Herbalife-Aktie: Schlammschlacht der Hedgefonds geht in die nächste Runde

Der Name Herbalife ist in Deutschland bislang wenig bekannt, dabei existiert das Unternehmen bereits seit über 30 Jahren. Herbalife ist ein weltweit tätiges Direktvertriebsunternehmen. Angeboten werden Produkte zur Gewichtskontrolle, Nahrungsergänzung und Körperpflege.

In der Vergangenheit war die Aktie der Liebling vieler Investoren. Alleine von Februar 2009 bis Dezember 2013 stieg der Herbalife Kurs um über 1.000%.

Der Kursanstieg war auch durch die Geschäftsentwicklung untermauert. Seit dem Börsengang im  Jahr 2004 ging es steil nach oben. Der Umsatz stieg bis 2013 um 271% auf 4,82 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn explodiert förmlich um über 1.000% auf 527 Mio. US-Dollar.

Was aber ließ den Aktienkurs  innerhalb von einem Jahr um 60% auf zuletzt 32 US-Dollar einbrechen?

Hedgefondsmanager Bill Ackmann wettet 1 Mrd. US-Dollar gegen das Unternehmen

Der äußerst erfolgreiche Hedgefondsmanager Bill Ackmann von Pershing Square setzt bereits seit 2012 auf einen Kursverfall von Herbalife. Mittlerweile hat Ackmann 1 Mrd. US-Dollar im Feuer. Eine beachtliche Wette.

Sein Argument: Herbalife betreibt ein unzulässiges Schneeballsystem und steuert daher mittelfristig auf einen Konkurs zu.

Das Geschäftsmodell des Konzerns ist ein typischer Strukturvertrieb. Kunden können sich etwas dazuverdienen, indem sie sich zum „Berater“ schulen lassen, die Produkte kaufen und an andere Kunden weiterverkaufen. Der Konzern hat nach eigenen Angaben mehr als 2,3 Mio. Berater in über 80 Ländern, darunter auch Deutschland.

Der Vorwurf Ackmans ist, dass Herbalife das Geld nicht mit seinen Produkten selbst verdient. Vielmehr kommt das Wachstum durch das Anwerben neuer Berater.

Bevor diese die Produkte weitervertreiben können, müssten sie erst einmal Geld in die Ausbildung investieren und die Produkte selbst auf Vorrat kaufen. Wie in einem Schneeballsystem üblich, werden pausenlos neue Mitglieder benötigt, die Geld investieren.

Hedgefondsmanager Carl Icahn hält mit 743 Mio. US-Dollar dagegen

Der mittlerweile 79-jährige Carl Icahn gilt als ein Investmenturgestein. Als Firmenjäger ist er zur Berühmtheit geworden. Oft greift er in das Management seiner Aktieninvestments ein und mischt in der Firmenpolitik mit. Sein Privatvermögen wurde zuletzt auf 24 Mrd. US-Dollar geschätzt.

Icahn hält mittlerweile 18% aller ausstehenden Herbalife Aktien und liefert sich mit Ackman immer wieder öffentliche Schlammschlachten. Er ist von der Qualität des Geschäftsmodells überzeugt und hält Ackmans Vorwürfe für absolut absurd.

Leerverkäufe steigen auf Rekordniveau

Die Quote von leer verkauften Aktien stieg zuletzt auf 25% und damit in etwa 10-Mal so hoch wie der Durchschnitt eines S&P 500-Unternehmens. Das bedeutet, dass immer mehr Investoren auf einen Kursverfall der Aktie wetten.

Wie geht es nun weiter?

Die US-Behörden gehen den Vorwürfen von Ackman nach. Wie die Untersuchungen ausgehen, kann derzeit nur spekuliert werden. Operativ lief es zuletzt jedoch nicht mehr ganz so rund für Herbalife.

Jetzt hängt alles von den nächsten Zahlen und dem Ausgang der Untersuchungen ab. Dann wird sich zeigen, wer von den Hedgefonds-Giganten den richtigen Riecher hatte.

10. Februar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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