Hella „überrascht“ mit guten Zahlen

Sujet-Börsenkurse_mit_Lupe_und_Taschenrechner-Eisenhans-82110313

Warum die guten Zahlen des Autozulieferers Hella nur diejenigen überraschen konnten, die wenig Marktkenntnis haben. (Foto: Eisenhans - Adobe.com)

Der im MDax notierte mittelständische Autozulieferer Hella hat heute seine Vorabzahlen für das abgeschlossene Geschäftsjahr 2017/2018 (bis 31. Mai 2018) veröffentlicht. Und diese fielen absolut positiv aus. Auch die weiteren Aussichten stimmen.

Bevor ich gleich im Detail auf die Zahlen und Perspektiven des Unternehmens eingehe zunächst noch einige Worte zu Hella.

Das steckt hinter Hella

Hella ist ein international tätiger Autozulieferer, der seinen Hauptsitz in Lippstadt hat. Der Betrieb ist hauptsächlich im Bereich der Lichttechnik und Elektronik für Fahrzeug-Hersteller und andere Zulieferer tätig.

Die Firma wurde 1899 von Sally Windmüller unter dem Namen „Westfälische Metall-Industrie Aktien-Gesellschaft (WMI)“ gegründet. Der Name Hella wurde erstmals 1908 als Warenzeichen für einen Acetylen-Scheinwerfer verwendet.

1923 übernahm die Lüdenscheider Fabrikanten-Familie Hueck die Aktien-Mehrheit. Und im Jahr 1986 wurde der Name Hella schließlich in die Firmen-Bezeichnung aufgenommen. Im Jahr 2014 ging das Unternehmen an die Börse.

Derzeit beschäftigt Hella rund 40.000 Mitarbeiter an mehr als 125 Standorten in 35 Ländern. Man zählt zu den Top 40 der weltweiten Autozulieferer und zu den 100 größten Industrie-Betreiben Deutschlands.

Autos Stadt Verkehr Diesel – shutterstock_591575939

Zwei deutsche Top-Unternehmen, die jeder Autofan kennen sollteWährend Hella Ihr Auto mit Licht und Elektronik versorgt, kümmert sich WashTec um dessen Sauberkeit. › mehr lesen

Umsatz und Ergebnis legen erneut deutlich zu

Gemäß der heute vorgelegten vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2017/2018 konnte Hella sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis erneut deutlich zulegen. Besonders positiv ist, dass Hella erneut auch stärker zulegen konnte als der Automobilmarkt allgemein.

Der Umsatz legte währungsbereinigt um 9,3% zu. Der berichtete (nicht währungsbereinigte) Umsatz legte um 7,2% auf 7,1 Mrd. Euro zu. Der bereinigte operative Gewinn (bereinigtes EBIT) legte um 8,8% auf 581 Mio. Euro. Die bereinigte EBIT-Marge stieg auf etwa 8,2%.

Unter Berücksichtigung von Sondereinflüssen verbesserte sich das berichtete operative Ergebnis (EBIT) um 13,2% auf rund 574 Mio. Euro die berichtete EBIT-Marge erhöht sich damit von 7,7 auf 8,1%.

„Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind wir deutlich stärker gewachsen als der Automobilmarkt und haben unsere Profitabilität auf hohem Niveau weiter verbessert”, sagt Dr. Rolf Breidenbach, Vorsitzender der Hella-Geschäftsführung.

Und weiter: „Diese positive Entwicklung zeigt, dass unsere Ausrichtung entlang zentraler Markttrends wie Autonomes Fahren, Elektrifizierung und Digitalisierung erfolgreich ist. Diesen Kurs wollen wir auch in Zukunft fortsetzen und den Branchenwandel für weiteres profitables Wachstum nutzen.”

Abschließend möchte ich Ihnen noch verraten, warum die guten Zahlen von Hella für mich nicht überraschend kamen: Erstens hat Hella mit dem Diesel-Skandal allenfalls am Rande zu tun und zweitens zählt Hella zu den Profiteuren des Wandels in der Automobilbranche. Daher bleibt auch die Hella-Aktie aus meiner Sicht einen Blick wert.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.