H(er)ausputzen leichtgemacht: Checkliste für Ihr erstes Date mit dem Hauskäufer

Den »Homo oeconomicus« gibt es nicht, auch nicht bei Immo-bilien. Deshalb kann man als pfiffiger Hausverkäufer den einen oder anderen psychologischen Kniff anwenden, um auf der Gegenseite die Bereitschaft zu steigern, die Immobilie zum Höchstpreis zu kaufen. Die meisten dieser Empfehlungen ver-stehen sich eigentlich von selbst, werden aber dennoch oft missachtet. Wie steht es mit Ihnen? (Foto: Brian A Jackson / Shutterstock.com)

Der erste Eindruck zählt.

Das gilt bei Bewerbungsgesprächen ebenso wie bei einem Rendezvous. Was manchmal in den Hintergrund gerät: Diese Weisheit lässt sich auf Ihr Date mit dem potentiellen Hauskäufer ebenso gut anwenden.

Wenn Sie eine Immobilie veräußern wollen, sollten natürlich die inneren Werte dieses Objekts stimmen. Also Statik, Bausubstanz, Lage usw.

Alles gut und schön. Obwohl … »schön«? Präsentiert sich Ihre Immobilie trotz ihrer tollen inneren Werte auf der fast noch wichtigeren Ebene der reinen Äußerlichkeiten ebenso vorteilhaft?

Sie wissen doch, wie das läuft in unserer Welt …

Sex sells. Sogar bei Immobilien.

Ja, auch potentielle Hauskäufer achten auf schnöde Äußerlichkeiten.

Mehr noch: Wenn der erste Eindruck bei der Hausbesichtigung in die Hose geht, wird es für Sie als potentieller Verkäufer deutlich schwerer, Ihren Wunschpreis zu erzielen.

Dabei funktioniert der Umkehrschluss nicht minder einwandfrei: Sollte es beispielsweise an der Makrolage Ihrer Immobilie hapern, können Sie diesen Makel übertünchen und dennoch punkten. Einfach, indem Sie dafür sorgen, dass sich das zu verkaufende Haus möglichst »sexy« präsentiert.

Denn wir sind alle nur Menschen. Das gilt sogar für Immobilienbesitzer. Sogar die können sich spontan in ein Objekt »verlieben«. Und Liebe macht bekanntlich blind. Manchmal sogar für architektonische oder geographische Nachteile, die mit einem Immobilienkauf verbunden sein könnten.

So präsentiert sich Ihre Immobilie auf den ersten Blick so gut wie möglich …

Beginnen wir mit Äußerlichkeiten, die wirklich welche sind: Außenbereich und Garten.

Wenn Sie beispielsweise als langjähriger Eigennutzer Ihre Immobilie veräußern wollen, haben Sie vielleicht den Blick dafür verloren, wie sich ihr Haus einem fremden Auge präsentiert. Wie sieht beispielsweise die Garagenauffahrt aus? Wie sauber wirken Gartenwege und Hofpflaster? Gut möglich, dass deren Lotter-Look ein Fall für den Hochdruckreiniger ist. Machen Sie Unkraut, Moos und anderen Schönheitsfehlern damit den Garaus.

Eine Immobilie lässt sich entwickeln - aber leider nicht jeder AspektManche Eigenschaften seiner Immobilie kann man verbessern. Oder um es im Jargon der Szene zu schreiben: entwickeln. Eines aber leider nicht. › mehr lesen

Sorgen Sie außerdem dafür, dass sich Grünflächen und Gartenanlagen möglichst gepflegt zeigen. Immerhin wird deren Optik von potentiellen Hauskäufern gern als Indiz dafür gewertet, wie Sie generell mit ihrer Immobilie umgegangen sind. Sorgen Sie für frisches Grün, junges Gemüse und neue Bepflanzungen.

Hat sich ein Interessent hier schon mal ein positives Urteil bilden können, sollten Sie diesen guten Eindruck nicht dadurch gefährden, dass die Fassade ihres Hauses nicht mithalten kann. Sprich: Außenputz sollte sich nicht verstaubt oder gar verschmutzt den Blicken potentieller Hauskäufer aussetzen. Planen Sie einen Waschtag ein; wenn es sein muss, sorgen Sie sogar für einen frischen Anstrich. Das wirkt Preis-Wunder!

Achten Sie obendrein auf die Kleinigkeiten im Äußerlichen …

Wie präsentieren sich Hausnummer, Briefkasten, Eingangstür oder Fensteranstrich? Bessern Sie notfalls nach. Wenn nicht, kann Ihnen das einen »preislichen Punkteabzug« einhandeln. Dann hätten Sie am falschen Ende gespart.

Gerade im inneren Bereich des Hauses sollten Sie Wert darauf legen, dass optisch alles einwandfrei rüberkommt. Wenn möglich, sollten Sie Fußböden und Wandbeläge komplett renovieren.

Das ist zu viel Aufwand für Sie? Dann sorgen Sie wenigstens für eine absolut gründliche Reinigung. Mit allem, was dazugehört. Gibt sich beispielsweise ein Teppichboden sofort als ungepflegtes »Milben-Glück« zu erkennen, werden potentielle Hauskäufer nicht gerade in Jubelarien ausbrechen.

Also, gönnen Sie einzelnen Zimmern einen neuen, modernen Anstrich und möglichst neue Beleuchtungsanlagen. Denn je nach Tageszeit können Sie mit dem richtigen Licht eine preissteigernde Verkaufsstimmung erzielen.

Ihr besonderes Augenmerk sollte Küche und Sanitäranlagen gelten …

Mit Ausstattungen und Fliesen aus einer Zeit, als Jimmy Carter US-Präsident war, werden sie bei Hauskäufern nicht unbedingt spontane Gegenliebe auslösen.

Bügeln Sie also allzu abschreckende Renovierungsversäumnisse unbedingt aus. Zumindest sollten Sie alles auf Hochglanz bringen, Silikonfugen erneuern, Löcher in den Innenwänden füllen, defekte Möbelfronten und -griffe ersetzen und notfalls eine neue Küchenarbeitsplatte einsetzen.

Und: Sorgen Sie bei jeder Begehung für einen frischen und angenehmen Duft im ganzen Haus. Dann damit Ihr Verkauf nicht ins Auge geht, sollte er auf jeden Fall auch über die Nase gehen.

Ich hoffe, dass sie Ihre Nase nächste Woche wieder bei mir reinstecken. Ich jedenfalls freue mich auf Sie!


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Von: Paul Misar. Über den Autor

Paul Misar, Entrepreneur mit aktuell 11 Firmen (einigen davon im Immobilienbereich), Bestseller-Autor, Speaker of the Year 2013 und gefragter Experte auf dem Gebieten“ finanzielle Freiheit“ und  Immobilien.