Hermle: Maschinenbau mit schwäbischer Tradition

In den Medien finden Sie nur selten Berichte über den deutschen Maschinenbauer Hermle.

Das Unternehmen liefert regelmäßig Umsatz- und Gewinnrekorde, aber keine „bunten“ Schlagzeilen.

Hermle steht also selten im Rampenlicht. Daher möchte ich Ihnen dieses weitgehend unbekannte Unternehmen an dieser Stelle zunächst kurz vorstellen.

Unternehmens-Geschichte

Berthold Hermle gründete 1938 im baden-württembergischen Gosheim (Kreis Tuttlingen) die Firma „Berthold Hermle – Schraubenfabrik und Fassondreherei“. 1957 begann die Produktion von Fräsmaschinen.

Das Unternehmen wurde 1990 zur Maschinenfabrik Berthold Hermle AG umfirmiert und ging am 10. April 1990 an die Börse. Heute zählt die Maschinenfabrik Berthold Hermle zu den weltweit führenden Herstellern von Fräsmaschinen.

Es befinden sich weltweit über 22.000 Maschinen im Einsatz, die von Hermle gefertigt wurden.

Diese sind hauptsächlich in Zuliefer-Betrieben der Medizintechnik, in der optischen Industrie, in der Luftfahrt, in der Automobil-Industrie und im Motorsport im Einsatz.

Die jüngsten Zahlen im Überblick

Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG konnte ihren Umsatz in den ersten 6 Monaten 2015 – gemessen am vergleichbaren Vorjahreszeitraum – um gut 5% auf 162,0 Mio. € steigern.

Damit entwickelte sich der mittelständische Werkzeugmaschinen-Hersteller aus Schwaben besser als die gesamte Branche, die nach Angaben des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) im 1. Halbjahr 2015 einen Umsatz auf Vorjahres-Niveau erzielte.

Der Zuwachs bei Hermle resultierte aus dem Ausland, wo sich das Geschäftsvolumen um mehr als 13% auf 100,3 Mio. € vergrößerte.

Hermle profitierte in diesem Zusammenhang – so wie viele andere exportstarke Unternehmen aus Deutschland auch – von positiven Wechselkurs-Effekten, bedingt durch den schwachen Euro.

Der operative Gewinn (EBIT) bewegte sich bei Hermle im 1. Halbjahr 2015 mit 28,1 Mio. € annähernd auf dem sehr hohen 2014er Niveau, obwohl es von einmaligen negativen Währungs-Effekten aus der sprunghaften Aufwertung des Schweizer Franken zu Jahresbeginn 2015 belastet war.

Dem standen allerdings u. a. positive Effekte aus der Optimierung und Straffung des Produkt-Programms gegenüber. So konnte der einmalige negative Währungs-Effekt durch die Aufwertung des Schweizer Frankens ausgeglichen werden.

Dieses solide Ergebnis trug zu einer weiteren Verbesserung der Finanz- und Vermögens-Lage von Hermle bei:

Das Netto-Guthaben (flüssige Mittel abzüglich mittel- und langfristiger Schulden) stieg von Januar bis Juni 2015 um fast 33% auf 128,5 Mio. € und das Eigenkapital um knapp 11% auf 225,0 Mio. €.

Damit verbesserte sich die Eigenkapitalquote von 71,7% per Ende 2014 auf 72,2% zur Jahresmitte 2015 – das sind phantastische Zahlen, die Sie fast nur im kerngesunden Mittelstand finden können.

Fazit: Solides Basis-Investment für Nebenwerte-Fans

Mit einer mehr als soliden Bilanz, einer üppigen Netto-Liquidität und einer hohen Dividendenrendite (deutlich über 5%) ist und bleibt Hermle ein solides Basis-Investment für die Nebenwerte-Fans unter Ihnen.

23. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Tobias Schöneich. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt