Hermle: Bremsspuren ja, aber nach wie vor besser als die Branche

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Beim mittelständischen Maschinenbauer Hermle hinterlässt die globale Konjunkturschwäche erste Bremsspuren. (Foto: Best Backgrounds / shutterstock.com)

Das 1. Halbjahr 2019 ist zwar vorbei, bis die Unternehmen ihre Zahlen für ebendieses 1. Halbjahr vorlegen, wird es aber in der Regel noch einige Tage, zumeist sogar einige Wochen, dauern. Mit dem mittelständischen Maschinenbauer Hermle hat dennoch ein Unternehmen gestern Zahlen vorgelegt.

Diese Zahlen beziehen sich jedoch nicht auf die ersten 6 Monate des laufenden Jahres, sondern nur auf die ersten 5 Monate. Sie erfahren gleich im Detail, wie die Zahlen ausgefallen sind und wie ich die weiteren Perspektiven einschätze. Zuvor jedoch noch ein paar Sätze zum Unternehmen. Hermle ist ein Hersteller von Fräsmaschinen.

Bei der Firma dreht sich nach eigenen Angaben alles ums Fräsen und herausragende Ergebnisse. Die heutige Maschinenfabrik Berthold Hermle AG wurde im Jahr 1938 von Berthold Hermle gegründet und ist im schwäbischen Gosheim ansässig. Das Unternehmen firmierte damals als Berthold Hermle Schraubenfabrik und Fassondreherei.

1957 begann die Produktion von Fräsmaschinen. Das Unternehmen wurde 1990 zur Maschinenfabrik Berthold Hermle umfirmiert und ging am 10. April 1990 an die Börse. Hermle gehört seit Jahren zu den profitabelsten deutschen Maschinenbauern.

Hermle legt bei Umsatz und Ergebnis weiter zu

Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG konnte ihr Geschäftsvolumen in den ersten 5 Monaten 2019 weiter steigern: Der Umsatz stieg um 14,2% auf 197,7 Mio. Euro. Ein Teil des Anstiegs war darauf zurückzuführen, dass die Abrechnung einiger Projekte in den Mai vorgezogen wurde, während im entsprechenden Vorjahresmonat gegenläufige Effekte auftraten. Hier ist das Bild daher etwas verzerrt. Dennoch eine starke Entwicklung!

Der Auftragseingang nahm hingegen wie erwartet ab. Bis Ende Mai gingen neue Bestellungen im Wert von 184,4 Mio. Euro ein, was im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 14,7% bedeutet. Gemessen an der gesamten deutschen Werkzeugmaschinenindustrie, die im 1. Quartal 2019 nach Angaben des Fachverbands VDW einen Orderrückgang um 21% verzeichnete, entwickelte sich Hermle damit besser als die Branche.

Der Auftragsbestand des Unternehmens belief sich per Ende Mai auf 134,7 Mio. Euro, was ebenfalls einen Rückgang gegenüber dem Wert vom Vorjahresstichtag (148,0 Mio. Euro) bedeutet. Dennoch ist der aktuelle Auftragsbestand eine solide Basis für die weitere Umsatz- und Ergebnisentwicklung.

Hier zeigt sich das Hermle-Management trotz der zuletzt deutlich nachlassenden Nachfrage noch verhalten optimistisch. Das Unternehmen prognostiziert für 2019 unverändert einen stabilen bis leicht positiven Umsatzverlauf (bestenfalls ein Plus von 5%) und ein Betriebsergebnis etwa auf Vorjahresniveau.

Hohe Dividende

Der größere Kursabschlag am heutigen Tag ist übrigens zu einem Großteil auf die hohe Dividende von insgesamt 15,05 Euro je Aktie zurückzuführen, die heute (und damit einen Tag nach der gestrigen Hauptversammlung) vom Kurs abgezogen und den Aktionären in den nächsten Tagen gutgeschrieben wird.

Für mich ist und bleibt Hermle einer der besten deutschen Maschinenbauer. Daher sollten Sie die Aktie aus meiner Sicht im Blick haben. Größere Rücksetzer bieten stets interessante Einstiegsgelegenheiten.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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