Henkel: Nächste Übernahme auf dem Weg zum 20-Mrd.-Umsatzziel

Der deutsche Konsumgüterhersteller Henkel hat heute die Übernahme des amerikanischen Konkurrenten The Bergquist Company bekannt gegeben.

Über die Höhe des Kaufpreises machte der DAX-Konzern keine Angaben.

Die Übernahme ist Teil der Henkel-Expansionsstrategie: Bis 2016 wollen die Düsseldorfer einen Umsatz von 20 Mrd. Euro erreichen.

Im Vorjahr lag der Konzern-Umsatz noch bei 16,4 Mrd. Euro.

Auch viele kleine Übernahmen können zum Ziel führen

Bergquist wird Henkel dem Umsatzziel nur ein wenig näher bringen. Die Amerikaner verfügen über 5 Fabriken und haben mit 1000 Angestellten im Vorjahr rund 130 Million Euro umgesetzt.

Doch wie sagt man so schön: Kleinvieh macht auch Mist. Die Übernahme ist ein weiterer Schritt zum Umsatzziel und es dürfte nicht er letzte Henkel-Deal gewesen sein.

Bei der laufenden Einkaufstour haben die Düsseldorfer bereits 1,2 Mrd. Euro für Übernahme-Kandidaten ausgegeben.

Der Großteil des Geldes (940 Mio. Euro) entfiel dabei auf die französische Spotless-Group, mit der Henkel das Waschmittelgeschäft ausbauen will.

Einkaufstour wird weiter gehen

Henkel hat noch genug Geld, um weiter zu expandieren. In einem Sommer-Interview sagte Konzern-Chef Kasper Rorsted, dass der Persil-Hersteller noch 5 Mrd. Euro für Übernahmen ausgeben kann.

Der Fokus der Suche nach Übernahme-Kandidaten liegt dabei regional auf Mittel-Amerika und Asien-Pazifik. Henkel hat aber noch kein Unternehmen gefunden, was den Ansprüchen genügt, sagte Rorsted vor 2 Monaten.

Strategisch betrachtet, will Henkel die Klebstoff-Sparte stärken. Der Unternehmensteil machte zuletzt etwa die Hälfte des Konzern-Umsatzes aus.

Die Bergquist-Übernahme passt hier gut rein, doch hat Henkel dort weiteren Bedarf, wenn das Ziel erreicht werden soll.

Henkel enttäuscht mit Halbjahreszahlen

Bei den zuletzt vorgelegten Geschäftszahlen hat Henkel die Markterwartungen verfehlt. Ein starker Euro, Preisdruck und ein schwächeres Osteuropa-Geschäft belasteten den Geschäftsverlauf.

Das Jahres-Ziel wurde indes bestätigt. Henkel rechnet mit einem organischen Wachstum von 3 bis 5 Prozent. Dies hochgerechnet führt aber nicht zu 20 Milliarden bis 2016. Daher werden weitere Übernahmen folgen müssen.

Analysten sehen noch Kurspotenzial

Die Henkel-Aktie reagierte auf die Übernahme-Ankündigung nicht. Zum Handelsschluss notiert die Vorzugs-Aktie unverändert. Es bleibt aber festzuhalten, dass der Markt heute um über 1% hoch lief, was die Aktie gestützt haben dürfte.

Das Papier hat in den vergangenen Wochen eine Achterbahnfahrt hingelegt. Nachdem die Aktie aufgrund der Geschäftszahlen unter Druck geriet, konnten seit Anfang September die Verluste wieder ausgeglichen werden.

Investoren betrachten die Osteuropa-/Russland-Risiken inzwischen gelassener. Der schwächere Euro dürfte ebenfalls helfen.

Wenn Henkel mit einem guten Deal die Wachstumsstory verstärkt, dürfte es weiter aufwärts gehen. Die Mehrzahl der Analysten gibt der Aktie noch Kurspotenzial.

19. September 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Jens Gravenkötter. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt