Hermle: Bei diesem Maschinenbauer stimmt einfach alles

Hermle ist ein Musterfall für einen eigentümergeführte Mittelständler mit starker Bilanz und hohen Dividendenausschüttungen. (Foto: Freedomz / shutterstock.com)

Als Stammleser des Schlussgongs wissen Sie, dass ich an der Börse eine Vorliebe für eigentümergeführte Mittelständler mit starker Bilanz und hohen Dividendenausschüttungen habe. Einen Musterfall stelle ich Ihnen jetzt vor.

Heute hat der schwäbische Maschinenbauer Hermle seine Zahlen für das 1. Halbjahr 2018 vorgelegt. Die Zahlen fielen einmal mehr sehr gut aus. Da die Zahlen in den vergangenen Jahren regelmäßig gut bis sehr gut ausgefallen sind, hat sich auch die Hermle-Aktie überaus erfreulich entwickelt. Bevor ich gleich zu den aktuellen Zahlen und zur Hermle-Aktie komme, noch einige Worten zum Unternehmen.

Hermle ist ein Hersteller von technisch hochwertigen Fräsmaschinen. Bei der Firma dreht sich nach eigenen Angaben alles ums Fräsen. Das Credo von Hermle lautet: „Unsere Architektur, unsere Struktur, unser Arbeiten, unser Denken, unsere Entwicklung, unsere Konstruktion, unsere Montage, unser Service. Mit allem, was wir bewältigen, verändern und optimieren, machen wir das Ergebnis besser, präziser, schneller verfügbar, nicht mehr und nicht weniger.“

Die heutige Maschinenfabrik Berthold Hermle AG wurde im Jahr 1938 von Berthold Hermle gegründet und ist im schwäbischen Gosheim ansässig. 1957 begann die Produktion von Fräsmaschinen. Das Unternehmen wurde 1990 zur Maschinenfabrik Berthold Hermle umfirmiert und ging am 10. April 1990 an die Börse. Hermle gehört seit Jahren zu den profitabelsten deutschen Maschinenbauern.

Das Unternehmen ist netto schuldenfrei und konnte seinen Aktionären sogar während der Rezession 2002/2003 Dividenden ausschütten. Apropos Dividende: Hermle schüttet seit Jahren hohe Dividenden aus und beschert seinen Aktionären regelmäßig überdurchschnittliche Dividendenrenditen von 3 bis 6%.

Halbjahreszahlen: Hermle legt erneut in allen Bereichen zu

Kommen wir nun zu den aktuellen Zahlen: Der Auftragseingang von Hermle stieg im 1. Halbjahr 2018 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 22,4% auf 248,7 Mio. Euro. Hermle profitierte nach eigenen Angaben neben der außergewöhnlich guten Branchenkonjunktur auch von erfolgreichen Produktinnovationen in den Bereichen Automation und Digitalisierung.

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Der Auftragsbestand erhöhte sich per Ende Juni 2018 auf 158,8 Mio. Euro nach 108,9 Mio. Euro am Vorjahresstichtag und 125,0 Mio. Euro zum Jahreswechsel. Der Umsatz kletterte von Januar bis Ende Juni um 14,3% auf 214,9 Mio. Euro.

Durch den Mehrumsatz und die sehr gute Kapazitätsauslastung legte der operative Gewinn (EBIT) um 12,6% auf 45,2 Mio. Euro zu. Wegen unerwartet starker Preissteigerungen bei einigen Rohmaterialien, der Tariferhöhungen und des schwachen Dollarkurses fiel das Plus beim EBIT etwas geringer aus als beim Umsatz.

Mehr als 2.300% Gewinn in weniger als 15 Jahren

Wie gut Hermle schon seit Jahren operativ unterwegs ist, zeigt die hervorragende Kursentwicklung der Hermle-Aktie:

Die Leser meines Börsendienstes „Der Depot-Optimierer“, die meiner Erst-Empfehlung im September 2003, also vor knapp 15 Jahren,  gefolgt sind, können sich inzwischen über einen Gewinn von mehr als 2.300% freuen (Kursgewinn + Dividenden).

Auch wenn die Hermle-Aktie in den kommenden 15 Jahren nicht noch einmal um 2.300% wird zulegen können: die Aktie bleibt ein Basis-Investment für konservative Nebenwerte-Fans und Dividenden-Jäger. Wenn Sie in einem schwachen Gesamtmarkt die Chance haben, die Hermle-Aktie 10 oder sogar 20% unter dem aktuellen Niveau zu bekommen, sollten Sie daher zugreifen.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.