Henkel im Übernahme-Geschäft höchst erfolgreich und mit Lust auf mehr

Der Konsumgüter-Hersteller Henkel blickt auf ein sehr erfolgreiches 3. Quartal zurück:

Sowohl Umsatz als auch Gewinn sind auf Kurs, um die angehobenen Jahres-Prognosen zu erreichen, teilten die Düsseldorfer heute mit.

Im Zeitraum Juli bis September konnte der Umsatz gegenüber dem Vorjahres-Quartal dank eines starken Absatzes in den asiatischen Wachstums-Ländern um 3,4% gesteigert werden.

Unter dem Strich stand ein Gewinn-Plus 9,2% auf 1,42 € je Vorzugs-Aktie.

Aktie lief deutlich besser als Vergleichs-Index DAX: Gewinn-Mitnahmen nach starken Zahlen

Henkel konnte in allen 3 Unternehmens-Bereichen (Kosmetik, Waschmittel, Klebstoffe) die Ergebnisse verbessern. Die Erwartungen der Analysten wurden geschlagen.

Am Markt wurde jedoch offenbar noch mehr erwartet oder höher als erwartet ausgefallene Restrukturierungs-Kosten in den USA belasteten den Kurs, denn die Aktie notierte am Nachmittag leicht schwächer.

Möglich ist auch, dass einige Investoren getreu der Börsen-Weisheit „Sell on good news“ (Verkaufe bei guten Nachrichten) Kasse machen wollten.

Immerhin hat die Aktie in den vergangenen 12 Monaten über 20% besser abgeschnitten als der deutsche Leitindex DAX.

Zweitgrößte Übernahme in der Unternehmens-Historie: Henkel setzt auf Wachstum in den USA

Die jetzt vorgelegten Rekord-Ergebnisse verdankt Henkel auch der Übernahme-Strategie. Erst vor wenigen Monaten kaufte Henkel den US-Waschmittel-Hersteller Sun Products für 3,6 Mrd. Dollar.

Mit der Übernahme kletterte der Marktanteil von Henkel in den USA auf rund 20% und platzierte die Düsseldorfer auf Platz 2 im Waschmittel-Geschäft hinter Procter & Gamble.

Der Branchen-Führer bleibt mit rund 50% Marktanteil allerdings klarer Platzhirsch.

Wer ist der Nächste? Henkel setzt weiter auf Übernahmen

Zukünftig könnte sich der Abstand zum Branchen-Primus allerdings verringern. Henkel kann auf eine gut gefüllte Unternehmens-Kasse zurückgreifen und damit den US-Expansionskurs fortsetzen.

Ein Deal im Waschmittel-Bereich hätte dann auch den Vorteil, dass gleichzeitig Kosten-Synergien gehoben werden können, die die Effizienz auf dem US-Markt steigern würden.

Das Unternehmen wurde nicht näher konkret und hält sich offen, in welchem Bereich es Zukäufe geben wird.

Doch eine Übernahme im Waschmittel-Bereich wäre strategisch äußerst sinnvoll und damit auch keine Überraschung.

Neue Mittelfrist-Strategie am 17. November

Henkel ist mit Blick auf die gezahlten Übernahme-Preise bei früheren Transaktionen ein kostendisziplinierter Bieter.

Was mindestens genauso wichtig ist: Henkel ist auch in der Lage die Zukäufe vernünftig zu integrieren.

Noch in diesem Monat wird das Unternehmen die neue Mittelfrist-Planung vorlegen, bei der voraussichtlich auch weiterhin Wachstum durch Übernahmen eine Rolle spielen wird.

Während bei einigen anderen Firmen externes Wachstum als Risiko angesehen wird (Geldabfluss, Post-merger-Komplikationen, frühere Fehltritte), dürften die Henkel-Investoren aufgrund der bisherigen Erfolgs-Bilanz bei Übernahmen und den jetzt vorgelegten Rekord-Zahlen gelassen bleiben (keine Kaufempfehlung!).

8. November 2016

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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