Hella leidet unter Rückgang der Autoproduktion

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Der Lichttechnik-Spezialist und Autozulieferer Hella litt in den vergangenen Monaten unter der schwachen Autokonjunktur. Jahresziele allerdings bestätigt. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Der im MDax notierte Lichttechnik-Spezialist Hella hat heute die Zahlen für das 1. Halbjahr des bis zum 31. Mai laufenden Geschäftsjahres 2019/2020 vorgelegt. Bevor ich für Sie im Detail auf die Zahlen eingehe, zunächst kurz einige Worte zum Unternehmen und zum Geschäftsmodell.

Hella ist ein global aufgestelltes Familienunternehmen mit über 125 Standorten in rund 35 Ländern. Mit einem Umsatz von 7,0 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2018/2019 sowie 39.000 Mitarbeitern zählt Hella zu den führenden Automobilzulieferern in Deutschland.

Spezialisiert auf innovative Lichtsysteme und Fahrzeugelektronik ist Hella seit mehr als 100 Jahren ein wichtiger Partner der Automobilindustrie sowie des sogenannten Aftermarket. Darüber hinaus entwickelt, fertigt und vertreibt das Unternehmen im Segment Special Applications Licht- und Elektronikprodukte für Spezialfahrzeuge.

Zahlen im Blickpunkt

Schauen wir uns nun die aktuellen Zahlen und die Perspektiven im Detail an: Vor dem Hintergrund der nachlassenden Konjunktur und eines nach wie vor anspruchsvollen Branchenumfelds hat Hella in der 1. Hälfte des Geschäftsjahres 2019/2020 einen Rückgang von Umsatz und Ergebnis verzeichnet.

So reduzierte sich der währungs- und portfoliobereinigte Umsatz des Unternehmens um 3,2% von 3,4 auf 3,3 Mrd. Euro. Der berichtete (also nicht-bereinigte) Umsatz verringerte sich nach Verkauf des Großhandelsgeschäftes um 6,7%.

Der bereinigte operative Gewinn (bereinigtes EBIT) ist in den ersten 6 Monaten des laufenden Geschäftsjahres von 296 auf 257 Mio. Euro gesunken. Die bereinigte operative Gewinnmarge (bereinigte EBIT-Marge) beläuft sich damit auf 7,8% (nach 8,7% im Vorjahr).

Das berichtete EBIT reduzierte sich von 537 auf 230 Mio. Euro. Zurückzuführen ist dieser starke Rückgang vor allem auf die außerordentlichen Erträge aus der Veräußerung des Großhandelsgeschäftes im Vorjahr.

Angesichts des herausfordernden Marktumfelds sind unser Umsatz und Ergebnis im 1. Halbjahr wie erwartet zurückgegangen. Dennoch haben wir uns erneut besser entwickelt als der Markt, was für die Attraktivität unserer Produkte und Stärke des Hella Geschäftsmodells spricht. Daher sind wir mit unserer Geschäftsentwicklung insgesamt zufrieden, so Hella-Chef Rolf Breidenbach.

Ausblick für Geschäftsjahr 2019/2020 bestätigt

Trotz der Umsatz- und Ergebnisrückgänge aus dem 1. Halbjahr hat das Hella-Management die Prognose für das Geschäftsjahr 2019/2020 bestätigt.

So erwartet Hella für das laufende Geschäftsjahr einen währungs- und portfoliobereinigten Umsatz von rund 6,5 Mrd. bis 7,0 Mrd. Euro sowie eine um Restrukturierungsmaßnahmen und Portfolioeffekte bereinigte operative Gewinnmarge (bereinigte EBIT-Marge) zwischen rund 6,5 bis 7,5%.

Wir werden die Phase der aktuellen Marktschwäche konsequent nutzen, um unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken und unvermindert in innovative Lösungen für die großen Trendthemen Elektrifizierung und Autonomes Fahren zu investieren, so Hella-Chef Breidenbach.

Meine Einschätzung: Die jüngste operative Entwicklung und die zu erwartende Entwicklung der nächsten Quartale bieten aus meiner Sicht kursmäßig nur begrenzt Luft nach oben. Mittelfristig bleibt die Aktie dagegen attraktiv.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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