Hella-Aktie: Lichtspezialist positioniert sich für den Megamarkt mit Roboterautos

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Der Lichtspezialist Hella geht eine Kooperation mit einem Radarspezialisten ein. Das Ziel: Strategische Positionierung für den Megamarkt Roboterautos. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Die letzten zwei Jahre waren für die Autobranche und deren Zulieferer wahrlich kein Zuckerschlecken. Die Firmen bekamen sowohl die konjunkturelle Abschwächung als auch tiefgreifende Branchenumwälzungen zu spüren. China pusht Elektroantriebe, in der EU kommen noch strengere Abgasvorgaben – und in den USA lauern die Tech-Konzerne darauf, das Autofahren zu revolutionieren.

Dennoch haben sich einige Zuliefereraktien bereits wieder kräftig erholt. So konnten die Papiere des Lichtspezialisten Hella in 2019 um 40% zulegen. Dafür dürfte nicht nur die im Herbst bestätigte Jahresprognose verantwortlich sein. Auch die Investitionen in Zukunftsmärkte machen den Anlegern offenbar starke Hoffnung.

Hella – alles rund um Lichttechnik

Falls Sie den Konzern noch nicht kennen. Hella ist ein global tätiger Zulieferer mit Produktionsstandorten in Europa, Asien und Amerika. Spezialisiert hat sich der Konzern auf Lichtsysteme und Fahrzeugelektronik. Das Unternehmen agiert in den drei Geschäftsbereichen Automotive (rd. 75% Umsatzbeitrag), Aftermarket (rd. 20% Umsatzbeitrag) und Special Applications (rund 5% Umsatzbeitrag).

Im Bereich „Automotive“ entwickelt, produziert und vertreibt Hella verschiedene Artikel für die Lichttechnik und Elektronik für Fahrzeughersteller und Zulieferbetriebe. Zum Angebot zählen dabei Batteriesensoren, radarbasierte Fahrerassistenz-Systeme oder adaptive Licht-Systeme.

Im „Aftermarket“-Bereich bietet Hella für unabhängige Werkstätten mehr als 40.000 eigene und konzernfremde Teile und Diagnosegeräte an. Im Segment „Special Applications“ konzentriert sich die Firma hingegen auf die Bedürfnisse von Baumaschinen- und Bootsherstellern sowie Kommunen und Energieversorgern.

Führende Position im Nischenmarkt

Die Marktposition des Konzerns ist durchaus beeindruckend. Hella zählt weltweit zu den größten 4 Zulieferern für Lichtsysteme (Europa: Top1-2). Bei LED-Scheinwerfern ist Hella sogar Marktführer.

Im Bereich der Elektronikbauteile hat das Unternehmen als weltweite Nummer 2-3 beziehungsweise als Nummer 1-2 in Europa eine ähnlich starke Position. Als KFZ-Teilehändler zählt der Konzern in Europa ebenfalls zu den Top 3. Dabei profitiert die Firma von der internationalen Präsenz und hohen Entwicklungsaufwendungen, die eine schwierige Markteintrittsbarriere für neue Wettbewerber darstellen.

Beeindruckende Erfolgsgeschichte

In den vergangenen Jahren lief es für den Lippstadter Konzern ausgesprochen gut. Seit 2011 kletterten die Erlöse von 4,37 auf 6,99 Milliarden Euro. Auch die Gewinnentwicklung kann sich durchaus sehen lassen. Immerhin verbesserte sich der Reingewinn deutlich überproportional von 154 auf 630 Millionen Euro in der gleichen Zeit. Mit einer Gewinnspanne von 9,01% erreichte Hella im zurückliegenden Geschäftsjahr das höchste Niveau der bisherigen Firmengeschichte.

Hella forciert Geschäft mit Radarsoftware

Um für die Zukunft gerüstet zu sein, hat Hella gerade eine Entwicklungspartnerschaft mit dem US-Start-up Oculii bekanntgegeben. Gemeinsam wollen beide Firmen Radarlösungen für den Automobilsektor entwickeln. Das Ziel liegt auf der Hand: Mit leistungsstarken, skalierbaren Radarlösungen will der Konzern sowohl die Anforderungen für assistiertes als auch für automatisiertes Fahren erfüllen.

Dabei soll die Software des US-Partners in die eigene Radarplattform integriert werden. Sie müssen wissen: Hella hat jahrelange Erfahrung im Bereich der Radartechnologie und bereits über 30 Millionen Radarsensoren produziert. Beide Unternehmen gehen davon aus, dass die Serienproduktion im Jahr 2023 starten wird. Zudem hat sich der deutsche Autozulieferer im Zuge des Deals auch an Oculii finanziell beteiligt. Genaue Zahlen zur Höhe der Beteiligung und Bewertung der US-Firma wurden allerdings nicht genannt.

Hella peilt leichten Rückgang im Gesamtjahr an

Trotz der schwierigen Branchenentwicklung sieht Firmenchef Breidenbach Hella auch weiterhin auf Plan, was die Erreichung der Gesamtjahresziele angeht. Bei einem Umsatz von 6,5 Milliarden Euro peilt die Gesellschaft eine EBIT-Marge von 6,5 bis 7,5% an. Trotz des Gegenwinds wird Hella bei seinen Forschungsinvestitionen ordentlich auf die Tube drücken. Die Anleger scheinen von der Langfriststrategie des Konzerns jedenfalls überzeugt zu sein.

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Hella-Aktie: Lichtspezialist fährt auf SichtDer Lichtspezialist Hella lässt den Rotstift kreiseln. Der weltweite Absatzeinbruch auf dem Automobilmarkt hinterlässt Bremsspuren. › mehr lesen


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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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