Helma Eigenheimbau: Eine aktuelle Bestandsaufnahme

In der Vergangenheit habe ich Ihnen an dieser Stelle schon mehrfach von dem deutschen Baudienstleister Helma Eigenheimbau berichtet – und das aus gutem Grund:

Denn in den vergangenen Jahren war die Helma-Aktie einer der Überflieger in der deutschen Börsen-Landschaft. In den vergangenen Monaten gab es jedoch auch Gegenwind:

Nicht alles eitel Sonnenschein bei Helma

So wurde beispielsweise der etwas schwächere Auftrags-Eingang nach den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres 2016 beanstandet.

Zudem waren Immobilien-Aktien zuletzt aufgrund der Tatsache, dass einige Investoren auch in Europa eine Zinswende erwarten, nicht allzu beliebt.

Ein weiterer Kritikpunkt: Helma-Gründer und -Großaktionär Karl-Heinz Maerzke hat sich in den vergangenen Monaten von einigen seiner Helma-Aktien getrennt.

Das werteten einige Analysten und Investoren als Indiz dafür, dass Helma in Zukunft weniger stark wachsen würde bzw. dass – wie man so schön sagt – die fetten Jahre vorbei seien.

Meine Meinung dazu:

Erstens hat Herr Maerzke nur einen winzigen Bruchteil seiner Helma-Aktien verkauft.

Und zweitens sehe ich – zumindest zum jetzigen Zeitpunkt – weit und breit keine ernsthaften Anzeichen für eine baldige und v. a. deutliche Zinswende in Europa.

Abgesehen davon:

Wenn die Zinsen in Europa steigen, wird das die Häuslebauer, mit denen Helma einen guten Teil seiner Umsätze und Erträge macht, wohl kaum davon abhalten sich auch zukünftig noch ihren Traum vom Eigenheim zu erfüllen.

Zum etwas schwächeren Auftrags-Eingang nach den ersten 9 Monaten des vergangenen Geschäftsjahres ist folgendes zu sagen:

Helma hat im 3. Quartal des Geschäftsjahres 2015 ein riesiges Wohnimmobilien-Projekt an einen Finanz-Investoren verkauft, das ursprünglich für den Einzelvertrieb vorgesehen war.

Durch diesen positiven Einmal-Effekt stieg der Auftrags-Eingang in besagtem Zeitraum sprunghaft an.

Dadurch sind die Vertriebs-Zahlen der Geschäftsjahre 2015 und 2016 auf 9-Monats-Basis überhaupt nicht miteinander vergleichbar.

Das wird noch deutlicher, wenn wir uns jetzt gemeinsam die Vertriebs-Zahlen von 2016 anschauen und diese mit denen des kompletten Geschäftsjahres 2015 vergleichen.

Die Vertriebs-Zahlen des Geschäftsjahres 2016 im Überblick

Helma hat im Geschäftsjahr 2016 zum 10. Mal in Folge das Vertriebs-Ergebnis im Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum verbessert.

Nach einem starken Schlussquartal lag der Auftrags-Eingang für das Gesamtjahr 2016 bei 286,8 Mio. € – und damit um 6,5% über dem Vorjahreswert von 269,4 Mio. €.

Hierbei gilt es zu berücksichtigen, dass das Vorjahr mit einem Vertriebs-Plus von rund 40% außergewöhnlich stark ausgefallen war.

In der Betrachtung des aussagekräftigen 5-Jahres-Zeitraums von 2011 bis 2016 legte der Auftrags-Eingang von 106,8 Mio. € auf 286,8 Mio. € zu.

Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund 22%.

Damit verfügt Helma über eine sehr gute Ausgangs-Position, Umsatz und Gewinn auch im Geschäftsjahr 2017 deutlich zu steigern.

Besonders positiv ist auch, dass:

  • das Schlussquartal des vergangenen Jahres das stärkste Quartal in der Unternehmens-Geschichte war
  • und dass sich Helma damit auf bestem Wege befindet, die Wachstums-Dynamik in diesem Jahr wieder zu steigern.

Dafür sollte auch die nach wie vor kräftig boomende Bauwirtschaft in Deutschland sorgen.

Ausblick

Für das laufende Jahr rechnen die führenden Branchen-Verbände mit dem größten Umsatz seit 20 Jahren.

Da der Bauboom hierzulande noch länger andauern wird, habe ich auch keinen Zweifel daran, dass Helma sein mittelfristiges Ziel –  im Jahr 2018 einen Umsatz von 420 Mio. € zu erzielen und damit den Umsatz des Jahres 2015 bis dahin zu verdoppeln – erreichen wird.

Erreicht Helma diese Ziele, ist die Konzern-Aktie auf dem heutigen Kursniveau von rund 52 € deutlich unterbewertet.

21. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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