Hella-Aktie nach Sonderdividende unter Druck

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Der Autozulieferer Hella zahlt eine hohe Sonderdividende, die heute zu einem deutlichen Kursabschlag geführt hat. (Foto: Best Backgrounds / shutterstock.com)

Das aus meiner westfälischen Heimat stammende Familienunternehmen Hella hat kürzlich aktuelle Zahlen vorgelegt. Darüber hinaus hat das Unternehmen vor wenigen Tagen auf der Hauptversammlung eine recht üppige Sonderdividende beschlossen, die heute vom Kurs abgeschlagen wurde und damit für ein deutliches Minus bei der Hella-Aktie sorgte.

Doch der Reihe nach. Bevor ich gleich auf die Zahlen und die Sonderdividende eingehe, zunächst ein paar Worte zum Unternehmen Hella.

Das Geschäftsmodell von Hella im Überblick

Das Unternehmen wurde 1899 von Sally Windmüller unter dem Namen Westfälische Metall-Industrie Aktien-Gesellschaft (WMI) gegründet. Der Name Hella wurde erstmals 1908 als Warenzeichen für einen Acetylen-Scheinwerfer verwendet. 1923 übernahm die Lüdenscheider Fabrikantenfamilie Hueck die Aktienmehrheit und im Jahr 1986 wurde der Name Hella schließlich in die Firmenbezeichnung aufgenommen.

Heute ist Hella ein börsennotiertes Familienunternehmen mit über 125 Standorten in rund 35 Ländern. Mit einem Umsatz von 7 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2018/2019 sowie 39.000 Mitarbeitern zählt Hella zu den führenden Automobilzulieferern.

Spezialisiert auf innovative Lichtsysteme und Fahrzeugelektronik ist Hella nach eigenen Angaben seit mehr als 100 Jahren ein wichtiger Partner der Automobilindustrie sowie des Aftermarket. Darüber hinaus entwickelt, fertigt und vertreibt Hella im Segment Special Applications Licht- und Elektronikprodukte für Spezialfahrzeuge.

Mit weltweit rund 8.000 Beschäftigen in Forschung und Entwicklung sowie konstant hohen Investitionen in diesen Bereich stellt Hella  die eigene Technologieführerschaft sicher und baut diese kontinuierlich aus.

Hella startet erwartungsgemäß in das Geschäftsjahr 2019/2020

Am vergangenen Donnerstag teilte Hella die Zahlen für das 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2019/2020 (bis Ende Mai) mit. Die Zahlen fielen erwartungsgemäß aus. Der währungs- und portfoliobereinigte Umsatz verringerte sich um 5,5% auf 1,6 Mrd. Euro.

Der bereinigte Gewinn ging auf 113 Mio. Euro zurück. Die bereinigte EBIT-Marge liegt damit bei 7,2%. Eine weiter rückläufige Branchenentwicklung belastet nach Unternehmensangaben den Automotive-Umsatz.

Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr hat das Unternehmen bestätigt. Das bedeutet: Das Hella-Management erwartet einen währungs- und portfoliobereinigten Umsatz von rund 6,5 bis 7,0 Mrd. Euro sowie eine um Restrukturierungsmaßnahmen und Portfolioeffekte bereinigte EBIT-Marge zwischen rund 6,5 bis 7,5%.

Üppige Sonderdividende

Auf der Hauptversammlung von Hella, die am vergangenen Freitag stattfand, wurde eine Dividende in Höhe von 1,05 Euro für das zurückliegende Geschäftsjahr 2018/2019 beschlossen. Darüber hinaus wurde beschlossen, dass eine Sonderdividende in Höhe von 2,30 Euro je Aktie gezahlt wird.

Die Dividende in Höhe von insgesamt 3,35 Euro je Aktie wurde heute vom Kurs abgeschlagen und sorgte damit für ein deutliches Minus bei der Hella-Aktie. Die Dividende wird den Hella-Aktionären in wenigen Tagen gutgeschrieben. Auf Basis des Schlusskurses von Freitag ergibt sich eine Dividendenrendite von knapp 7,7%.

Beachten Sie aber, dass die hohe Dividende bei Hella und damit auch die hohe Dividendenrendite ganz wesentlich der Sonderdividende zu verdanken sind. Sie sollten also nicht erwarten, dass die Dividenden bei Hella zukünftig immer so hoch ausfallen.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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