dabei Batteriesensoren, radarbasierte Fahrerassistenz-Systeme oder adaptive Licht-Systeme.

Im „Aftermarket“-Bereich bietet Hella für unabhängige Werkstätten mehr als 40.000 eigene und konzernfremde Teile und Diagnosegeräte an. Im Segment „Special Applications“ konzentriert sich die Firma hingegen auf die Bedürfnisse von Baumaschinen- und Bootsherstellern sowie Kommunen und Energieversorgern.

Führende Position im Nischenmarkt

Die Marktposition des Konzerns ist durchaus beeindruckend. Hella zählt weltweit zu den größten 4 Zulieferern für Lichtsysteme (Europa: Top1-2). Bei LED-Scheinwerfern ist Hella sogar Marktführer.

Im Bereich der Elektronikbauteile hat das Unternehmen als weltweite Nummer 2-3 beziehungsweise als Nummer 1-2 in Europa eine ähnlich starke Position. Als KFZ-Teilehändler zählt der Konzern in Europa ebenfalls zu den Top 3. Dabei profitiert die Firma von der internationalen Präsenz und hohen Entwicklungsaufwendungen, die eine schwierige Markteintrittsbarriere für neue Wettbewerber darstellen.

Zweites Quartal deutlich besser als erwartet

Im gerade abgelaufenen zweiten Quartal konnte der Lichtspezialist Hella deutlich besser abschneiden als zuvor erwartet worden war. Im Zeitraum von September bis November erhöhte sich der Umsatz leicht um 2,6 % auf 1,8 Milliarden Euro. Zeitgleich sprang das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) beinahe um 50 % auf 213 Millionen Euro in die Höhe. Die deutliche Ergebnissteigerung lag vor allem an der strikten Kostendisziplin des Konzerns.

Zum Hintergrund: Bei Hella läuft ein Programm zum Personalabbau. Der Zulieferer hatte seine weltweite Stammbelegschaft um 5,5% auf rund 35.750 Beschäftigte reduziert. Darin noch nicht enthalten ist der für Deutschland geplante Stellenabbau. Am Firmensitz in Lippstadt plant Hella bis 2023 den Abbau von 900 Arbeitsplätzen. Bilanziell hatte Hella dafür bereits im ersten Quartal mit Rückstellungen von 169 Millionen Euro vorgesorgt.

Lieferketten treiben Management Sorgenfalten auf die Stirn

Trotz des besseren Abschneidens im letzten Quartal und der bestätigten Jahresprognose (Umsatz zwischen 6,1 und 6,6 Mio. Euro, Ebit-Marge zwischen 6 und 8%) bremst die Firmenführung die Euphorie. In einer Pressemitteilung warnte Vorstand Rolf Breidenbach vor allem vor Problemen bei den Lieferketten. Der weltweite Mangel an Mikrochips sorgt auch bei Hella für Bremsspuren. Die hohe Nachfrage nach elektronischen Bauteilen hat in einzelnen Werken zu einer Stopp-and-Go-Produktion geführt.

Vor diesem Hintergrund ist auch die Übernahme der FWB Kunststofftechnik zu sehen, die kürzlich über die Bühne ging. Das Unternehmen beliefert Hella seit Jahren mit anspruchsvollen Spritzguss-Werkzeugen.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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