Hermle AG: Aktie mit 17% Dividenden-Rendite

An der Börse beginnt jetzt die Zeit für gewiefte Schnäppchenjäger. Aktien wie die der Maschinenfabrik Hermle AG locken mit hohen Dividenden. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Die Anleger zeigen sich an den Börsen weiter unentschlossen. Nach einem wechselhaften Wochenverlauf schlossen die meisten Indizes in etwa dort, wo sie am vergangenen Montag gestartet waren. Eine klare Richtungsentscheidung sieht anders aus. Dennoch ist jetzt eine gute Gelegenheit für Schnäppchenjäger: Aktien wie die der Hermle AG locken mit hohen Dividenden.

Wie verunsichert die Aktionäre noch sind, können Sie auch anhand der niedrigen Handelsvolumen erkennen. Im Entry Standard, einem Börsensegment für kleinere Nebenwerte, wurden nach Angaben der Deutschen Börse im Monat Februar nur Aktien im Volumen von 19 Mio. Euro gehandelt. Im Vorjahresmonat wurden 240 Mio. Euro umgesetzt.

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Ausgetrockneter Nebenwertemarkt ermöglicht echte Schnäppchen

Von einem liquiden und transparenten Markt kann man bei solchen Mini-Umsätzen nicht mehr sprechen.

Das hat Vor- und Nachteile. Wer in diesen Tagen Nebenwerte verkaufen will oder muss, wird im Regelfall nur auf eine geringe Nachfrage treffen. Die logische Folge ist ein niedriger Preis. Wer dagegen Aktien als Langfristanlage versteht, kann in diesen Wochen auf die berühmte Schnäppchenjagd gehen.

Denn es gibt sie tatsächlich: Unternehmen mit blitzsauberen Bilanzen, einem intakten Geschäftsmodell und phantastischen Dividenden als Ertragsbringer.

Jetzt, wo die Dividenden-Saison beginnt, möchte ich Ihnen im Schlussgong in unregelmäßigen Abständen einige interessante Dividenden-Perlen vorstellen, die langfristig solide Erträge bringen.

Das sind keine konkreten Kauf-Empfehlungen, sondern nur Anregungen und Gedanken über interessante Unternehmen. Die Details zu den vorgestellten Aktien finden Sie wie gewohnt in meinen Börsendiensten GBT-Eil-Mitteilungen und Depot-Optimierer.

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Hermle AG: Blitzsaubere Bilanz und hohe Ausschüttungen

Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG aus dem beschaulichen Gosheim ist so konservativ, wie der Name es vermuten lässt. Den Begriff Bankschulden kennt der Vorstand nur aus dem Wörterbuch.

Die Eigenkapital-Quote liegt bei 72%, in der Firmenkasse schlummern 76 Mio. Euro. Die liquiden Mittel decken bereits einen erheblichen Teil der Marktkapitalisierung in Höhe von rund 200 Mio. Euro ab.

Da das Unternehmen vor Finanzkraft strotzt, kann jedes Jahr ein Großteil des Gewinns an die Aktionäre ausgeschüttet werden. In diesem Jahr sollen 7,05 Euro je Vorzugsaktie ausgeschüttet werden. Bei einem Aktienkurs von 41 Euro entspricht das einer Dividenden-Rendite von 17,2%. Das wird ein schöner Zahltag im Juli.

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Panische Angst vor zyklischen Aktien sorgte für Kurssturz

Natürlich stellt sich sofort die Frage, wie eine so hohe Dividenden-Rendite möglich ist. Zum einen stockt Hermle die Dividende in diesem Jahr leicht auf. Viel wichtiger ist aber, dass der Aktienkurs von knapp 100 auf 40 Euro abgestürzt ist und damit wieder auf dem Niveau von 2006 notiert.

Der Grund für den Absturz ist klar: Hermle ist ein Maschinenbauer und leidet damit überproportional unter der Konjunkturkrise. Es ist immer wieder bemerkenswert, dass Aktionäre über diese Tatsache erstaunt sind und im Abschwang aufgrund der Kursschwankungen in Panik verkaufen.

Wen interessieren Kurschwankungen, wenn die Dividenden den Einstiegskurs übertreffen?

Ich möchte einfach die provozierende Frage stellen: Wen interessieren bei einer Hermle-Aktie die Kursschwankungen? Im Aufschwung steigt der Kurs, in der Rezession fällt der Kurs.

Da Hermle üppige Finanzreserven hat, wird das Unternehmen zu 99% auch den nächsten Aufschwung erleben und neue Rekordgewinne und Rekorddividenden anpeilen. Vergessen Sie also für einen Moment die Kursschwankungen.

Schauen Sie stattdessen auf die Dividenden. Die Hermle-Aktie steht seit dem 25.09.2003 ohne Unterbrechung auf der Empfehlungsliste des Depot-Optimierers. Der Einstandskurs lag damals bei 19,50 Euro. Wenn im Juli die nächste Dividende ausgeschüttet wird, haben die treuen Aktionäre seit diesem Kaufzeitpunkt Dividenden in der Gesamthöhe von 22,80 Euro erhalten.

Die Hermle-Aktionäre haben dann also mehr als den 2003 geleisteten Kaufpreis schon wieder auf dem Konto und besitzen immer noch die gleiche Anzahl von Aktien. Das nenne ich ein gutes Geschäft!

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In 10 Jahren werden die Dividenden auch den heutigen Kurs mehr als abdecken

Wer jetzt neu einsteigt, wird die Rechnung in spätestens 10 Jahren ebenfalls aufmachen können. Daher noch einmal die Frage: Wen interessieren angesichts dieser Zahlen Kursschwankungen?

Natürlich kann sich der Aktienkurs in der aktuellen Krise noch einmal halbieren und auf unter 20 Euro fallen. Das ist absolut denkbar.

Aber was ist, wenn die Konjunkturpakete im 2. Halbjahr greifen, oder Hermle ein paar Großaufträge erhält? Dann notiert die Aktie schnell wieder bei 50 oder 75 Euro, oder noch höher. Es gibt kein perfektes Timing. Wer den niedrigsten Kurs und das höchste Kurspotenzial sucht, muss die Aktie Tag und Nacht beobachten und erwischt dann vielleicht einen günstigen Einstiegskurs.

Entscheidend ist bei den Dividenden-Stars aber oft nicht, an welcher Station man in den Börsenzug einsteigt, wichtig ist nur, dass man drin sitzt und bis zum Zielbahnhof durchfahren kann.

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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